Dominica

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dominica (Begriffsklärung) aufgeführt.
Commonwealth of Dominica

Commonwealth von Dominica

Flagge Dominicas
Wappen Dominicas
Flagge Wappen
Wahlspruch: Après Bondié, C'est La Ter

(Kreolisch für „Nach Gott das Land“)

Amtssprache Englisch
Hauptstadt Roseau
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Charles Savarin
Regierungschef Premierminister Roosevelt Skerrit
Fläche 746 km²
Einwohnerzahl 72.514 [1]
Bevölkerungsdichte 97 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[2] 311 Mio. US$ (178.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 4.333 US$ (81.)
Human Development Index 0,745 (72.)[3]
Währung Ostkaribischer Dollar (XCD)
Unabhängigkeit 3. November 1978
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne Isle of Beauty, Isle of Splendour
Zeitzone UTC−4
Kfz-Kennzeichen WD
Internet-TLD .dm
Telefonvorwahl +1 (767) siehe NANP
Bahamas Kuba Haiti Navassa Jamaika Turks- und Caicosinseln Dominikanische Republik Kolumbien ABC-Inseln Venezuela Trinidad und Tobago Puerto Rico Amerikanische Jungferninseln Britische Jungferninseln Grenada Saint Vincent und die Grenadinen Saint Lucia Barbados Martinique Dominica Guadeloupe Montserrat Antigua und Barbuda Anguilla Sint Maarten/ Saint Martin Saint Kitts and Nevis Sint Eustatius Saba Guyana Panama Nicaragua Honduras El Salvador Guatemala Mexiko BelizeDominica in its region.svg
Über dieses Bild
Map of Dominica.gif
Dominica from ISS.jpg

Dominica ist ein Inselstaat in den Kleinen Antillen in der östlichen Karibik. Der Staat erstreckt sich über die gleichnamige Insel und ist Mitglied des Commonwealth of Nations.

In der Sprache der karibischen indigenen Bevölkerung wurde Dominica in Anlehnung an das gebirgige Inselprofil Ouaitocoubouli bzw. in neuerer Transkription Wai'tukubuli („Ihr Körper ist hoch“) genannt[4].

Geografie[Bearbeiten]

Strand bei Calibishie
Regenwald bei den Trafalgarfällen

Dominica liegt zwischen den französischen Karibikinseln der Übersee-Départements Guadeloupe im Norden und Martinique 25 km im Süden. Ungefähr 250 km im Westen liegt die unbewohnte venezolanische Insel Aves.

Dominica ist 46,4 km lang und 25,6 km breit.

Die Insel gehört nach britischem Sprachgebrauch zu den „Leeward Islands“, welches der nördliche Teil der Inselgruppe ist, die im Deutschen und anderen Sprachen als Inseln über dem Winde bezeichnet wird. Da das westindische Englisch teilweise dem internationalen Sprachgebrauch folgt und zudem in etlichen Sprachräumen die Grenze zwischen dem nördlichen (engl. Leeward Islands) und südlichen (engl. Windward Islands) Teil der Inseln über dem Winde unterschiedlich gezogen wird, sorgt die genaue Zuordnung Dominicas zu einer der beiden Inselgruppen für Schwierigkeiten.

Dominica trägt den inoffiziellen Beinamen „the nature island“ (die Naturinsel) wegen ihrer üppigen und verschiedenartigen Tier- und Pflanzenwelt. Einige der höchsten Berge der Kleinen Antillen, über 300 Flüsse und Bäche sowie etliche Seen (z. B. der Boeri Lake) befinden sich auf der Insel. Die Berge sind vulkanischen Ursprungs, der Morne Diablotins ist mit 1.447 m die höchste Erhebung Dominicas und der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen, überragt nur noch vom aktiven Vulkan Soufrière auf der Insel Basse-Terre des französischen Übersee-Départements Guadeloupe. Der Nationalpark Morne Trois Pitons, in welchem viele der Sehenswürdigkeiten Dominicas liegen, wurde 1997 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt.

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005):

  1. Roseau: 16.074 Einwohner
  2. Portsmouth: 3.633 Einwohner
  3. Berekua: 3.195 Einwohner
  4. Marigot: 2.669 Einwohner
  5. Grand Bay: 2.608 Einwohner

Siehe auch: Liste der Städte auf Dominica

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch nordöstliche Winde, mit schweren Regenfällen, die besonders in der Hurrikan-Saison zwischen Mai und November zu Überschwemmungen und Erdrutschen führen können. Im November 1999 hinterließ der Hurrikan Lenny eine Spur der Verwüstung an der Westküste, im August 2007 wütete der Hurrikan Dean auf der Insel und forderte mindestens zwei Todesopfer.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Dominica hat ungefähr 72.000 Einwohner (Schätzung von 2007).[6] Aufgrund der starken Abwanderung (überwiegend in andere karibische Inseln, die USA und Kanada) beträgt die Wachstumsrate lediglich 0,184 %. Etwa 80 % der Bevölkerung sind katholisch[7], 15 % protestantisch (5 % Methodisten, 3 % Pfingstler, 3 % Adventisten, 2 % Baptisten, 2 % Andere). Voodoo und voodooähnliche Religionen sind ebenfalls verbreitet und werden oft parallel zu den christlichen Religionsbekenntnissen ausgeübt.

Die dominicanische Bevölkerung teilt sich in 86,8 % Schwarze, 8,9 % Mulatten, 2,9 Kariben, und 0,8 % Europäer auf.

Neben der Amtssprache Englisch ist Antillen-Kreolisch, von den Einwohnern Patwa (Patois) genannt, als Umgangssprache verbreitet.

In einem Reservat (Carib Territory) im Osten Dominicas leben die letzten rund 500 Indianer vom Stamm der Kariben, die der Karibik ihren Namen gegeben haben. Auch wenn andere Quellen[8] die Anzahl der unvermischten Kariben im Reservat mit nur noch rund 300 beziffern, ist das Carib Territory die größte annähernd homogene Population der Kariben weltweit. Die britische Kolonialregierung richtete 1903 das Karibenreservat ein, ihr Häuptling (chief) ist Garnet Joseph, der im Juli 2009 gewählt wurde.

1901 schrieb H. Heskith Bell, der Verwalter der Insel, an den britischen Premierminister, es habe sich zur Zeit der Entdeckung auf einigen Inseln um eine „milde und schüchterne Rasse“,[9] auf den kleinen Inseln um kriegerische Kariben gehandelt, wie er von französischen Historikern des 17. Jahrhunderts zu wissen glaubte. Durch ihren unbeugsamen – „heldenhaften“ – Widerstand entgingen sie, so Bell, der Sklaverei auf den anderen Inseln. Er berichtet weiter, die Kariben seien als Eroberer vom Festland gekommen, und hätten die „Arrowak“ unterworfen. Die Töchter hätten von nun an die Karibensprache, die Söhne jedoch die Arouak-Sprache gesprochen. Die Einwohnerzahl war aber insgesamt gering, die als „Carbet“ bezeichneten Dörfer bestanden nie aus mehr als 30 Hütten und lagen an der Küste. Nur zur Jagd zogen die Kariben in die Berge. Sie fertigten hochseetüchtige Kanus, mit denen sie auf Fischfang gingen. Dass sie auf Sklavenjagd gingen, kann wohl als gesichert gelten, doch ob die Gerüchte von Menschenfresserei eine wahre Grundlage hatten oder nur dazu dienten, die Spanier abzuschrecken, ist unklar. Dass die Kariben eine besondere Art des Umgangs mit Aussagen über dieses Thema pflegten, zeigt, dass einer von ihnen behauptete, von Christen bekomme er Bauchschmerzen.

Jedenfalls war schon 1547 dies das Argument, mit dem die Versklavung der Kariben vom spanischen König erlaubt wurde. Da sie jedoch als Sklaven wertlos waren – sie starben lieber, als als Sklaven zu leben –, wurden sie sofort und ohne jede Kontaktaufnahme getötet. Um 1600 beherrschten die Kariben nur noch Guadeloupe, Dominica und Martinique. Auch auf Dominica setzten sich Europäer fest, in diesem Fall Franzosen. Einer von ihnen, Du Tertre, gab für 1633 die Zahl der Kariben mit 938 an, die sich auf 32 Dörfer verteilten. Dagegen waren 349 Franzosen auf der Insel, hinzu kamen 23 Mulatten und 338 schwarze Sklaven. 1635 versuchten mehrere Karibenverbände einen Angriff auf Guadeloupe, doch wurden sie abgewehrt, und dieser Angriff wurde zum Anlass genommen, die Kariben auf Guadeloupe auszurotten. Einige entkamen nach Dominica. Da man auf Martinique offenbar genauso vorging, kamen zahlreiche Flüchtlinge nach Dominica, wo mittlerweile der Großteil der Kariben lebte. Ihrer Übermacht mussten wiederum die lokalen Franzosen weichen. 1666 räumten die Franzosen auch Antigua. Im Vertrag von Aachen von 1748, in dem die Besitzverhältnisse auch in dieser Region geregelt wurden, erscheint Dominica als eine neutrale Insel, da sie keiner der Kolonialmächte gehörte. Dennoch entstanden an der Westseite Dominicas französische Siedlungen, und die Kariben konnten die Siedler nicht vertreiben. Briten unterstützten die Kariben gegen die Franzosen, doch sobald sie 1763 selbst Kolonialherren geworden waren, behandelten sie die Indianer selbst wie es zuvor die Franzosen getan hatten. Nur ein winziges Gebiet von weniger als einem Quadratkilometer (232 Acre) sollte ihnen schließlich bleiben. Doch die Kariben verteidigten erfolgreich das Binnenland und zu ihnen stießen entflohene Sklaven. Nur 20 bis 30 Familien existierten 1791 noch, und sie hatten sich in den Nordosten der Insel geflüchtet, in die Dörfer Salybia und Bataca. Zudem sollen sie um diese Zeit den Kannibalismus aufgegeben haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts waren sie so weit assimiliert, dass sie an Sonntagen, wie Bell schrieb, schwarze Röcke und hohe Hüte trugen. Er schätzte die Zahl der vollblütigen Kariben auf 120, dazu kamen rund 280 Mischlinge. Rochefort[10] stellte 1665 ein knappes Glossar zusammen. Um 1900 war ihr Häuptling Auguste Francois, doch nannte man ihn „Ogiste“. Bell schlug vor, das Karibenreservat auf 3700 Acre (15 km²) zu vergrößern.

Im Mai 2008 schlug Chief Charles Williams vor, Ehen zwischen den rund tausend Kalinagos, wie die Kariben in Abgrenzung zu den sonstigen im Reservat Lebenden genannt werden, und Nicht-Kalinagos zu verbieten, doch lehnte die Regierung das Programm zur Rettung der letzten Karibenpopulation ab, weil dies Freiheitsrechte einschränke.[11]

Auf Dominica leben ungewöhnlich viele Zentenare, also Menschen jenseits der hundert Lebensjahre. Momentan sind über 20 amtlich erfasst[12], was einer Quote von einem Zentenar pro 3.450 Einwohner entspricht. Zum Vergleich: in Deutschland ist die Quote ca. 1 zu 12.200 (Stand 2000)[13], also fast 75 % geringer. Legenden ranken sich heute noch um einen der angeblich ältesten Menschen der Welt, die Dominicanerin Mione Elizabeth George Israel oder einfach Ma Pampo, die am 14. Oktober 2003 im sagenhaften Alter von 128 Jahren auf Dominica gestorben ist. Es gibt jedoch bis dato kein Dokument, welches zweifelsfrei ihren Geburtstag (27. Januar 1875) belegen könnte (siehe auch den Artikel Ältester Mensch).

Die Staatsangehörigen Dominicas werden laut StAGN als „Dominicaner“ bzw. „Dominicanerinnen“ bezeichnet, im Unterschied zu den Staatsangehörigen der Dominikanischen Republik, die „Dominikaner“ bzw. „Dominikanerinnen“ lauten.

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 5000 und 3100 v. Chr. lassen sich die ersten menschlichen Spuren nachweisen. Lange dominierte die Annahme, dass zuerst die Ciboney oder Steinleute auf der Insel gelebt hätten, dann seien die friedlichen Arawak erschienen, die von den kriegerischen Kariben ausgerottet worden seien.

Dominica wurde am 3. November 1493 von Kolumbus auf seiner zweiten Reise entdeckt, er ging jedoch nicht an Land. Kolumbus benannte die Insel nach dem Wochentag ihrer Entdeckung, einem Sonntag (spanisch Domingo). Die Bewohner fürchteten sich offenbar vor Leuten, die aus Carib oder Canib kamen, wodurch das Wort Caniba, Kannibalen, ins Spanische und von dort in viele Sprachen vordrang. Die auf dem Festland lebenden Kariben wurden von Ethnologen weiterhin so bezeichnet, die übrigen Gruppen erhielten den Namen Insel-Kariben. Diese nennen sich Kalinago und sie kontrollierten die Inseln zwischen etwa 1400 und 1700. Ihre berüchtigten Raubfahrten sind wohl eher als Frauenraub anzusprechen denn als Kannibalenfahrten. Ihr letztes Rückzugsgebiet war Dominica, nachdem St. Vincent 1796 britisch geworden war und mehrere tausend von ihnen deportiert worden waren.

1627 kam Dominica an den Earl of Carlisle, und England beanspruchte die Insel bis 1748, als es Dominica an Frankreich abtrat. Doch schon 1635 einigte man sich mit Frankreich, das versucht hatte, die Indianer zu missionieren, darauf, die Insel den Bewohnern zu überlassen.

Dominica war wegen des besonders starken Widerstands der Ureinwohner die letzte von Europäern kolonialisierte karibische Insel. Im Jahr 1763 übergaben die Franzosen die Insel an Großbritannien, das sie 1805 zur Kolonie erklärte. Die Verwaltung erfolgte durch das Government of Grenada, doch erhielt Dominica 1768 eine eigene gesetzgebende Versammlung. Nach einem fünfjährigen französischen Intermezzo (1783–88) kam die Insel wieder an Großbritannien. 1784 kam es zur Maroon-Revolte, 1831 erhielten alle Nicht-Weißen volle Bürgerrechte, 1834 wurde die Sklaverei abgeschafft. Hauptexportprodukt war zu dieser Zeit Kaffee, der rund ein Drittel des Ausfuhrwertes ausmachte. 1838 erreichten die Mulatten erstmals eine Mehrheit unter Führung des Zeitungsverlegers George Charles Falconer.

1865 wurde die Insel zur Kronkolonie erhoben, doch erst 1898 wurde dies durch Entsendung des Verwalters Sir Hesketh Bell praktisch umgesetzt. Erst 1938 gab man dem politischen Druck nach, und die Moyne-Kommission hielt Parteiengründungen für angebracht. 1951 schaffte man das Wahlrecht ab, das sich am Vermögen orientierte, und ersetzte es durch ein gleiches Wahlrecht. Es entstanden Parteien und 1957 erhielt die Insel ihren ersten Chief Minister. 1957/58 entstand die Westindische Föderation, die jedoch 1962 aufgelöst wurde. 1967 erhielt die Insel eine begrenzte Selbständigkeit, denn die Verteidigungs- und Außenpolitik blieb bei Großbritannien. Am 3. November 1978 wurde schließlich die Unabhängigkeit von Großbritannien proklamiert, seit dem 8. Dezember 1978 ist Dominica Mitglied der Vereinten Nationen.

Erster Premierminister wurde Patrick John von der sozialdemokratischen DLP. Seine Regierungszeit war geprägt von persönlicher Vorteilsnahme und Korruption, was unter anderem zu blutigen Demonstrationen führte. Ein nationales Komitee (CNS) wählte am 25. Juni 1979 den Wirtschaftsminister Oliver J. Seraphin zum Premier. Im Juni 1980 wurde Mary Eugenia Charles von der Partei DFP zur Nachfolgerin gewählt und blieb als erste Staatschefin in der Karibikregion 15 Jahre im Amt. Patrick John scheiterte 1981 mit dem Versuch, mit Hilfe von Mitgliedern des rechtsradikalen amerikanischen Ku Klux Klan die Regierung von Ministerpräsidentin Eugenia Charles zu stürzen. 1997 wurde der 1975 eingerichtete Nationalpark Morne Trois Pitons, benannt nach dem gleichnamigen Berg, zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt. Einen weiteren Beitrag zum Aufschwung des Tourismus leisten ab 2003 Piratenfilme, wie Fluch der Karibik.

Nach dem plötzlichen Tod des Premierministers Pierre Charles folgte 2004 Roosevelt Skerrit in dieses Amt.

Politik[Bearbeiten]

Dominica ist am 3. November 1978 von Großbritannien unabhängig geworden. Das Land ist eine parlamentarische Republik mit einem Einkammerparlament, dem House of Assembly, mit einer fünfjährigen Legislaturperiode und 30 Mitgliedern. Davon werden 21 gewählt, 5 durch den Regierungschef und 4 durch die Opposition benannt. Wahlberechtigt sind alle Personen ab dem 18. Lebensjahr.

Am 18. Dezember 2009 wurde zuletzt mit folgendem Ergebnis gewählt: Dominica Labour Party (DLP) 18 (gegenüber 12 im Jahr 2005), United Workers Party (UWP) 3 (8), Unabhängige 0 (1), Dominica Freedom Party (DFP) 0 (0).[14]

Das Land ist Mitglied des Commonwealth of Nations, der Karibischen Gemeinschaft (CARICOM), der Organisation Ostkaribischer Staaten (OECS), der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) der Alliance of Small Island States (AOSIS) und des Wirtschaftsbündnisses Bolivarianische Alternative für Amerika (ALBA). Darüber hinaus gehört es zu den Trägern der Universität der Westindischen Inseln.

Siehe auch:

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Saint Mark Saint Luke Saint George Saint David Saint Paul Saint Joseph Saint Peter Saint John Saint Andrew
Parishes in Dominica

Dominica ist in zehn Verwaltungsbezirke (Parishes) eingeteilt. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 12. Mai 2001.

Nr. Parish Hauptort Fläche
km²
Einwohner
insgesamt
Einwohner/
km²
1 Saint Andrew Wesley 179,6 10.240 57
2 Saint David Rosalie 126,8 6.758 53
3 Saint George Roseau 53,5 19.825 371
4 Saint John Portsmouth 58,5 5.327 91
5 Saint Joseph Saint Joseph 120,1 5.765 48
6 Saint Luke Pointe Michel 11,1 1.571 142
7 Saint Mark Soufrière 9,9 1.907 193
8 Saint Patrick Berekua 84,4 8.383 99
9 Saint Paul Pont Cassé 67,4 8.397 125
10 Saint Peter Colihaut 27,7 1.452 52
  Dominica Roseau 739 71.474 97

Quelle: Central Statistical Office of Dominica

Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Straßennetz hat eine Länge von 780 km, davon sind 387 km unbefestigt (Stand 1999). Seehäfen gibt es in Portsmouth und Roseau.

Dominica verfügt über zwei Flughäfen: Melville Hall Airport (IATA-Code DOM) und Canefield Airport (IATA-Code DCF). Beide haben keine internationale Zulassung für große Passagiermaschinen, was als eines der Haupthindernisse für die touristische Entwicklung des Inselstaates angesehen wird. Der Melville Hall Airport wurde in den letzten Jahren mit finanzieller Unterstützung der EU und Venezuelas erweitert und verfügt seit Ende 2010 über eine längere und breitere Runway sowie ein Instrumentenlandesystem, sodass auch nachts und bei schlechter Sicht gelandet werden kann[15].

Im Rahmen des Eco-Tourism Development Programme wurde mit Fördermitteln der Europäischen Union im August 2006 eine Dekompressionskammer zur Notfallversorgung bei Tauchunfällen im Princess Margaret Hospital, Roseau, eingerichtet[16].

Die Grundversorgung mit medizinischen Geräten und Bedarfsmitteln in den Krankenhäusern Dominicas ist nicht immer gewährleistet[17].

Wirtschaft[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Wirtschaft Dominicas ist von der Landwirtschaft, vor allem von Bananen, abhängig und bleibt durch die klimatischen Bedingungen und die Abhängigkeit von internationalen Förderprojekten sehr verwundbar.

Die Hurrikane Marilyn und Luis zerstörten 1995 die Bananenernte fast vollständig, nachdem bereits 1994 tropische Stürme ein Viertel der Ernte zunichtemachten. Die Wirtschaft erholte sich später wieder durch Wachstum in der Baubranche, der Seifenproduktion und durch den Tourismus. Die touristische Entwicklung geht jedoch nur zögerlich vonstatten, hauptsächlich wegen der rauen Küste, des fast vollständigen Fehlens von Sandstränden (mit wenigen Ausnahmen an der Westküste, z. B. bei Salisbury) sowie des Nichtvorhandenseins eines internationalen Verkehrsflughafens. Das wirtschaftliche Wachstum ist träge, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 20 %.

Die Europäische Union ist momentan Dominicas wichtigster Partner in der Förderung der Wirtschaft und des Tourismus. Zwischen 2002 und 2006 versuchte die Regierung mit dem Eco-Tourism Development Programme (ETDP)“, einem Förderprogramm für den Ökotourismus in Zusammenarbeit mit der EU, den schrittweisen Aufbau einer ökologisch geprägten Tourismusbranche[18].

Die Versuche der Regierung, den Tourismus zu fördern, zeigen bisher wenig Erfolg. Die millionenschweren Investitionen, die in den Ausbau des Melville Hall Airport geflossen sind, werden von Kritikern als nutzlos betrachtet, da der Flughafen nach wie vor keine internationale Zulassung hat und nur kleine Maschinen aus den umliegenden Inseln dort landen können[19].

Im Dezember 2007 erhielt Dominica 36 Millionen XCD (ca. 9,1 Millionen Euro) als Fördermittel aus dem Entwicklungshilfeetat der EU[20].

Dominica ist Mitglied im Wirtschaftsbündnis Petrocaribe, wodurch die Insel venezolanisches Erdöl zu Vorzugspreisen erhält und Mitglied im Bündnis ALBA. Dominica will gemeinsam mit Venezuela auf der Insel eine Raffinerie errichten und im Bereich der geothermischen Energiegewinnung sowie der Wasserkraftnutzung zusammenarbeiten.[21]

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 84,4 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 73,9 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 2,8 % des BIP.[22]
Die Staatsverschuldung betrug 2008 136 Mio. US-Dollar oder 37,3 % des BIP.[23]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Kultur[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar Neujahr
2. Januar 2. Januar
Februar/März Karneval Rosenmontag
Februar/März Aschermittwoch
März/April Karfreitag
März/April Ostern Ostermontag
Mai Erster Mai Dieser Feiertag fällt immer auf den ersten Montag im Mai.
Mai Pfingsten Pfingstmontag
1. August Tag der Emanzipation
3. November Unabhängigkeitstag
4. November Tag zum Wohl des Volkes
25. und 26. Dezember Weihnachten 1. und 2. Weihnachtsfeiertag

Berühmte Dominicaner[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nancy H. Owen: Land, Politics, and Ethnicity in a Carib Indian Community, in: Ethnology 14/4 (1975) 385–393
  • Peter Hulme: Remnants of Conquest The Island Caribs and their Visitors, 1877–1998 Oxford University Press, Oxford 2000
  • Lennox Honychurch: The Dominica Story. A History of the Island. Macmillan, London 1995, ISBN 978-0-333-62776-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dominica – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Dominica – geographische und historische Karten
 Wiktionary: Dominica – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Quelle: CIA World Factbook 2008
  2. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  3. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  4. http://www.lennoxhonychurch.com/heritage.cfm?Id=148
  5. http://www.thedominican.net/articles/newsdesk24.htm Meldung vom 18. August 2007
  6. CIA World Factbook: Dominica (englisch)
  7. Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Dominica
  8. Saturine Dodds: Caribs. Hrsg.: BBC, archiviert vom Original am 18. August 2011, abgerufen am 18. August 2011 (englisch).
  9. Eine „mild and timid race“, wie er meinte. Dies und das Folgende nach Report on the Caribs of Dominica, No. 21 Administrator Bell to Mr. Chamberlain.
  10. Histoire Naturelle et Morale des Isles Antilles del'Amerique, Rotterdam 1665
  11. Dominica rejects legislating intermarriage to save Carib Indians, in: Dominica Weekly, 13. Mai 2008
  12. Dominica's Centenarians
  13. ZDWA – Eine Informationsseite des Rostocker Zentrums – Zahlen und Fakten
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDominica’s Opposition Leader Ron Green looses seat in ballot recount. In: The Dominican.net. 19. Dezember 2009, abgerufen am 20. Dezember 2009 (englisch).
  15. Dominica Officially Begins Night Landing at Melville Hall Airport. In: Dominica Central Newspaper. 20. September 2010, archiviert vom Original am 21. Juli 2011, abgerufen am 21. Juli 2011 (englisch).
  16. Dominica Chamber to be Installed. In: International Diving Industry Directory. 7. Juli 2006, archiviert vom Original am 21. Juli 2011, abgerufen am 21. Juli 2011 (englisch).
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatFontaine, Thomas: Princess Margaret Hospital – In Critical Need of Medical Supplies. In: TheDominican.Net. 29. Juli 2002, archiviert vom Original am 21. Juli 2011, abgerufen am 21. Juli 2011 (englisch).
  18. Eco-Tourism Development Projects in Dominica
  19. Douglas Condemns his Government’s Failure to Invest in Tourism says Prevost. In: Dominica Central Newspaper. 15. Juli 2011, archiviert vom Original am 2. August 2011, abgerufen am 2. August 2011 (englisch).
  20. Dominica to receive $36 million in development assistance from the EU
  21. Maxim Graubner: Inselrepublik Dominica tritt Alba bei, amerika21.de, 13. Januar 2008
  22. a b c The World Factbook
  23. index mundi
  24. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4

15.427205708333-61.34765625Koordinaten: 15° 26′ N, 61° 21′ W