Dominique Gisin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dominique Gisin Ski Alpin
Dominique Gisin (Altenmarkt-Zauchensee 2011)
Nation SchweizSchweiz Schweiz
Geburtstag 4. Juni 1985 (33 Jahre)
Geburtsort Engelberg, Schweiz
Größe 172 cm
Gewicht 70 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G,
Riesenslalom, Kombination
Verein SC Engelberg
Status zurückgetreten
Karriereende März 2015
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
0Gold0 Sotschi 2014 Abfahrt
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 2. Dezember 2005
 Weltcupsiege 3
 Gesamtweltcup 11. (2013/14)
 Abfahrtsweltcup 4. (2008/09)
 Super-G-Weltcup 6. (2010/11)
 Riesenslalomweltcup 10. (2012/13)
 Slalomweltcup 54. (2012/13)
 Kombinationsweltcup 6. (2014/15)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 2 1 2
 Super-G 1 0 1
 

Dominique Gisin (* 4. Juni 1985 in Engelberg) ist eine ehemalige Schweizer Skirennfahrerin. Sie war auf die Disziplinen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom spezialisiert. Ihr grösster Erfolg war der Gewinn der Goldmedaille in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisin fuhr im Januar 2001 erstmals FIS-Rennen. Während fast drei Jahren konnte sie jedoch aufgrund mehrerer schwerer Knieverletzungen kein Rennen bestreiten und konzentrierte sich auf ihre Ausbildung. Bis 2005 war sie Schülerin der Sportmittelschule an ihrem Wohnort Engelberg und begann anschliessend ein Physik-Studium an der Universität Basel (zwischenzeitlich unterbrochen). Sie bestand auch die Aufnahmeprüfung zur Ausbildung als Kampfflugzeug-Pilotin der Schweizer Luftwaffe; wegen der Verletzungen gilt sie jedoch als dienstuntauglich.[1]

Ab Dezember 2003 konnte Gisin wieder Rennen fahren. Erste Achtungserfolge erzielte sie im Februar 2005 mit dem vierten Platz im Abfahrtslauf der Juniorenweltmeisterschaft in Bardonecchia und dem Gewinn der Schweizer Abfahrts-Juniorenmeisterschaft im April 2005. Bei ihrem Debüt im Weltcup in Lake Louise fuhr sie am 2. Dezember 2005 im ersten Abfahrtstraining überraschend Bestzeit. Das Rennen selbst wurde von ihrer schweren Verletzung überschattet. Nach der zweiten Zwischenzeit riss sie sich bei der Einfahrt in die technisch anspruchsvollste Stelle der Strecke im rechten Knie das Innenband. Die Verletzung zog eine viermonatige Wettkampfpause nach sich.

Über FIS-Rennen und den Europacup kämpfte Gisin sich wieder in den Schweizer Weltcupkader zurück. Am 19. Dezember 2006 fuhr sie in Val-d’Isère bei der vierten Weltcupabfahrt ihrer Karriere überraschend auf den neunten Platz. Diese Leistung bestätigte sie einen Tag später an gleicher Stelle mit derselben Platzierung. Am 13. Januar 2007 erreichte sie mit dem zweiten Platz in der Abfahrt von Altenmarkt-Zauchensee ihre erste Podestplatzierung. Bei der Weltmeisterschaftsabfahrt in Åre am 11. Februar 2007 belegte sie den fünften Platz.

Am 28. Februar 2007 verletzte sich Dominique Gisin erneut. Beim ersten Trainingslauf für die Abfahrt in Tarvisio zog sie sich nach einem Sturz einen Kreuzband- und einen Innenbandriss am linken Knie sowie einen Innenband-Anriss am rechten Knie zu. Es folgte die insgesamt siebte Knieoperation. Gisin fand wieder den Anschluss an die Weltspitze, Spitzenergebnisse blieben aber in der Saison 2007/08 mit Ausnahme eines neunten Platzes aus. Am 18. Januar 2009 gewann sie – zeitgleich mit Anja Pärson – ihr erstes Weltcuprennen, die Abfahrt in Altenmarkt-Zauchensee. Sechs Tage später bestätigte sie diesen Erfolg mit dem Abfahrtssieg in Cortina d’Ampezzo. Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isère schied sie in der Abfahrt aus.

Im Januar 2010 erlitt Gisin in der Abfahrt von Haus im Ennstal einen Riss im Innenmeniskus. Nach einer Arthroskopie musste sie drei Wochen pausieren. In der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen 2010 stürzte Gisin im Zielhang schwer und zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu. Am 7. März 2010 gewann sie in Crans-Montana ihren ersten Super-G im Rahmen des Weltcups. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen wurde sie Vierte in der Super-Kombination und Achte in der Abfahrt. Im Super-G schied sie aus. Im Weltcup waren in der Saison 2010/11 zwei dritte Plätze ihre besten Resultate.

Am 22. Oktober 2011 nahm Gisin in Sölden erstmals an einem Weltcup-Riesenslalom teil und fuhr dabei auf den elften Platz. Anschliessend erreichte sie in Abfahrt und Super-G mehrere Top-10-Platzierungen, darunter ein dritter Platz in der ersten Abfahrt von Lake Louise. Am 13. Januar 2012 erlitt sie im Abfahrtstraining in Cortina d’Ampezzo Meniskus- und Knorpelverletzungen im linken Knie. Sie nahm am nächsten Tag noch an der Abfahrt teil, musste danach aber die Saison 2011/12 vorzeitig beenden.[2] Am 27. Oktober 2012 verbesserte sie ebenfalls in Sölden ihre Riesenslalom-Bestleistung auf den 4. Platz und am 27. Januar 2013 punktete sie als 30. in Maribor erstmals in einem Slalom. Während der Abfahrt der Weltmeisterschaft 2013 stürzte Gisin und brach sich dabei den rechten Mittelhandknochen.[3] Trotz dieser Verletzung konnte sie die Saison nach einer kurzen Pause fortsetzen.

Während der Weltcupsaison 2013/14 klassierte sich Gisin zwar regelmässig in den besten zehn (in drei verschiedenen Disziplinen), kam jedoch nicht über einen sechsten Platz hinaus. Etwas überraschend gewann sie bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi die Goldmedaille in der Abfahrt, zeitgleich mit der Slowenin Tina Maze. Im Dezember 2014 wurde sie als Schweizer Sportlerin des Jahres ausgezeichnet. Am 19. März 2015 gab Gisin bei einer Pressekonferenz anlässlich des Weltcup-Finales in Méribel ihren Rücktritt bekannt.[4] Eine Woche später wurde sie bei den letzten Rennen ihrer Karriere zweimal Schweizer Meisterin.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisin ist ledig und wohnt in Engelberg. Ihr jüngerer Bruder Marc und ihre jüngere Schwester Michelle sind ebenfalls Skirennfahrer.[5] Seit Beginn der Saison 2017/18 ist Gisin beim Schweizer Fernsehen als Co-Kommentatorin tätig.[6][7]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominique Gisin (Mitte) bei der Siegerehrung in Sotschi

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sotschi 2014: 1. Abfahrt, 5. Super-Kombination, 10. Riesenslalom

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 7 Podestplätze, davon 3 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
18. Januar 2009 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Abfahrt *
24. Januar 2009 Cortina d’Ampezzo Italien Abfahrt
7. März 2010 Crans-Montana Schweiz Super-G

* zeitgleich mit Anja Pärson

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination City Event
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2006/07 34. 219 10. 210 38. 9
2007/08 47. 125 26. 96 44. 6 25. 23
2008/09 21. 335 4. 291 44. 13 19. 31
2009/10 24. 271 14. 117 12. 140 28. 14
2010/11 17. 434 9. 180 6. 177 11. 62 9. 15
2011/12 25. 297 12. 160 22. 84 31. 53
2012/13 15. 435 19. 127 15. 99 10. 190 54. 1 24. 18
2013/14 11. 523 9. 234 12. 122 15. 149 14. 18
2014/15 16. 396 16. 149 14. 117 19. 90 6. 40

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dominique Gisin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Das schönste Gefühl war, in Sotschi befreit den Berg hinunter zu fahren». Aargauer Zeitung, 24. Februar 2014, abgerufen am 25. Februar 2014.
  2. Saisonende für Dominique Gisin wegen Knieverletzung. Aargauer Zeitung, 17. Januar 2012, abgerufen am 18. Januar 2012.
  3. Dominique Gisin: Mittelhandknochen gebrochen, Riesenslalom fraglich. skionline.ch, 10. Februar 2013, abgerufen am 17. März 2013.
  4. Der emotionale Abschied zweier Olympiasieger Tages-Anzeiger, 19. März 2015, abgerufen am 19. März 2015.
  5. Drei Geschwister, eine Leidenschaft: Das Geheimnis der Gisins. Neue Zürcher Zeitung, 28. Dezember 2012, abgerufen am 29. Dezember 2012.
  6. SRF steigt mit zwei Quartetten in den olympischen Winter. skionline.ch, 17. April 2017, abgerufen am 3. Mai 2017.
  7. «Ich will das fixen, was ich bei Michelle kaputt gemacht habe». Blick, 20. Februar 2018, abgerufen am 20. Februar 2018.