Domingo de Soto

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De iustitia et iure, 1568
Libri decem de iustitia & iure

Dominico de Soto OP (* 1494 in Segovia; † 15. November 1560 in Salamanca; span. Domingo de Soto) war ein spanischer Dominikaner, Lehrer für Theologie an der Universität Complutense Madrid und Beichtvater von Karl V. und ein führender Vertreter der spanischen Spätscholastik (Schule von Salamanca).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Domingo stammte aus einfachen Verhältnissen, war als Sakristan tätig und studierte dann Theologie und Philosophie, zunächst an der Universität Alcalá, dann an der Sorbonne. 1524 trat der in Burgos in den Dominikanerorden ein und lehrte an der dominikanischen Hochschule in Segovia Philosophie und später an der Universität Salamanca Theologie, wobei er die Summa theologiae des hl. Thomas von Aquin kommentierte.

1545 bis 1547 war Domingo als Theologe Karls V. und Vertreter des Dominikanerordens am Konzil von Trient, wo er die Rechtfertigungslehre des hl. Thomas vertrat und in Bezug auf die Beziehungen von göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit weiterentwickelte. Er wurde Beichtvater des Kaisers, lehnte jedoch eine Ernennung zum Bischof von Segovia ab und kehrte stattdessen in sein Kloster zurück, wo er vom Konvent 1550 zum Prior gewählt wurde. Von 1552 bis zu seinem Tode lehrte er wieder an der Universität Salamanca.

Neben seiner theologischen Arbeit engagierte er sich besonders für das Armutsideal der Dominikaner und auch für die Rechte der Armen. In einer Disputation mit dem Infanten Philipp verteidigte er das Recht des Armen auf Selbstbestimmung, und engagierte sich in der Disputation von Valladolid auf der Seite von Bartolomé de Las Casas für die Rechte der südamerikanischen Indianer.

De Soto wird auch eine Rolle in der Geschichte der Mechanik zugesprochen seit den Forschungen von Pierre Duhem[1], unter anderem kannte er das Konzept gleichmäßig beschleunigter Bewegung.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine bekanntesten Schriften sind

  • De ratione tegendi et detegendi secretum 1541
  • In dialecticam Aristotelis commentarii 1544
  • In VIII libros physicorum 1545
  • De natura et gratia 1547
  • Comment. in Ep. ad Romanos 1550
  • De justitia et jure 1556

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Josef Becker: Die Rechtfertigungslehre nach Domingo de Soto. Das Denken eines Konzilsteilnehmers vor, in und nach Trient. Analecta Gregoriana, Rom 1967.
  • Merio Scattola: „Naturrecht als Rechtstheorie: Die Systematisierung der ‚res scholastica‘ in der Naturrechtslehre des Domingo de Soto“, in: Die Ordnung der Praxis. Neue Studien zur spanischen Spätscholastik, hrsg. von Frank Grunert/Kurt Seelmann, Tübingen 2001, S. 21–48.
  • Walter Senner: Soto, Domingo de. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 10, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X, Sp. 831–836.
  • Juan José Pérez Camacho, Ignacio Sols Lucía: Domingo de Soto en el origen de la ciencia moderna, Revista de Filosofía, Band 12, 1994, S. 27-49, Online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duhem, Dominique Soto et la scolastique parisienne, in: Etudes sur Leonard de Vinci, Serie 3, Paris: Hermann 1913, S. 261-583, zuerst in Bulletin Hispanique, Band 12-14, 1910-1912