Dominic Cummings

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Dominic Mckenzie Cummings (* 25. November 1971 in Durham[1]) ist ein britischer Politikberater, der wegen seiner Rolle im Zuge des EU-Mitgliedschaftsreferendums im Vereinigten Königreich 2016 Bekanntheit erlangte.[2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabinett David Cameron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kabinett Cameron I war Cummings Berater des damaligen Bildungsministers Michael Gove.[3]

Brexit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge des EU-Mitgliedschaftsreferendums leitete Dominic Cummings den Wahlkampf für die Aktion Vote Leave, die sich für den Brexit einsetzte.[4] Cummings war dabei unter anderem für einen roten Bus verantwortlich, auf dem er den Satz „We send the EU £350 million a week – let’s fund our NHS instead“ hatte anbringen lassen. Die Aussage war falsch, hatte aber nach Ansicht von Parlamentariern bedeutenden Einfluss auf das Ergebnis der Abstimmung.[5][6]

Kabinett Boris Johnson[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Juli 2019 wurde Boris Johnson neuer Premierminister. Dominic Cummings war nach einem Bericht des Guardian vom 24. Juli als Stratege und Berater im Kabinett Boris Johnson vorgesehen.[3] Tatsächlich ernannte ihn Johnson zu seinem Sonderberater, der an den Sitzungen des Kernkabinetts teilnimmt, das den Brexit umsetzen soll. Zusätzlich koordiniert Cummings die politischen Berater, die die Regierungspolitik gegenüber der Ministerialbürokratie durchsetzen sollen.[7]

Der Umstand, dass Cummings nicht Mitglied der Konservativen Partei ist und trotzdem anscheinend erheblichen Einfluss als Politikberater hat, löste wiederholt Kritik aus. Philip Hammond verteidigte am 3. September 2019 seine politischen Standpunkte gegen „Neuankömmlinge“ und „Eindringlinge“, die „versuchten, die Konservative Partei von einer Kirche mit vielen Glaubensrichtungen in eine enge Sekte umzuwandeln“ und „die sich nichts um die Zukunft der Konservativen Partei scherten“ (incomers [and] entryists, who are trying to turn it from a broad church to a narrow faction [and] who care nothing about the future of the Conservative Party) und bezog sich damit auf Cummings, ohne diesen namentlich direkt zu nennen.[8]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominic Cummings ist mit Mary Wakefield verheiratet. Das Paar hat einen Sohn.[9]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cummings wurde von Benedict Cumberbatch im britischen Fernsehdrama Brexit: The Uncivil War von 2019 gespielt.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Owen Bennett: Michael Gove: A Man in a Hurry. Biteback, London 2019, ISBN 978-1-78590-108-9 (eingeschränkte Vorschau [abgerufen am 24. Juli 2019]).
  2. Warum Johnsons neuer Berater polarisiert faz.net, vom 26. Juli 2019
  3. a b Peter Walker: "Dominic Cummings of Vote Leave to be named key Johnson adviser" theguardian.com vom 24. Juli 2019
  4. "An interview with Dominic Cummings" economist.com vom 21. Januar 2016
  5. Rob Merrick: "Brexit: Vote Leave chief who created £350m NHS claim on bus admits leaving EU could be 'an error'" independent.co.uk vom 4. Juli 2017
  6. Jon Stone: "British public still believe Vote Leave ‘£350million a week to EU’ myth from Brexit referendum" independent.co.uk vom 28. Oktober 2018
  7. ZEIT ONLINE 5. August 2019:[1]
  8. Brexit: Boris Johnson faces showdown in Parliament. BBC News, abgerufen am 3. September 2019 (englisch).
  9. a b Rabbett, Abigail; Morley, Nicole: "Who is Dominic Cummings? The Durham man behind Brexit played by Benedict Cumberbatch in Channel 4 show", Evening Chronicle vom 8. Januar 2019