Dom von Porvoo

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Dom von Porvoo, Außenansicht (2018)
Links der Dom, in der Mitte der frei stehende Glockenturm, rechts die Holzkirche der finnischsprachigen Gemeinde
Dom von Porvoo (2010)

Der Dom von Porvoo (schwedisch Borgå domkyrka, finnisch Porvoon tuomiokirkko) im finnischen Porvoo (schwedisch Borgå) ist die Bischofskirche des schwedischsprachigen evangelisch-lutherischen Bistums Borgå. Der Backsteingiebel ist unverputzt, der Glockenturm freistehend. Jährlich besuchen etwa 200.000 Touristen den Dom. Neben den Glockenturm befindet sich eine 1740 erbaute Holzkirche für die Dienste der finnischsprachigen Gemeindemitglieder.

Das Bistum wurde 1723 nach dem Großen Nordischen Krieg eingerichtet, da Schweden Wyborg mit dem bisherigen Bischofssitz an Russland abtreten musste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Teile des Doms – ursprünglich ein Holzbau – stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ab 1410 wurde der Dom als Steinkirche erweitert und umgebaut. Er war der Jungfrau Maria geweiht. Mehrmals wurde er durch Feuer zerstört: 1508 durch die dänische Armee, 1571, 1590 und 1708 durch russische Streitkräfte.

Der Dom war Ort des ersten von der russischen Regierung einberufenen Finnischen Reichstages am 28. März 1809. Während des Fortsetzungskrieges 1941 fiel eine Bombe durch das Dach und beschädigte Teile der Kirche.

1977/78 wurde der Dom unter Leitung von Nils Erik Wickberg und Heikki Netting restauriert, wobei der Schwerpunkt auf der Kanzel und der Versetzung des Altares lag.

Am 29. Mai 2006 wurde die Kirche Opfer eines durch einen 18-jährigen, betrunkenen Jugendlichen verursachten Brandes. Während das Dach komplett abbrannte, wurde der Innenraum kaum in Mitleidenschaft gezogen. Außerdem kam es zu Rauch- und Wasserschäden. Am 2. Juli 2008 wurde der Dom wiedereröffnet. Auch finnischsprachige Gottesdienste werden hier gefeiert.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanzel

Das Kruzifix über dem Altar ist eine Arbeit aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts. Das ursprüngliche Altarbild befindet sich in der Taufkapelle rechts des Altars. Es wurde 1846 von Joseph Desarnodis gemalt und nimmt Bezug auf da Vincis Letztes Abendmahl.

Die Kanzel wurde 1764 von Handwerksmeistern aus dem Ort angefertigt. Sie ist in Graugrün und Gold gefasst, ebenso wie die um 1760 gebauten Emporen. Die Fassung wurde bei der Restaurierung der Kirche 1977/1978 wieder hergestellt, nachdem Kanzel und Emporen ein Jahrhundert lang einen Anstrich in Weiß und Gold gehabt hatten. Aus der Zeit um 1760 stammen die Bilder der Apostel und Evangelisten an den Pfeilern. Sie wurden von Adam Lindström, einem Bürger Porvoos, gemalt.

Aus dem 20. Jahrhundert stammt der schlichte Taufstein, der 1984 nach dem Entwurf des Architekten Aarne Launos angefertigt wurde.

Das Original des Votivschiffs Fredericus befindet sich im Finnischen Nationalmuseum. An seiner Stelle hängt seit 1990 ein von Karl Immonen gebautes Schiffsmodell.

Seit 1988 befindet sich am Pfeiler des Chorraums eine Marienstatue aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie wurde in Mitteleuropa angefertigt und von Lennart Trey, einem Kapitän, gestiftet.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1978 von der Orgelbaufirma Urkurakentamo Veikko Virtanen erbaut. Das Schleifladen-Instrument hat 44 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Der Prospekt stammt aus dem Jahr 1799 von dem Orgelbauer Olof Swan. Er trägt ein Abbild der Krone und das Monogramm von Gustaf IV. Adolf.[1]

Blick auf die Orgel
I Hauptwerk C–
Borduna 16′
Principal 8′
Hohlflöte 8′
Oktava 4′
Blockflöte 4′
Kvinta 223
Oktava 2′
Kornett V 8′
Mixtur IV-V
Cymbel III
Trompete 8′
II Brustwerk C–
Gedackt 8′
Kvintadena 8′
Principal 4′
Koppelflöte 4′
Oktava 2′
Nasat 113
Sesquialter II 223
Scharff IV
Krumhorn 8′
Tremolo
III Schwellwerk C–
Gamba 8′
Rohrflöte 8′
Voix celeste 8′
Oktava 4′
Traversflöte 4′
Nasat 2′
Terz 135
Sifflöte 1′
Mixtur IV-V
Fagott 16′
Trompete harmonique 8′
Oboe 8′
Clairon 4′
Tremolo
Pedalwerk C–
Principal 16′
Subbass 16′
Oktava 8′
Gedackt 8′
Oktava 4′
Nachthorn 2′
Mixtur V
Posaune 16′
Trompete 8′
Schalmej 4′
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vivian Antmann, Anne Ilhari, Arno Mäki-Punto, Kirsti Sund: Der Dom zu Porvoo. Kirjapaino Uusima, Porvoo 2010

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Orgel (schwedisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dom von Porvoo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 60° 23′ 50″ N, 25° 39′ 27″ O