Domschatzkammer Köln

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eingangsbereich der Domschatzkammer mit goldener Stele

Die Domschatzkammer Köln des Metropolitankapitels der Hohen Domkirche gehört zum Kölner Dom. Sie befindet sich an der Nordseite des Domes und in ihr sind weite Teile des Kölner Domschatzes ausgestellt. Dort wird christliche Kunst vom 4. bis zum 20. Jahrhundert gezeigt. Die Domschatzkammer wurde am 21. Oktober 2000 eingeweiht und damals heftig kritisiert. Denn viele empfanden den von dunklen Bronzeplatten umhüllte Kubus, der den Eingangsbereich zur Domschatzkammer repräsentiert, als Fremdkörper vor der gotischen Nordfassade des Domes.

Die Domschatzkammer liegt unterirdisch in mittelalterlichen Gewölberäumen. Sie hat sechs Räume auf drei Etagen. Sie führt bis auf die römische Stadtmauer und einen römischen Abwasserkanal hinab. In ihr werden Utensilien der katholischen Liturgie sowie Reliquienbehälter und Kreuze gezeigt. Einige dieser Gegenstände werden gelegentlich in der Liturgie auch noch genutzt, so beispielsweise die Prunkmonstranz, die in der Fronleichnams-Prozession mitgeführt wird, ein großes Smaragdkreuz, das an Allerheiligen verwendet wird, und der barocke Schrein des Heiligen Engelberts, der an seinem Gedenktag, dem 7. November, hervorgeholt wird. Die Domschatzkammer wird seit 2014 von der promovierten Kunsthistorikerin Leonie Becks geleitet.

Besondere Ausstellungsstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apokalyptisches Lamm auf dem Buch mit sieben Siegeln, Johann Heinrich Rohr, um 1775

Zu den besonderen Ausstellungsstücken gehört der Petrusstab. Er ist ein schlichter Holzstab mit einem Elfenbeinknauf aus dem 4. Jahrhundert und einer Metallmanschette aus dem 8. Jahrhundert. Einzigartig ist auch ein Chormantel aus dem Jahre 1742, der im Paramentenraum aufbewahrt wird. Er ist Bestandteil eines Ensembles von Gewändern, welche Kurfürst Clemens August von Bayern in Frankreich in Auftrag gab, um sie zur Krönung seines Bruders Karl Albrecht zu tragen. Das Ensemble heißt Capella Clementina und zu ihm gehören, neben dem Chormantel, zwei Diakonsgewänder und fünf Mitren aus Goldstickereien. Die Gewänder wurden zuletzt 2000 im Schloss Augustusburg in Brühl gezeigt. Weitere Gegenstände werden in der untersten Etage gezeigt. Sie stammen aus zwei Gräbern der Merowinger-Zeit, die unter dem Dom entdeckt und 1959 ausgraben wurden.

Ein Beispiel des deutschen Kunsthandwerks ist das Apokalyptische Lamm, eine Arbeit des Kölner Goldschmieds Johann Heinrich Rohr.

Sonderausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Verborgene Schätze. Meisterwerke gotischer Goldschmiedekunst aus Köln (3. Dezember 2010 bis 3. April 2011, zum zehnjährigen Jubiläum der Neupräsentation)
  • 2013/14: Fantastische Bildwelten in Gold und Email. Zur Restaurierung eines romanischen Reliquienschreines (1. November 2013 bis 31. März 2014)
  • 2014/15: CASPAR MELCHIOR BALTHASAR. 850 Jahre Verehrung der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom (19. Juli 2014 bis 25. Januar 2015) (und in der Hubertuskapelle)
  • 2015/2016: Der Kölner Dom und die Preußen.
  • 2017: Ewald Mataré und der Kölner Dom.

Domschatzdiebstähle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Einbrecher brachen in der Nacht zum 2. November 1975 in den Dom ein. Sie drangen mit Strickleitern und Bergsteigerausrüstung durch einen Lüftungsschacht in die alte Domschatzkammer im nördlichen Querhaus ein. Die Domschatzkammer galt damals als optimal gesichert. Die Einbrecher stahlen wertvolle Monstranzen und Kreuze,[1] und konnten mit Hilfe der Kölner Unterwelt und des Privatdetektivs Werner Mauss gefasst und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt werden. Die Einbrecher hatten jedoch bereits einen Teil ihrer Beute, wie die goldene Monstranz von 1657, eingeschmolzen.

Unbekannte Diebe stahlen 1996 aus der Domschatzkammer das wertvolle Vortragekreuz, das traditionell beim Einzug der Kölner Metropoliten (Erzbischöfe) in den Dom vorangetragen wird. Das Kreuz konnte auf Bitten des damaligen Dompropstes Bernard Henrichs von Heinrich Schäfer durch seine Kontakte in die Halbwelt zurückgeholt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel Krummstab hoch in DER SPIEGEL, Ausgabe von 1975.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Domschatzkammer Köln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 56′ 30″ N, 6° 57′ 31″ O