Dolice (Powiat Stargardzki)

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Dolice
Wappen der Gmina Dolíce
Dolice (Polen)
Dolice
Dolice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Stargard
Gmina: Dolice
Geographische Lage: 53° 11′ N, 15° 12′ OKoordinaten: 53° 11′ 29″ N, 15° 12′ 8″ O
Einwohner: 2028
Postleitzahl: 73-115
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 122: Piasecznik–PyrzyceBanie–Krajnik Dolny/Deutschland
Stargard-Kuczewo–Płotno
Schienenweg: Posen–Stettin
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 27 Ortschaften
21 Schulzenämter
Fläche: 237,13 km²
Einwohner: 8021
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 34 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3214042
Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindevorsteher: Grzegorz Brochocki
Adresse: ul. Ogrodowa 16
73-115 Dolice
Webpräsenz: www.dolice.pl



Dolice (deutsch Dölitz i. Pom.) ist ein Dorf mit Sitz einer Landgemeinde im Powiat Stargardzki (Kreis Stargard in Pommern) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dolice liegt in Hinterpommern an der Faulen Ihna (Mała Ina), etwa 22 Kilometer ostnordöstlich der Stadt Pyritz (Pyrzyce) und 19 Kilometer westlich der Stadt Arnswalde (Choszczno).

An das Straßennetz ist das Dorf über die Woiwodschaftsstraße 122 angebunden, die Piasecznik (Petznick) mit Pyrzyce und Banie (Bahn) sowie Krajnik Dolny (Nieder Kränig) verbindet.

Der Ort ist Bahnstation an der Bahnstrecke Posen – Stettin.

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Powiat Stargardzki gibt es noch einen weiteren Ort des Namens Dolice, der nur 30 Kilometer nordwestlich liegt, nämlich Dolice (ehemals Konstantinopel, Kreis Saatzig) am Dölitzsee (Jezioro Dolice).

Dorf Dolice (Dölitz)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dölitz südlich der Stadt Stargard und nordöstlich des Plönesees (Plöne-S.) auf einer Landkarte von 1905.
Dorfkirche (bis 1945 evangelisch.)

Der Pommernherzog Wartislaw III. schenkte das Dorf Dölitz, früher Treben genannt, im Jahr 1233 dem Kloster Kolbatz, was dem Kloster 1300 durch Herzog Otto I. bestätigt wurde. Danach war das Dorf eine Zeitlang ein Lehen der Familie Podewils, dann folgte eine Reihe anderer Besitzer.[2]

Anfang der 1930er Jahre umfasste die Gemarkung der Gemeinde Dölitz ein Areal von 35,4 km² Größe, auf dem sechs Wohnplätze unterschieden wurden:

  1. Bullenwerder
  2. Dölitz i. Pom.
  3. Erholungsheim
  4. Forsthaus Dölitz i. Pom.
  5. Kolonie Neuhof
  6. Vorwerk Neuhof

Hauptwohnort war Dölitz i. Pom.. Auf dem Gemeindegebiet standen insgesamt 222 bewohnte Wohngebäude.[3]

Dölitz war bis 1945 eine Gemeinde im Landkreis Pyritz im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern. Es bildete einen eigenen Amtsbezirk. Das zuständige Amtsgericht war das in Stargard (Stargard in Pommern).

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Kurz darauf wurde Dölitz zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Anschließend begann in Dölitz die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Dölitz erhielt den polnischen Ortsnamen Dolice. Soweit die Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde über die Oder nach Westen vertrieben.

Der Ort ist heute Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Stargardzki in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Stettin). Hier leben jetzt 2028 Menschen.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ein-
wohner
Anmerkungen
1816 637 [4]
1867 845 [5]
1871 809 davon 778 Evangelische, zwei Katholiken und 29 Juden[5]
1905 1.142
1925 1.686 darunter 1.642 Evangelische und neun Katholiken, keine Juden[3]
1933 1.746 [6]
1939 1.862 [6]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchspiel/Pfarrei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Dölitz ist seit alters her Sitz eines Pfarramtes. Bis 1945 war hier das evangelische Kirchspiel Dölitz beheimatet, zu dem auch die Filialgemeinde Dobberphul (heute polnisch: Dobropole Pyrzyckie) sowie das Dorf Neuhof (Mogilica) gehörte. Anfangs war das Kirchspiel in den Kirchenkreis Jacobshagen (Dobrzany) im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union integriert. Anfang des 20. Jahrhunderts wehcslete es in den Kirchenkreis Werben (Wierzbno) im Westprengel dieser Kirchenprovinz. Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel 2072 Gemeindeglieder.

Nach 1945 wurde Dolice Sitz einer katholischen Pfarrei. Sie ist in das Dekanat Choszczno (Arnswalde) im Erzbistum Stettin-Cammin eingegliedert. Die Pfarrkirche, die mit ihrem barocken Altar, Kanzel und Taufe beeindruckt, heißt heute Kościół pw. Chrystuza Króla (Christkönigskirche).

Pfarrer bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation und bis zur Vertreibung amtierten in Dölitz 16 evangelische Geistliche:

  1. Johann Meine
  2. Christian Kowlitz, ab 1591
  3. Andreas Sievert, 1613–1647
  4. Valentin Bernhagen, 1647–?
  5. Peter Schüncke
  6. Johann Christoph Eggert,
  7. Immanuel David Crummon, 1712–1741
  8. Johann Philipp Andreä, 1742–1781
  9. Jakob August Peter Bluth, 1781–1808
  10. Johann August Thilo, 1808–1828
  11. C. Fr. Hoffmann, 1829–1856
  12. Albert Julius Erdmann Lutsch, 1856–1881
  13. Johann Martin Richard Fromholz, 1882–1904
  14. Hermann Radke, 1904–1930
  15. Erich Heydemann, 1931–?
  16. Emil Plath, bis 1945 (war zugleich Superintendent des Kirchenkreises Werben).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Tetz (1925–2017), Theologe und Kirchenhistoriker

Gmina Dolice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage der Gmina Dolice ganz im Süden des Powiat Stargardzki

Die Landgemeinde Dolice umfasst ein Areal von 237,13 km², was 15,6 % der Gesamtfläche des Powiat Stargardzki entspricht. Mit der Zahl von 2.028 Einwohnern steht es zahlenmäßig an 48. Stelle der Gemeinden in der Woiwodschaft Westpommern, zu der die Gmina seit 1999 (vorher Woiwodschaft Stettin) gehört.

Das gesamte Gemeindegebiet wird von dem Flüsschen Mała Ina (Faule Ihna) durchzogen, die durch kleinere Zuflüsse aus dem Gebiet der Gmina gespeist wird.

Postalisch ist das ganze Gemeindegebiet der Postleitzahl 73-115 zugeordnet.

Nachbargemeinden der Gmina Dolice sind:

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gmina Dolice gehören 27 Ortschaften, die 21 Ortsteilen ("Schulzenämtern") zugeordnet sind.

  • Ortsteile:
  • Bralęcin (Brallentin)
  • Brzezina (Falkenberg)
  • Dobropole Pyrzyckie (Dobberphul)
  • Dolice (Dölitz)
  • Kolin (Kollin)
  • Krępcewo (Kremzow)
  • Mogilica (Neuhof)
  • Morzyca (Blumberg)
  • Moskorzyn (Muscherin)
  • Płoszkowo (Ludolphshof)
  • Pomietów (Pumptow)
  • Przewłoki (Heinrichsthal)
  • Rzeplino (Repplin)
  • Sądów (Sandow)
  • Skrzany (Friedrichshof)
  • Strzebielewo (Strbelow)
  • Szemielino (Schöningsthal)
  • Warszyn (Warsin)
  • Ziemomyśl A (Schönwerder A)
  • Ziemomyśl B (Schönwerder B)
  • Żalęcino (Sallentin)
  • Übrige Ortschaften: Boguszyce (Burghagen), Jaraczewo (Ferdinandshof), Komorowo (Bullenwerder), Lipka (Linde), Sądówko (Neu Sandow) und Trzebień (Lupoldsruh).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gmina Dolice zieht sich in Ost-West-Richtung die Woiwodschaftsstraße 122 als bedeutendes Verkehrsband. Sie reicht von Piasecznik (Petznick) bis an die deutsch-polnische Grenze bei Krajnik Dolny (Nieder Kränig). In Nord-Süd-Richtung verläuft eine Nebenstraße, die Stargard-Kluczewo (Klützow) mit Płotno (Blankensee) verbindet.

Schienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gebiet der Gmina Dolice verläuft die Staatsbahnlinie 351, die Stettin mit Posen verbindet. Im Gemeindegebiet gibt es außer Dolice noch vier Bahnstationen an dieser Strecke: Strzebielewo (Strebelow), Kolin (Kollin), Morzyca (Blumberg) und Ziemomyśl (Schönwerder).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 253–254, Nr. (1).
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil II, Band 3, Anklam 1868, S. 624–627.
  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-181-3.
  • Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1: Der Regierungsbezirk Stettin. Niekammer, Stettin 1903.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 253–254, Nr. (1).
  3. a b http://gemeinde.doelitz.kreis-pyritz.de/
  4. Ortschafts-Verzeichniß des Regierungs-Bezirks Stettin nach der neuen Kreis-Eintheilunge vom Jahr 1817 nebst alphabetischem Register. Stettin 1817, VIII. Pyritzer Kreis, Nr. 32–35.
  5. a b Königl. Preußisches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern und ihre Bevölkerung. Berlin 1874, S. 38–39, Nr. 18.
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/pyritz.html#ew39pyrdoelitz