Domenico Gilardi

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Domenico Gilardi

Domenico Gilardi (gelegentlich auch Domenico Giliardi; * 7. Juli 1785 in Montagnola, heute Collina d’Oro; † 26. Februar 1845 in Mailand) war ein Schweizer Architekt des Neoklassizismus in Moskau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Gilardi gestaltete Front der Moskauer Universität

Gilardi war der Sohn des Architekten Giovanni Battista Gilardi. 1796 ging Gilardi mit seiner Mutter nach Moskau, wo der Vater bereits einige Jahre als staatlicher Architekt arbeitete. Zwischen 1799 und 1802 studierte Gilardi in St. Petersburg Kunst, von 1802 bis 1806 Malerei und anschliessend Architektur an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. Zwischen 1807 und 1810 unternahm Gilardi zahlreiche Studienreisen nach Rom, Florenz und Venedig, bevor er 1811 in Moskau Assistent seines Vaters wurde.

1817 übernahm Gilardi das Amt seines Vaters, als dieser in die Schweiz zurückkehrte. Als bedeutender Vertreter des russischen Spätklassizismus trug Gilardi nach dem Brand von Moskau 1812 in erheblichem Maße zur Neugestaltung Moskaus bei. 1832 kehrte Gilardi aus gesundheitlichen Gründen in die Schweiz zurück und wirkte dort nur noch an dem Entwurf und Bau der Kapelle San Pietro in Gentilino mit, bevor er 1845 in Mailand starb.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1817–1819: Umbau der Universität Moskau[1]
  • 1817–1819: Umbau des Rasumowski-Palasts[1]
  • 1818: Umbau des Katharineninstituts[1]
  • 1818–1823: Umbau des Waisenhauses[1]
  • 1818–1823: Haus Lunin[1]
  • 1820–1824: Haus Gagarin[1]
  • 1821–1826: Vormundschaftsbehörde Moskau[1]
  • 1826–1832: Gewerbeschule Moskau[1]
  • 1820–1830: Landsitz Golizyn in Kusminki[1]
  • 1830–1831: Landsitz Usatschow[1]
  • 1812–1813: Mausoleum Wolkonski in Suchanow[1]
  • 1832–1835: Mausoleum Orlow in Otrada[1]
  • Kapelle von S. Pietro in Gentilino[1]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gilardi war Träger des Ordens des Heiligen Wladimir (1819) und des Russischen Ordens der Heiligen Anna (1824 und 1826).[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Ehret: Drei Schweizer im alten Russland. Schweizerisches Ost-Institut, 1979.
  • E. Beletskaja, S.K. Pokrovskaja: Domenico Gilardi. 1984.
  • Architetti neoclassici italiani e ticinesi fra Neva e Moscova. Ausstellungskatalog, Venedig, 2001, 19-53, S. 87–90.
  • Lara Calderari: Domenico Gilardi. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n Lara Calderari: Gilardi, Domenico. In: Historisches Lexikon der Schweiz.