Dominikanermangokolibri

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Dominikanermangokolibri
Dominikanermangokolibri ♂

Dominikanermangokolibri ♂

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Tribus: Polytmini
Gattung: Anthracothorax
Art: Dominikanermangokolibri
Wissenschaftlicher Name
Anthracothorax dominicus
(Linnaeus, 1766)

Der Dominikanermangokolibri (Anthracothorax dominicus) oder Dominikanermango ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae), die auf Hispaniola, Puerto Rico, den Jungferninseln und deren unmittelbar angrenzenden Inseln vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominikanermangokolibri ♀

Der Dominikanermangokolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 11 bis 12,5 cm, bei einem Gewicht der Männchen von 7 bis 8,2 g und der Weibchen von 4 bis 7 g. Das Männchen hat einen leicht gebogenen schwarzen Schnabel. Die Oberseite ist funkelnd bronzegrün. Das Kinn und die Kehle sind metallisch grün, der Rest der Unterseite ist samtschwarz. Der Schwanz ist violett mit blauschwarzen Spitzen. Der Schnabel des Weibchens ist ähnlich wie bei den Männchen. Die Oberseite schimmert grün. Hinter dem Auge befindet sich ein kleiner weißer Fleck. Die Unterseite ist grau und hell weiß am Bauch. Jungvögel ähneln im Aussehen den Weibchen haben aber eine samtschwarzen Mittellinie. Sie weisen kein weißen Fleck hinter dem Auge auf.[1]

Verhalten und Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dominikanermangokolibri bezieht seinen Nektar von Blüten der Gattungen der Kordien, Inga, Melocactus, Bauhinien, Prunkwinden, Hibiskus, Korallenbäume, Sabinea etc. p.p. Dazu gehören Insekten, die er im Flug fängt zu seiner Nahrung. Spinnen sammelt er von der Oberfläche von Blättern und Stämmen. Er sucht sein Futter von den niederen mittleren Straten bis in die Baumspitzen in Höhen zwischen vier und zwanzig Meter über dem Boden. Gelegentlich sind sie selbst in zwei Meter Höhe auf Futtersuche. Die Männchen verteidigen Nektar reiche Territorien.[1]

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brutsaison ist von Dezember bis August, eventuell sogar das ganze Jahr. Das Nest ist ein kompakter Kelch, der mit weichen Pflanzenfasern ausgelegt wird und oft mit Flechten und Spinnweben ummantelt ist. Meist wird es in Bäumen, Gestrüpp und auf Kakteen in ein bis zehn Meter über dem Boden gebaut. Bei einer Studie im Südwesten der Dominikanischen Republik fand man 49 Nester in Wüstengestrüpp in einer durchschnittlichen Höhe von 3,1 Meter d. h. in einer Bandbreite zwischen einem und sieben Meter über dem Boden. Ein Gelege besteht aus zwei Eiern. Die Küken sind schwarz mit zwei grauen Streifen am Rücken. Pro Jahr gibt es nur eine Brut.[1]

Lautäußerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dominikanermangokolibri gilt als eher ruhiger Zeitgenosse. Ein Gesang ist bisher nicht beschrieben. Die Laute, die er von sich gibt beinhalten wiederholte kurze tsip- und hohe flüssige zwitzschernde Töne.[1]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Dominikanermangokolibris

Der Dominikanermangokolibri bevorzugt Lichtungen, Gärten, schattige Kaffeeplantagen, Sekundärvegetation und trockene buschige Hänge entlang der Küste in Höhenlagen von Meeresspiegel bis 2600 Meter. Meist ist er jedoch unter 1500 Meter unterwegs oft in gestörten Waldgebieten sowie in Kiefernwäldern über 1100 Meter. Am seltensten trifft man ihn in halbtrockenen Regionen.[1]

Migration[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dominikanermangokolibri gilt als Standvogel.[1]

Unterarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind zwei Unterarten bekannt:[2]

  • Anthracothorax dominicus dominicus (Linnaeus, 1766)[3] kommt auf Hispaniola und den nahen angrenzenden Inseln vor.
  • Anthracothorax dominicus aurulentus (Audebert & Vieillot, 1801)[4] ist in Puerto Rico, den Jungferninseln und den nahen angrenzenden Inseln verbreitet. Bei der Unterart ist bei den Männchen nicht die ganze Unterseite unterhalb der Kehle blauschwarz. Diese Färbung reicht nur bis zur Mitte des Bauchs, wobei die Flanken grün und der mittlere hintere Bereich bis zu Kloake bräunlich grau ist. Die zentralen Steuerfedern sind bronzegrün und nicht schwärzlich blau. Das Weibchen hat am äußeren Schwanzbereich matt bräunlich grau. was in dunklere und weiße Spitzen übergeht. Außerdem ist die Unterart etwas kleiner.[1] Gelegentlich wird die Unterart als eigene Art betrachtet z. B. im Handbook of the Birds of the World.

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung des Dominikanermangokolibris erfolgte 1766 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen Trochilus dominicus. Das Typusexemplar stammte aus Dominica.[3] Bereits 1831 führte Friedrich Boie die Gattung Anthracothorax ein.[5][A 1] Erst später wurde auch der Dominikanermangokolibri der Gattung zugeordnet. Dieser Name leitet sich vom griechischen »anthrax, anthrakos ανθραξ, ανθρακος« für »Kohle, kostbarer Sein« und »thōrax, thōrakos θωραξ, θωρακος« für »Brust« ab.[6] Der Artname bezieht sich auf Dominica.[3] »Aurulentus« ist lateinischen Ursprungs und bedeutet »von goldener Farbe«  und leitet sich von »aurum« für »Gold« ab.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Ludwig Schuchmann, Peter Boesman, Guy Maxwell Kirwan: Hispaniolan Mango (Anthracothorax dominicus). In: Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal, David Andrew Christie, Eduardo de Juana (Hrsg.): Handbook of the Birds of the World Alive. Lynx Edicions, Barcelona (englisch, hbw.com).
  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • Carl von Linné: Systema Naturae per Regna Tria Naturae, Secundum Classes, Ordines, Genera, Species, Cum Characteribus, Differentiis, Synonymis, Locis. 12. Auflage. Band 1. Imprensis Direct Laurentii Salvii, Stockholm 1766 (biodiversitylibrary.org).
  • Jean Baptiste Audebert, Louis Pierre Vieillot: Oiseaux Dorés ou à Reflets Métalliques. Histoire Naturelle et Générale des Colibris, Oiseaux-Mouches, Jacamars et Promerops. Band 1. Desray, Paris (gallica.bnf.fr – 1801-1802).
  • Friedrich Boie: Bemerkungen über Spezies und einige ornithologische Familien und Sippen. In: Isis von Oken. Band 24, 1831, S. 538–548 (biodiversitylibrary.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dominikanermangokolibri (Anthracothorax dominicus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Karl-Ludwig Schuchmann u. a.
  2. IOC World Bird List Hummingbirds
  3. a b c Carl von Linné, S. 191.
  4. Jean Baptiste Audebert u. a. (Edition 1), S. 29–31, Tafel 12 & 13.
  5. Friedrich Boie, S. 545.
  6. James A. Jobling, S. 49.
  7. James A. Jobling, S. 62.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Boie ordnete der Gattung den Jamaikamangokolibri (Anthracothorax mango (Linnaeus, 1758)), den Blaustern-Antillenkolibri (Eulampis holosericeus (Linnaeus, 1758)), Purpurkehlkolibri (Eulampis jugularis (Linnaeus, 1766)) (Syn: Trochilus violaceus), Smaragdkehl-Mangokolibri (Anthracothorax viridigula (Boddaert, 1783)) (Syn: Trochilus gramineus) der Gattung zu.