Donald Sutherland

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Donald Sutherland auf dem Monte-Carlo Television Festival 2013

Donald McNicol Sutherland, OC, (* 17. Juli 1935 in Saint John, New Brunswick) ist ein kanadischer Theater- und Filmschauspieler. Seit den 1970er Jahren war er in mehreren Filmklassikern in profilierten Rollen zu sehen. 2018 wurde ihm der Ehrenoscar zuerkannt.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donald Sutherland, aus einer Familie schottischer Herkunft stammend und Sohn des Arbeiters Frederick McLea Sutherland, verbrachte seine Kindheit größtenteils in der Kleinstadt Hampton (New Brunswick) und im Teenageralter in Nova Scotia. Sutherland arbeitete schon während seiner Schulzeit bei einem kanadischen Radiosender als Discjockey. Sein schauspielerisches Talent konnte er erstmals im Alter von fünfzehn Jahren unter Beweis stellen, als er im Hörspiel A Christmas Carol nach Charles Dickens die Rolle des Scrooge sprach. Nebenbei war er zu dieser Zeit auch als Stand-up-Comedian tätig.

Später studierte er an der Universität von Toronto und trat dort der Schauspielgruppe bei. Durch seinen Auftritt in Shakespeares Der Sturm wurde der Theaterkritiker Herbert Whitaker auf ihn aufmerksam und schlug ihm vor, professioneller Schauspieler zu werden. Sutherland befolgte den Rat und ging nach London, um an der Royal Academy of Dramatic Art zu studieren. Sein Debüt gab er Anfang der 1960er Jahre im Stück August for the People an der Seite von Rex Harrison.

Auf einer Theatertournee durch Großbritannien 1964 entdeckte ihn der Produzent Paul Maslansky und nahm ihn für den Independent-Horrorfilm Das Schloss der lebenden Toten unter Vertrag. Weitere Filmrollen folgten, auch in den Fernsehserien Simon Templar und Mit Schirm, Charme und Melone hatte er gelegentliche Auftritte. Dies nutzte Sutherland wenig später, um eine Rolle in dem Kriegsfilmklassiker Das dreckige Dutzend zu bekommen. Hierfür zeigte er den Produzenten als Referenz die von Roger Moore inszenierte Folge Simon Templar auf der Flucht der Serie Simon Templar. Nach dem Film Das dreckige Dutzend gelang Sutherland 1970 mit Robert Altmans MASH der endgültige Durchbruch.

Zu dieser Zeit engagierte sich Sutherland zusammen mit Jane Fonda vehement gegen den Vietnamkrieg. Bemerkenswertes Zeugnis ist ihr gemeinsamer Film F.T.A. – steht für Free The Army (gemeint ist aber Fuck The Army) –, der ihre Agitationstournee zu Standorten der US Army in der ganzen Welt dokumentiert.

Donald Sutherland (1981)

Es folgten Rollen in Wenn die Gondeln Trauer tragen, Der Tag der Heuschrecke, Kentucky Fried Movie, Ich glaub’, mich tritt ein Pferd, dem Horrorklassiker Die Körperfresser kommen, Die Nadel und JFK – Tatort Dallas. Sutherland gilt als einer der wandlungsfähigsten Schauspieler Hollywoods. 1985 trat er im Videoclip zur Single „Cloudbusting“ (Auskopplung aus dem Album Hounds of Love) der britischen Sängerin Kate Bush in der Rolle des Wilhelm Reich auf, der die „Cloudbuster“ zur Wettermanipulation erfand. Seit den 1990er Jahren ist er auch häufig in profilierten Nebenrollen zu sehen, wie beispielsweise 1995 in Outbreak – Lautlose Killer an der Seite von Dustin Hoffman und Morgan Freeman. Für seine Rolle in dem 1995 gedrehte Film Citizen X erhielt er den Emmy Award in der Kategorie Outstanding Actor in a Supporting Role in a Miniseries or a Movie. Anschließend folgten bedeutende Nebenrollen in Filmen wie Die Jury, Instinkt, Space Cowboys, Unterwegs nach Cold Mountain oder Die Tribute von Panem – The Hunger Games und dessen Fortsetzungen.

Seine Leidenschaft für das Theater hat er trotz seiner Kinoerfolge nie aufgegeben. In jüngerer Vergangenheit stand er für Enigmatic Variations im Londoner Savoy Theatre auf der Bühne.

Deutsche Synchronstimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sutherland ist für die deutschen Filmfassungen im Laufe der Jahre von mehr als einem Dutzend Sprechern synchronisiert worden.[1] Am häufigsten liehen Hartmut Reck und Rolf Schult Sutherland ihre Stimme, zum Beispiel in Space Cowboys, Enthüllung und Outbreak – Lautlose Killer. In späteren Jahren sprach ihn vermehrt der Schauspieler und Synchronsprecher Jochen Striebeck (z. B. in der Fernsehserie Crossing Lines). Jürgen Kluckert war seit 2012 in Die Tribute von Panem Sutherlands Standardstimme.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donald Sutherland war in erster Ehe mit Lois Hardwick verheiratet. Aus seiner zweiten Ehe mit Shirley Douglas, einer Tochter von Tommy Douglas, entstammen zwei Kinder, der international erfolgreiche Schauspieler Kiefer Sutherland und dessen Zwillingsschwester Rachel. Seit den 1970er Jahren ist Donald Sutherland in seiner dritten Ehe mit der Schauspielerin Francine Racette verheiratet. Dieser Ehe entstammen drei Kinder, darunter die Schauspieler Rossif Sutherland und Angus Redford Sutherland.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963: Terry-Thomas says How do you do?
  • 1964: Europäisches Theater: Hamlet (Hamlet at Elsinore)
  • 1965: Songs of the American Civil War
  • 1966: A Farewell to Arms, Miniserie (2 Episoden)
  • 1968: The Sunshine Patriot
  • 1977: Bethune
  • 1983: The Winter of Our Discontent
  • 1991: Sehnsucht ohne Grenzen (Long Road Home)
  • 1992: Am Abgrund (Quicksand: No Escape)
  • 1994: Experiment des Grauens (The Lifeforce Experiment)
  • 1995: Citizen X
  • 1997: Hate – Haß, auch: Der Feind in meinem Haus (Natural Enemy)
  • 1999: Vaterliebe hält ewig (Behind the Mask)
  • 1999: Hunley – Tauchfahrt in den Tod (The Hunley)
  • 2001: The Big Heist
  • 2002: Uprising – Der Aufstand (Uprising)
  • 2002: Path to War – Entscheidung im Weißen Haus (Path to War)
  • 2004: Salem’s Lot – Brennen muss Salem (Salem’s Lot) (Miniserie)
  • 2004: Die Kreatur – Gehasst und gejagt (Frankenstein) (Miniserie)
  • 2005: Human Trafficking – Menschenhandel (Human Trafficking, Miniserie)
  • 2009: The Eastmans
  • 2010: Die Säulen der Erde (The Pillars of the Earth, Miniserie)
  • 2011: Moby Dick (Miniserie)
  • 2011: My Life as an Experiment
  • 2012: Living Loaded (Kurzfilm)
  • 2012: Die Schatzinsel (Treasure Island) (Miniserie)
  • 2020: The Undoing (Miniserie)

Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1962: Studio 4 (Folge 1x03)
  • 1962: Man of the World (Folge 1x10)
  • 1963: Suspense (Fernsehserie, Folge 2x05)
  • 1963: The Odd Man (Folge 4x5)
  • 1963: The Sentimental Agent (Folge 1x09)
  • 1965: The Sullavan Brothers (Folge 2x01)
  • 1963–1965: ITV Play of the Week (Folgen 8x48, 9x23 und 10x43)
  • 1966: BBC Play of the Month (Folge 1x6)
  • 1966: Court Martial (Folge 1x10)
  • 1966: Theatre 625 (Folgen 3x16 und 3x34)
  • 1966: Gideon’s Way (Folge 1x21)
  • 1965–1966: Simon Templar (The Saint, Folgen 3x23 und 5x14)
  • 1967: Mit Schirm, Charme und Melone (The Avengers, Folge 5x12)
  • 1967–1968: Der Mann mit dem Koffer (Man in a Suitcase, Folgen 1x2 und 1x24)
  • 1969: The Champions (Folge 1x16)
  • 1969: The Name of the Game (Folge 1x20)
  • 2005–2006: Welcome, Mrs. President (Commander in Chief, 19 Folgen)
  • 2007–2009: Dirty Sexy Money (23 Folgen)
  • 2013–2015: Crossing Lines (34 Folgen)
  • 2016: Ice (6 Folgen)
  • 2018: Trust (6 Folgen)
  • 2022: Swimming with Sharks (6 Folgen)

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 1978 wurde Sutherland zum Officer of the Order of Canada ernannt.[2] Im November 2019 wurde er mit der höchsten Ordensklasse des Order of Canada als Companions of the Order of Canada geehrt.[3] Im Januar 2011 wurde Sutherland mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Film geehrt. Am 6. Juni 2012 wurde ihm im Rahmen des Champs Elysees Film Festival in Paris zudem die „Medal of Commander of Arts and Letters“ verliehen.[4] 2016 wurde er in die Wettbewerbsjury der 69. Internationalen Filmfestspiele von Cannes berufen. 2018 erhielt er den Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Donald Sutherland – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Donald Sutherland. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 1. November 2010.
  2. www.gg.ca (Abgerufen am 13. Februar 2016)
  3. www.gg.ca (Abgerufen am 18. Januar 2020)
  4. Inaugural Champs Elysees Festival Sets Lineup; Donald Sutherland to be Honored. In: Young Artist Award. Abgerufen am 26. April 2012 (englisch).
  5. HOLLWOOD WALK OF FAME. Abgerufen am 1. April 2023 (englisch).
  6. THE ACADEMY TO HONOR CHARLES BURNETT, OWEN ROIZMAN, DONALD SUTHERLAND AND AGNÈS VARDA WITH OSCARS AT 2017 GOVERNORS AWARDS | Oscars.org | Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Zugegriffen 7. September 2017.
  7. Zurich Film Festival: Kinolegende Donald Sutherland erhält Lifetime Achievement Award. Artikel vom 6. September 2018, abgerufen am 6. September 2018.