Domschule Würzburg

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Domschule Würzburg (Burkardushaus)

Katholische Akademie Domschule Würzburg (kurz: Domschule Würzburg) nennt sich eine am 27. September 1950 gegründete Bildungseinrichtung der Katholischen Kirche, die vom Bistum Würzburg getragen wird und die in Deutschland die einzige Möglichkeit eines kirchlich anerkannten Fernstudiums der Katholischen Theologie bzw. Religionspädagogik bietet. Der Sitz der Domschule Würzburg und anderer katholischer Organisationen ist das unter Julius Döpfner in Zusammenarbeit mit dem Regierungsbaumeister Gustav Heinzmann[1] entstandene Burkardushaus, das direkt an den Würzburger Dom angebaut ist.

Die vor dem Burkardushaus Am Bruderhof 1 aufgestellte Statue des heiligen Kilian wurde 1717 von Balthasar Esterbauer geschaffen und befand sich ursprünglich am Giebel des nicht mehr vorhandenen Bruderhofportals.[2]

Aufgabe und Zweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Domschule Würzburg, nicht zu verwechseln mit einer bereits im Mittelalter bedeutenden, vom Domkapitel am Würzburger Dom betriebenen Würzburger Domschule[3] mit Kathedralbibliothek,[4] ist eine Bildungseinrichtung des Bistums Würzburg und stellt eine flächendeckende Erwachsenenbildung in den Pfarreien des Bistums sicher. Ferner trägt sie im Rahmen ihrer Familienbildungsarbeit eine besondere Verantwortung für die Ehevorbereitungsseminare in der Diözese Würzburg mit besonderen Angeboten für Paare, die heiraten wollen („Ehevorbereitungskurs“). Daneben gibt sie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz für den gesamten deutschsprachigen Raum theologische Fernkurse, die der Glaubensvertiefung dienen und zu kirchlich anerkannten beruflichen Qualifikationen führen können: Theologie im Fernkurs.

Theologie im Fernkurs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theologie im Fernkurs ist der überdiözesane Arbeitsbereich der Domschule Würzburg. Dieser bietet seit 1970 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz theologische Fernkurse an und bringt entsprechende Lehrmaterialien zum Selbststudium heraus, die ständig weiterentwickelt werden. Die Kurse sind von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln zugelassen.

Grundsätzlich handelt es sich zwar um Fernkurse, sie werden aber durch Präsenzveranstaltungen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands ergänzt.

Theologie im Fernkurs ist Mitglied im Forum DistancElearning, dem bundesweiten Dachverband für Fernlernen und Lernmedien. Von den Teilnehmendenzahlen her gehört Theologie im Fernkurs zu den zehn größten Fernunterrichtsanbietern in Deutschland.

Kursangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Basiswissen Theologie
  • Grundkurs Theologie
  • Aufbaukurs Theologie
  • Religionspädagogischer Kurs
  • Pastoraltheologischer Kurs
  • Studiengang Theologische Grundlagen (Grundkurs Theologie, Aufbaukurs Theologie)
  • Studiengang Religionspädagogik (Grundkurs Theologie, Aufbaukurs Theologie, Religionspädagogischer Kurs)
  • Studiengang Pastoraltheologie (Grundkurs Theologie, Aufbaukurs Theologie, Pastoraltheologischer Kurs)
  • Gesamtstudiengang Religionspädagogik und Pastoraltheologie (Grundkurs Theologie, Aufbaukurs Theologie, Religionspädagogischer Kurs, Pastoraltheologischer Kurs)
  • Theologische Propädeutikum für das Studium des Kanonischen Rechts
  • Fernstudium Katholische Religionslehre für staatliche Lehrer/-innen an Grund-, Mittel- und Förderschulen in Bayern
  • Liturgie im Fernkurs

Durch die Kurse und Studiengänge wird die Fähigkeit zur ehrenamtlichen Übernahme von Mitverantwortung in der katholischen Kirche vermittelt, etwa in der Erwachsenenbildung, in der Katechese, in der Jugendarbeit, in der Diakonie. Außerdem kann man sich zur neben- oder hauptberuflichen Tätigkeit in einem kirchlichen Beruf (Ständiger Diakon, Religionslehrer bzw. Religionslehrerin i K., Gemeindereferent bzw. Gemeindereferentin) qualifizieren.

Seit 2008 ist der Abschluss der beiden Kurse (Grundkurs Theologie und Aufbaukurs Theologie) für das Klaus-Mörsdorf-Studium der Kanonistik (KMSK) an der Universität München als Theologisches Propädeutikum (erster Zyklus des Kanonistik-Studiums) anerkannt, so dass Absolventen von Theologie im Fernkurs sofort mit dem sechs Semester dauernden zweiten Zyklus des Kanonistikstudiums beginnen können.[5]

Träger und Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtlich getragen wird die Domschule Würzburg vom Verein „Katholische Akademie Domschule Würzburg e.V.“ mit Sitz in Würzburg. Erster Vorsitzender ist derzeit Ulrich Konrad, zweiter Vorsitzender Adolf Bauer.

Geleitet wird die Domschule von Akademiedirektor Rainer Dvorak, dessen Stellvertreter, Thomas Franz, ist Leiter von Theologie im Fernkurs, Geschäftsführer ist derzeit Christoph Jaugstetter.

Fernkurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung von Theologie im Fernkurs (1970) nahmen zahlreiche Teilnehmer aus Deutschland am Fernkurs der Theologischen Kurse Wien (gegründet 1940) teil. In der Schweiz bietet das Theologische-pastorale Bildungsinstitut (TBI) eine Theologische Grundbildung (bis 2016 theologiekurse.ch) ein entsprechendes theologisches Fernstudium an, das seit 1954 existiert. Die theologischen Fernkurse, die in Wien, Zürich und Würzburg angeboten werden, bieten eine in Umfang und Zielsetzung vergleichbare Einführung in die katholische Theologie. Der Abschluss des Kurses in Wien oder Zürich wird deshalb von Theologie im Fernkurs für den Grundkurs Theologie und den Aufbaukurs Theologie anerkannt.

Daneben bietet in Österreich das Institut St. Justinus in Zusammenarbeit mit der Hochschule Heiligenkreuz einen viersemestrigen Lehrgang zur Ausbildung von Katechisten als Fernkurs an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Wittstadt: Kirche und Staat im 20. Jahrhundert. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 453–478 und 1304 f., hier: S. 463–469: Im Zeichen des Wiederaufbaus – die Zeit Julius Döpfner als Bischof von Würzburg (1948–1957). S. 466.
  2. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 644.
  3. Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. 2004, S. 584.
  4. Gundolf Keil: „blutken – bloedekijn“. Anmerkungen zur Ätiologie der Hyposphagma-Genese im ‚Pommersfelder schlesischen Augenbüchlein‘ (1. Drittel des 15. Jahrhunderts). Mit einer Übersicht über die augenheilkundlichen Texte des deutschen Mittelalters. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013, S. 7–175, hier: S. 19 und 33.
  5. Vgl. Meldung vom 10. Dezember 2007: Kanonistik-Studium mit ThiF-Abschluss. (Memento vom 19. Juli 2012 im Internet Archive)