Dolgelin

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Dolgelin
Gemeinde Lindendorf
Koordinaten: 52° 29′ 43″ N, 14° 24′ 26″ O
Höhe: 49 m
Einwohner: 499 (2008)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15306
Vorwahl: 03346
Dolgelin (Brandenburg)
Dolgelin

Lage von Dolgelin in Brandenburg

Dolgelin ist ein Ort im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und gehört seit dem 26. Oktober 2003 zur Gemeinde Lindendorf.[1] Zusammengeschlossen mit weiteren Gemeinden werden die Amtsgeschäfte durch das Amt Seelow-Land getätigt. Die Größe der Ortsteilgemarkung beträgt 1439 ha. In Dolgelin befand sich der geografische Mittelpunkt des Freistaates Preußen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dolgelin ist eines der ältesten Höhendörfer am Westrand des Oderbruches. Grabungen seit dem Jahre 2000 brachten Besiedlungsspuren aus der Bronze- und Eisenzeit ans Tageslicht.[2]

Der Name deutet auf einen slawischen Ursprung hin. Dolhi sowie dolgo und len bedeuten lang und Flachs. Ebenfalls belegen Bodenfunde am nordwestlichen Dorfrand die Anwesenheit von Slawen. Als Angerdorf erhielt es im 13. Jahrhundert eine Feldsteinkirche. 1321 wurde Dolgelin erstmals urkundlich erwähnt. Großen Einfluss auf die Geschicke des Ortes hatten Ritter des Templerordens, die im Nachbarort Lietzen eine Komturei besaßen. Im Mittelalter gehörte ein Gut auf der Feldmark des Ortes zum Besitz des Zisterzienserinnen-Klosters Friedland. Von 1450 bis 1482 war das Dorf im Besitz derer von Pfuel.[3] Dolgelin wurde während der Schlacht um die Seelower Höhen im April 1945 stark verwüstet, die Kirche blieb Ruine, der Kirchturm wurde 1965 gesprengt; für den Wiederaufbau der Kirche setzt sich ein Förderverein ein. Seit 1997 hat Dolgelin ein eigenes Gemeindehaus.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1734 1875 1890 1910 1925 1933 1946 1993 2000 2006
Einwohnerzahl[4][5] 319 888 818 823 838 795 846 546 531 517

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Dolgelin liegt unmittelbar an der Bundesstraße 167 und verfügte über einen eigenen Bahnhof. 1881 erhielt Dolgelin mit der Bahnstation Anschluss an die Bahnstrecke Eberswalde–Frankfurt (Oder). Der Bahnhof wird nicht mehr bedient.

Ebenfalls war der Ort an die Bahnstrecke Fürstenwalde–Wriezen, einen Teil der Oderbruchbahn, angebunden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befindet sich eine Grundschule sowie der Kindergarten Kita Dolgeliner Zwerge.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine der Dorfkirche Dolgelin steht mit ihren mittelalterlichen Putzritzzeichnungen auf der brandenburgischen Denkmalliste. Im Jahr 2018 begannen Baumaßnahmen, durch welche die im 2. Weltkrieg zerbombte Kirche wieder instand gesetzt werden soll.[6][7]

Der ehemalige Bahnhof, obwohl nicht mehr benutzt, und die dazugehörigen Gebäude sind nach wie vor erhalten. Direkt daneben befindet sich die örtliche Schäferei. Der neue Spielplatz entstand auf dem einstigen Gelände der Umspannstation. Der Name „Umspannstation Dolgelin“ blieb erhalten.

Der handwerkliche Weihnachtsmarkt in Dolgelin erfreut sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Bekannte Größen wie Smudo von der Band Die Fantastischen Vier waren hier zu Besuch. In den „Dolgeliner Bergen“ findet jährlich die Adonisröschenwanderung statt, bei der man sich in langen und kurzen Touren die Adonisröschen im Naturschutzgebiet anschauen kann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Lebus. Mit einer Übersichtskarte im Anhang (= Friedrich Beck [Hrsg.] Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VII; Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam. Band VII). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1983, Dolgelin sö Seelow. S. 69–71 (gibt einen Nachdruck von 2011).
  • Heimatkreis Lebus (Hrsg.): Ein leidgeprüftes Land: Der brandenburgische Kreis Lebus in den Wirren der Jahre 1945–1952. Eigenverlag Heimatkreis Lebus 1992, S. 154ff
  • Klaus Stieger: Historische Ansichten aus dem Kreis Lebus: 1857–1945. Findling Verlag, 2005, ISBN 3-933603-36-6, ISBN 978-3-933603-36-4, S. 121f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dolgelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  2. Heidi Peter-Röcher: Die spätbronze-/früheisenzeitliche Siedlung in Dolgelin, Lkr. Märkisch-Oderland. Ergebnisse der Grabungen in den Jahren 2000-2004 (2011)
  3. Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preussischen Monarchie. Rauh, 1856, S. 196.
  4. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Lebus. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1983, Dolgelin sö Seelow. 10. Bevölkerungsziffern, S. 71.
  5. Das Genealogische Orts-Verzeichnis: Dolgelin
  6. 09180417 Dorfkirche Dolgelin. In: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (Hrsg.): Denkmalliste / Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg (abgerufen am 23. Oktober 2018).
  7. Ines Weber-Rath: Vermessen: Der Dolgeliner Kirchen-Dachstuhl. In: Märkische Oderzeitung, 8. August 2018 (abgerufen am 23. Oktober 2018).