Donald Trump

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Donald Trump (2011) Donald Trump Signature.svg

Donald John Trump (* 14. Juni 1946 in New York City) ist ein US-amerikanischer Unternehmer. Er ist ein Tycoon im Immobilienbereich. Bekannt wurde er durch sein extrovertiertes Verhalten in den Medien und durch die nach ihm benannten Hochhäuser seines Unternehmens. Durch die Fernsehsendung The Apprentice erhöhte sich seine Popularität weiter und er gehört heute zu den bekanntesten Geschäftsleuten in den USA. Im Juni 2015 kündigte er an, sich für die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 in der Vorwahl der Republikaner zu bewerben.

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten]

Donald Trump wurde als drittes von fünf Kindern des Immobilienunternehmers Frederick Christ Trump Jr. und dessen Frau Mary MacLeod Trump geboren. Die Mutter war Einwanderin, geboren in Tong, einem Dorf auf der schottischen Isle of Lewis westlich der Insel Großbritannien.[1] Väterlicherseits waren Großvater Friedrich Drumpf (1869–1918) und Großmutter Elisabeth Christ (1880–1966) deutsche Einwanderer aus Kallstadt in der Pfalz.[2]

Nach der High School studierte Trump Wirtschaftswissenschaften 1964 bis 1966 an der Fordham University in New York und 1966 bis 1968 an der prestigeträchtigen Wharton School in Philadelphia, wo er seinen Bachelor-Abschluss machte.

Aufstieg als Geschäftsmann[Bearbeiten]

Unternehmens- und Wohnsitz Trump Tower in New York

Trumps Vater wurde mit dem Bau von Mietskasernen[3] in den New Yorker Stadtteilen Brooklyn, Queens und Staten Island zum Multimillionär. Trump arbeitete im Unternehmen des Vaters und übernahm es 1974. Er konzentrierte seine Geschäfte fortan auf Manhattan und hatte dabei das Glück, dass die Stadt aufgrund der schlechten Wirtschaftslage Investoren große Steuernachlässe anbot. Für die Übernahme eines Hotels (heute: Grand Hyatt Hotel New York) erhielt er einen Steuernachlass über 40 Jahre. 1984/85 war er Eigentümer des (nicht mehr bestehenden) American Football-Teams New Jersey Generals in der 1982 von Trump mitgegründeten United States Football League.

Trump hat Bauprojekte in vielen Städten der USA, aber auch in anderen Ländern realisiert. Allein in New York City ließ er neben dem Hauptsitz seines Unternehmens, dem Trump Tower, den Trump World Tower errichten und das Trump Building umbauen; einen Trump International Hotel and Tower gibt es in Chicago, Las Vegas, New York und Toronto. Trump plant weitere Gebäude in Philadelphia, Las Vegas und auch in Kanada und Dubai, hat aber Planungen für Stuttgart, Berlin und Frankfurt am Main fallengelassen bzw. aufgeschoben.

Neben den Einnahmen aus dem Betrieb von Geschäftshäusern setzte er auf Spielbanken. Er betreibt Casinos unter anderem in Atlantic City, New Jersey und Florida, die mit Freizeitzentren verbunden sind. Ab dem Ende der 1980er Jahre geriet das Unternehmen zunehmend in Schwierigkeiten,[4] und Trump musste daraufhin unter anderem die Hälfte des Casinos Taj Mahal und des Plaza Hotels verkaufen, 1992 zudem die Fluggesellschaft Trump Shuttle. Trump betreibt zudem 18 Golfplätze, unter anderem in Puerto Rico, Dubai, Irland und Schottland.[5]

Mehrmals in der Unternehmensgeschichte wurde Gläubigerschutz nach Kapitel 11 US-Handelsgesetz angewendet.

Medienkarriere[Bearbeiten]

The Apprentice[Bearbeiten]

Trump mit dem Celebrity Apprentice-Bewerber Dennis Rodman (2009)

Von November 2003 bis April 2004 lief in den USA die erste Staffel der Fernsehsendung The Apprentice (Der Auszubildende), in der Trump einen Mitarbeiter für sein Firmenkonglomerat suchte. Der Sieger erhielt einen Ein-Jahres-Vertrag für den von Trump so bezeichneten dream job of a life time mit einem Gehalt von 250.000 US-Dollar. In jeder Folge wurde einer der zu Beginn 16 Kandidaten gefeuert, nachdem diese in verschiedensten Gruppenaufgaben ihre kaufmännischen Führungstalente beweisen mussten. Der Ausdruck You’re fired (deutsch Du bist gefeuert) wurde durch die Serie in den USA zu einer geflügelten Phrase. Der erste Gewinner, Bill Rancic, entschied sich für die Projektleitung beim Bau eines neuen Trump Towers in Chicago. Die Sendung wurde durchschnittlich von 26 Millionen Zuschauern in den USA gesehen und entwickelte sich so für den ausstrahlenden Sender NBC unerwartet zum Quotenerfolg. Die medial intensiv begleitete Sendung brachte einen enormen Popularitätsgewinn für Trump; im März 2004 wählten ihn in einer Umfrage die US-Bürgern zum meistgeliebten Milliardär.

Die zweite Staffel lief von Oktober 2004 bis Januar 2005 mit guten, aber gesunkenen Einschaltquoten; von Ende Januar bis Mai 2005 lief die dritte Staffel. Eine vierte Staffel war wegen Trumps hoher Gagenforderung zunächst fraglich, lief aber im September 2005 an. Die siebte Staffel (Celebrity Apprentice) wurde 2008 ausgestrahlt, die 14. lief Anfang 2015.[6]

Miss-Universe-Organisation[Bearbeiten]

Trump betreibt die Miss-Universe-Organisation gemeinsam mit dem Sendernetzwerk NBC.[7] Sie veranstaltet jährlich die Miss Universe-, Miss USA- und Miss Teen USA-Wettbewerbe.[8] Als Trump einer der Miss-USA-Bewerberinnen, Tara Conner, ihrer Ansicht nach zu viel durchgehen ließ, kritisierte die Talkshow-Moderatorin Rosie O’Donnell Trump Anfang 2007. Daraufhin begann Trump einen Medienstreit; er beschimpfte sie als „fette Sau“, „Verliererin“ und „degeneriert“. Der Streit zog sich über Jahre hin und wird inzwischen als Lehrbuchfall der Medienethik behandelt.[9]

World Wrestling Entertainment[Bearbeiten]

Im März 2007 trat er im Rahmen einer sogenannten Battle of the billionaires Storyline regelmäßig bei World Wrestling Entertainment RAW auf, um gegen den WWE-Besitzer Vince McMahon zu fehden. Der Höhepunkt dieses Handlungsstranges war ein Match bei Wrestlemania 23, zu dem beide Milliardäre einen repräsentativen Wrestler ausgewählt hatten. Trumps Schützling Bobby Lashley siegte gegen McMahons Schützling Umaga. Bei Trumps Einzug in die Ford-Footballarena ließ er Hundertdollarscheine herabregnen. McMahon bedankte sich für die Zusammenarbeit mit einem Scheck für eine gemeinnützige Organisation Trumps.

Im Juni 2009 war Trump erneut in eine WWE-Storyline involviert, der zufolge er die Show RAW übernommen hatte; deshalb wurde die Sendung werbefrei ausgestrahlt und die Besucher der Show erhielten ihr Eintrittsgeld zurück. Trump griff laut Storyline in weitere Handlungsstränge ein und veranlasste den Wechsel mehrerer Wrestler zwischen den WWE-Shows RAW, SmackDown und ECW. Da einige Aktionäre diese Entwicklung als faktual ansahen und der Aktienkurs der WWE dadurch fiel,[10] wurde Trumps Engagement durch den „Rückkauf“ Vince McMahons beendet und die Storyline offengelegt.[11]

Trump wurde 2013 in die WWE Hall of Fame aufgenommen.[12]

Trumps Stern in Hollywood

Weiteres[Bearbeiten]

1994 wirkte Donald Trump im Kinderfilm Die kleinen Superstrolche mit. In der Komödie Wer ist Mr. Cutty? hatte er einen kurzen Cameoauftritt.

Seit Juni 2004 verfügt Donald Trump über eine tägliche Radiosendung, die sich Trumped nennt. Im Januar 2007 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.[13]

Politik[Bearbeiten]

Trump bei einer Rede für die Conservative Political Action Conference (2015)

Donald Trump hat sich als Anhänger der Republikaner immer wieder in politische Debatten eingeschaltet und insbesondere vor der Präsidentschaftswahl 2012 öffentlich mit dem Gedanken gespielt, sich als Kandidat aufstellen zu lassen. Am 16. Juni 2015 kündigte er im Trump Tower in New York an, sich in der Primary der Republikaner als Kandidat für die US-Präsidentschaftswahl im November 2016 zu bewerben, womit er der zwölfte republikanische Kandidat in einem bereits großen und bisher favoritenlosen Bewerberfeld wird.[14] Trump versprach in seiner Rede zum Einstieg in den Wahlkampf, es – anders als die bisherige US-Politik – mit den weltweiten Wirtschaftsgroßmächten aufzunehmen, die Zuwanderung wirksam zu begrenzen und als erfolgreicher Geschäftsmann außerhalb der Washingtoner Machtzirkel zu agieren. Er fügte hinzu, er werde „der großartigste Arbeitsplatz-Präsident“ sein, „den Gott je erschaffen hat“.[15]

Privates[Bearbeiten]

Trump und seine dritte Ehefrau Melania

1977 heiratete er Ivana Trump. Aus der Ehe gingen die Söhne Donald Jr. (* 1977) und Eric (* 1984) sowie die Tochter Ivanka (* 1981) hervor. 1992 erfolgte die Scheidung. 1993 bis 1999 war Trump mit Marla Maples verheiratet, mit der er die Tochter Tiffany (* 1993) hat. Seit 2005 ist Trump mit Melania Knauss verheiratet; 2006 wurde ihr gemeinsamer Sohn Barron William geboren.

Trump ist Mitglied der calvinistischen Reformed Church in America.

Vermögen[Bearbeiten]

Trump ist nach eigenen Angaben Multi-Milliardär mit einem Vermögen von mehr als 8 Milliarden Dollar, was er bei seiner Ankündigung als Präsidentschaftskandidat 2016 bekannt gab.[16][17] Das Magazin Forbes gibt sein Vermögen (Stand: Juni 2015) mit 4,1 Milliarden US-Dollar an.[18]

Im November 2005 erschien ein Buch des New-York-Times-Autors Timothy O’Brien (The Art of Being The Donald), das unter anderem die These aufstellte, Trump sei nicht Milliardär, sondern lediglich Multi-Millionär. O’Brien schätzte sein Vermögen auf 150–250 Millionen.[19] Trump bestritt dies und reichte Klage ein[20] – er verlor diese jedoch. Stattdessen kam durch den Gerichtsprozess heraus, dass die Deutsche Bank ihn ebenfalls nicht als Milliardär einschätze (Vermögen von 788 Millionen Dollar), was Trump ebenso zurückwies.[17]

Bücher[Bearbeiten]

  • Gib niemals auf! Wie ich meine größten Herausforderungen in meine größten Triumphe verwandelte, mit Meredith McIver, übersetzt von Isabel Lamberty-Klaas, Redline, München 2008, ISBN 3-636-01596-6.
  • So werden Sie erfolgreich: Strategien für den Weg nach oben Redline, München 2008, ISBN 3-636-01597-4.
  • Nicht kleckern, klotzen! Börsenmedien, Kulmbach 2008, ISBN 3-938350-73-3.
  • Wie man reich wird, mit Meredith McIver, übersetzt von Horst Fugger, FinanzBuch, München 2004, ISBN 3-89879-080-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Donald Trump – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scottish Genealogy, Scottish Ancestry – Donald Trump auf Scottishroots.com.
  2. Gwenda Blair: Donald Trump: Master Apprentice. Simon & Schuster, New York 2005, ISBN 0-7432-7510-1, S. 5 f.; How the Trumps struck Klondike gold: Donald’s grandfather gave birth to family’s glittering empire with seedy restaurant catering to loose-moralled men and women seeking their fortune. In: Daily Mail, 8. September 2012; Wussten Sie, dass … In: Metropolregion Rhein-Neckar, 29. August 2014.
  3. Fred C. Trump, Postwar Master Builder of Housing for Middle Class, Dies at 93, The New York Times. 26. Juni 1999. 
  4. Janice Castro: [content.time.com/time/magazine/article/0,9171,972889,00.html Trump Trips Up.] In: time.com. 6. Mai 1991, abgerufen am 17. Juni 2015 (englisch).
  5. Brentley Romine: PGA Tour: Donald Trump announces he will run for president in 2016. In: Golfweek.com, 16. Juni 2015.
  6. Tyler McCarthy: Celebrity Apprentice 2015 Spoilers. In: International Business Times, 16. Februar 2015.
  7. Megan Gibson: Miss Universe’s Progressive Move: Why We Shouldn’t Celebrate Just Yet. In: Time, 12. April 2012.
  8. Corporate Info bei MissUniverse.com.
  9. Marianne M. Jennings: Business Ethics: Case Studies and Selected Readings (= South-Western Legal Studies in Business.). 6. Auflage. South Western Cengage Learning, Mason OH 2009, ISBN 978-0-324-65774-6, S. 108 f.
  10. WWE Interactive Stock Chart. In: finance.yahoo.com. Abgerufen am 17. Juni 2015.
  11. USA Network Admits Trump Buying RAW Is Just A Storyline – wrestlinginc.com – 18. Juni 2009
  12. Donald Trump announced for WWE Hall of Fame. In: wwe.com. 25. Februar 2013, abgerufen am 17. Juni 2015 (englisch).
  13. Nele Husmann: Donald Trump ist jetzt offiziell ein Star, Die Welt, 21. Januar 2007.
  14. Reid J. Epstein, Heather Haddon: Donald Trump Enters 2016 Presidential Race. Reality-TV personality and real-estate developer is 12th candidate to join Republican race. In: The Wall Street Journal, 16. Juni 2015.
  15. Adam B. Lerner: Donald Trump: I’m running for president. In a free-ranging speech, Trump takes on China, his own wealth, and declares ‘I will be the greatest jobs president God ever created’. In: Politico.com, 16. Juni 2015.
  16. Marc Pitzke: Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur: Ich, ich, ich. In: Spiegel Online. 16. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  17. a b Rachel Hartman (Yahoo News): Trump confirms he’d use wealth for presidential race, but how much does he have?. In: Yahoo News, 15. Februar 2011. Archiviert vom Original am 19. April 2011. 
  18. Donald Trump. In: forbes.com. 17. Juni 2015, abgerufen am 17. Juni 2015 (englisch).
  19. Anette Dowideit: System Trump, Die Welt, 5. November 2005.
  20. Greg Levine: Trump Sues Over Bio Book, Forbes, 24. Januar 2006.