Dombach (Bad Camberg)

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Dombach
Ehemaliges Gemeindewappen von Dombach
Koordinaten: 50° 18′ 20″ N, 8° 19′ 19″ O
Höhe: 297 m ü. NHN
Fläche: 3,26 km²[1]
Einwohner: 336 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 65520
Vorwahl: 06434
Ansicht Dombach, dahinter der Stückelberg
Ansicht Dombach, dahinter der Stückelberg

Dombach ist der kleinste Stadtteil von Bad Camberg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dombach liegt im östlichen Hintertaunus, in einer Höhenlage von 300 Meter über NN, rund vier Kilometer östlich der Kernstadt Bad Camberg entfernt. Die Kreisstadt Limburg an der Lahn liegt rund 20 Kilometer im Nordwesten.

Die höchsten Erhebungen in der Gemarkung sind der Stückelberg nordöstlich des Orts mit 510 Meter über NN und der Salzlackerkopf mit 465 Meter über NN. Durch den Ort fließt der Dombach, der oberhalb des Dorfes zwischen den Taunushöhen entspringt und talabwärts durch das Dombachtal in Richtung Schwickershausen fließt und in Erbach in den Emsbach mündet.

Dombach liegt in einer von Nordwest nach Südost gestreckten Zone aus landwirtschaftlich genutzter Fläche. An den Rändern der Gemarkung steigt das Gelände an und ist mit Wald bedeckt. Die Gemarkung wird im Westen und Norden von der Kernstadt Bad Camberg umschlossen, grenzt im Osten an Riedelbach und damit an den Hochtaunuskreis sowie im Süden an Würges.
Geologisch wird das Gelände von schieferhaltiger Grauwacke mit Quarzgängen dominiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1281 wurde Dombach erstmals urkundlich erwähnt. Dabei handelte sich um einen Güterverkauf eines Hermann von Duninbach gemeinsam mit einem Trutmann von Erbach an das Kloster Gnadenthal. Der Name des Orts ist auch als „Dodenbach“ überliefert, was vermutlich auf eine Erhebung namens „Totenkopf“ zurückgeht, an der der Dombach entspringt.

Neben der Kirche ist das alte Rathaus das prägende Gebäude des Ortes. Es wurde 1757 erstmals erwähnt, 1762 wurde der Uhrenturm angebaut. Das Fachwerkgebäude diente zunächst auch als Schulhaus mit Lehrerwohnung und wird deshalb auch „Alt Schul“ genannt. Von 1897, als ein neues Schulgebäude fertiggestellt war, bis 1970 war es Dienstort des Dombacher Bürgermeisters. 1980 wurde das alte Rathaus renoviert.

Die ältere Kirche St. Wendelin wurde 1477 erbaut. Seit 1840 bildet Dombach zusammen mit Schwickershausen eine Pfarrei. An der Stelle der alten Kirche entstand von 1873 bis 1876 ein neuer Kirchenbau. Am 13. Februar 1940 brannte diese Pfarrkirche bis auf die Außenmauern ab. Zu Ostern 1941 wurde die wieder aufgebaute Kirche geweiht.

Ein weiteres historisches Gebäude ist das von 1865 bis 1866 errichtete Pfarrhaus gegenüber der Kirche. Von 1871 bis zu seinem Tod am 3. November 1890 lebte dort der Pfarrer und Dichter Franz Alfred Muth, dessen Grab sich an der Kirchenmauer befindet.

1908 erhielt das Dorf eine erste Wasserleitung, ein Jahr später den ersten Telefonanschluss. Im Mittelalter hatte Dombach an einem Überlandweg von Bad Camberg ins Weiltal gelegen. Später wurde die Verbindung an die Weil nicht mehr genutzt und die Stichstraße erst im Jahr 1951 wieder bis nach Rod an der Weil ausgebaut.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Dombach am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz nach Bad Camberg eingemeindet.[3][4]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Dombach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dombach: Einwohnerzahlen von 1650 bis 2015
Jahr  Einwohner
1650
  
29
1834
  
328
1840
  
350
1846
  
349
1852
  
343
1858
  
346
1864
  
313
1871
  
312
1875
  
342
1885
  
315
1895
  
272
1905
  
250
1910
  
238
1925
  
240
1939
  
197
1946
  
314
1950
  
300
1956
  
247
1961
  
214
1967
  
226
1970
  
233
1987
  
307
1998
  
366
2005
  
382
2011
  
392
2015
  
350
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]; ab 1970: Stadt Camberg

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 315 katholische (= 100,00 %) Einwohner
• 1961: 009 evangelische (= 4,21 %), 205 römisch-katholische (= 95,79 %) Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher des Ortsbezirks Dombach ist Herbert Uhrig.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Verein Dombachs ist der Gesangverein Eintracht, der 1885 gegründet wurde. 1960 wurde der Sportclub Dombach gegründet, der vor allem Fußballspiele betreibt. Die Freiwillige Feuerwehr Dombach hat sich im Jahr 1975 gegründet und ihr gehört seit dem 22. Dezember 1995 die Jugendfeuerwehr an. Im August 2009 wurde der Verein Dombacher Geschichte(n) gegründet, der sich zur Aufgabe gemacht hat, Informationen über die Dombacher Geschichte zu veröffentlichen und eine Chronik herauszugeben.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die denkmalgeschützten Kulturdenkmäler des Ortes siehe Liste der Kulturdenkmäler in Dombach.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1975 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Dombach (ab 22. Dezember 1995 mit Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Hörle: Dombach im Camberger Grund. Chronik eines Taunusdorfes. Dombach 1960.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Dombach, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Statistische Zahlen im Internetauftritt der Stadt Bad Camberg, abgerufen im September 2015.
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Limburg und des Oberlahnkreises. (GVBl. II 330-25) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 5, S. 101, § 9 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 809 kB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 369.
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Ortsbeirat des Ortsbezirkes Dombach. Stadt Bad Camberg, abgerufen am 17. Januar 2017.