Dolganen

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Ein Dolgane

Das Volk der Dolganen (dolgan. Долган/Dolgan, Тыа-кихи/Tya-kichi, Саха/Sacha; russ. Долганы/Dolgany) ist ein turksprachiges indigenes Volk des Russischen Nordens.

Die dolganische Sprache gehört zur nördlichen Gruppe der Turksprachen und ist eng mit der jakutischen Sprache verwandt. Bei der Volkszählung von 2002 bekannten sich 7.261 Personen als Dolganen, davon lebten 5.517 im Autonomen Kreis Taimyr.

Traditionell waren die Dolganen überwiegend Rentierzüchter, Jäger und Fischer. Während der Epoche der Sowjetunion wurden die meisten von ihnen zwangsweise sesshaft gemacht und waren der Zwangskollektivierung unterworfen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sogenannte „klassische Schamanismus“ war die ethnische Religion der Dolganen. Der Ethnologe Klaus E. Müller spricht hier von „Elementarschamanismus“ und meint damit jene Formen, die sich weitgehend ohne fremde Einflüsse entwickelt haben.[1]

Die Dolganen sind heute russisch orthodox mit schamanischen Elementen. Sie hatten eine ausgeprägte Vogelsymbolik (Himmelsreise) und glaubten an neun Himmel. Wirtgeister wohnten in Steinen, Bäumen oder von Menschen hergestellten Dingen und wirkten als Schutz- und Hilfsgeister.

Die Christianisierung hat bei vielen abgelegenen Völkern Sibiriens nur oberflächlich stattgefunden, so dass synkretistische Mischreligionen heute häufig sind.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dolganen Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus E. Müller: Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale. 4. Auflage, C. H. Beck, München 2010 (Originalausgabe 1997), ISBN 978-3-406-41872-3. S. 30–33, 41.
  2. Die kleinen Völker des hohen Nordens und fernen Ostens Rußlands. Gesellschaft für bedrohte Völker - Südtirol, Bozen 1998.