Dole

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Dieser Artikel behandelt die Stadt. Für weitere Bedeutungen, siehe Dole (Begriffsklärung).
Dole
Wappen von Dole
Dole (Frankreich)
Dole
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Jura
Arrondissement Dole (Unterpräfektur)
Kanton Dole-1 (Hauptort)
Koordinaten 47° 6′ N, 5° 29′ OKoordinaten: 47° 6′ N, 5° 29′ O
Höhe 196–341 m
Fläche 38,38 km²
Einwohner 23.312 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 607 Einw./km²
Postleitzahl 39100
INSEE-Code
Website www.mairie-dole.fr

Altstadt mit Stiftskirche Notre-Dame, vorne der Rhein-Rhône-Kanal

Dole ist eine Stadt mit 23.312 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im französischen Département Jura, Region Bourgogne-Franche-Comté.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dole liegt an der Peripherie der Franche-Comté, am Doubs kurz vor der Einmündung des Rhein-Rhône-Kanals, auf halbem Weg zwischen Dijon und Besançon (jeweils etwa 45 km).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belagerung von Dole durch die Franzosen im Jahr 1674

Dole, früher auch Dola genannt,[1] war von 1422 bis 1676 Hauptstadt und Parlamentssitz der zum Burgundischen Reichskreis gehörenden Freigrafschaft Burgund (frz.: Franche-Comté).

Bereits 1479 hatte der französische König Ludwig XI. die Stadt belagert, erobert und in Brand gesteckt. Dies führte zu heftigen Widerstand seitens der Einwohner gegenüber den Eroberern. Die Stadt wurde 1493 von den Franzosen mit dem Vertrag von Senlis an die Habsburger zurückgegeben. Bei der zweiten Belagerung durch die französischen Truppen unter der Leitung von Kardinal Richelieu im Jahre 1636 leisteten die Einwohner während der 80 Tage dauernden Belagerung von Mai bis August derart erbitterten Widerstand, dass von den ursprünglich 4500 Einwohnern nur noch 662 das Ende der Belagerung erlebten. Den Franzosen gelang es nicht, den Widerstand der Stadt zu brechen. Richelieu äußerte am Ende der Belagerung eine gewisse Bewunderung für den Widerstandsgeist der Einwohner, den er sich für seine eigenen Truppen wünschte.

Unter Ludwig XIV. wurde die Stadt erneut belagert und im Devolutionskrieg 1668 erobert, im Frieden von Aachen wieder zurückgegeben, um anschließend im Holländischen Krieg 1674 erneut und endgültig erobert und in Besitz genommen zu werden. Im Jahre 1676, zwei Jahre nach der letzten Eroberung, verlegten die neuen Herrscher das Parlament der Freigrafschaft in das nun zur Hauptstadt erhobene Besançon. Wenige Jahre danach wurde im Frieden von Nimwegen (1678/79) die Freigrafschaft sowie die freie Reichsstadt Besançon endgültig vom Heiligen Römischen Reich abgetrennt und an Frankreich abgetreten. Im Jahr 1691 wurde die von Philipp dem Guten 1422 gegründete Universität Dole nach Besançon verlegt.

Die Einwohner von Dole haderten lange mit ihrem Schicksal. Die Angliederung an Frankreich hatte eine Kette von Demütigungen zur Folge. Dole verlor die Hauptstadtfunktion, den Sitz des Parlaments sowie die Universität an Besançon, die Münzwerkstätte wurde geschlossen und die Befestigungsanlagen unter der Leitung von Vauban zerstört. Durch den Bedeutungsverlust wanderten die Patrizierfamilien nach Besançon ab und Dole musste sich mit den Status einer Kleinstadt abfinden.

Im Jahre 1762 hatte Nicolas Boileau in seiner Art poétique die unhistorische und damit falsche Schreibweise „Dôle“ eingeführt, die in der Folge häufig kopiert wurde und dazu führte, dass diese Schreibung des Ortsnamens sich fest etablierte. Erst am 16. März 1962 wurde per Dekret die falsche Schreibweise abgeschafft und die historisch richtige Form wieder eingeführt.

Fond-de-Dole[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Fond-de-Dole war am 18. Mai 1323 der Schauplatz der Hochzeit zwischen Guigues VIII., Dauphin von Viennois, und Isabelle, der Tochter des Königs Philipp V. von Frankreich († 1322) und der Pfalzgräfin Johanna II. von Burgund († 1330). Dies ist das einzige Mal, dass die Bezeichnung Fond-de-Dole in der Geschichte auftritt.

Johanna II. kehrte nach dem Tod ihres Ehemanns in die Freigrafschaft Burgund zurück, um ihren Besitz zu regieren. Dole war damals die Hauptstadt der Freigrafschaft. Auch wenn Johanna II. vornehmlich in Gray oder Salins lebte, wurde ihre Tochter in Dole verheiratet. Vermutlich war Fond-de-Dole eine frühere Bezeichnung für Dole oder wie Villette-lès-Dole und Lavans-lès-Dole eine Ortschaft in der unmittelbaren Umgebung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sehenswert ist die Stiftskirche Notre-Dame aus dem 16. Jahrhundert mit ihrem 75 m hohen Turm. Die Orgel stammt von Karl Joseph Riepp.
  • Um die Kirche loegt die Altstadt mit zahlreichen Gebäuden aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.
  • Das ehemalige jesuitische Collège d’Arc beherbergt heute ein Gymnasium.
  • Das Kunstmuseum befindet sich in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, dem „Pavillon des Officiers“. Ebenfalls Museum ist das Geburtshaus von Louis Pasteur.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Industriezweige sind Maschinenbau, Metall-, Nahrungsmittel- und holzverarbeitende Industrie.

Dole ist ein Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich die französischen Autobahnen A 36 und A 39. Der Bahnhof von Dole liegt an der Eisenbahnstrecke Dijon–Frasne–Vallorbe (Teilstück der Strecke ParisLausanne); er ist Ausgangspunkt der Eisenbahnstrecke Dole–Besançon–Belfort (Teilstück der Strecke DijonStraßburg). Der regionale Flughafen Dole-Jura liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Tavaux.

Zwischen 1978 und 1984 hielt in Dole der internationale Fernzug TEE Cisalpin.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: INSEE[2])
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
24.730 27.419 29.295 26.889 26.577 24.949 24.606
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dole pflegt Städtepartnerschaften mit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Pasteur

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dole – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag "Dole" in der Topographia Circuli Burgundici des M. Merian
  2. Dole auf der Website des INSEE