Donkosaken

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Volksgruppe der Donkosaken. Für die Männerchöre, die diese Bezeichnung in ihrem Namen tragen, siehe Donkosakenchor.
Donkosaken in der russischen Armee, 1867
Das Gebiet des Donkosakenheeres im Russischen Kaiserreich, 1833

Die Donkosaken (auch: Don-Kosaken) sind eine der zahlenmäßig größten Untergruppen der Kosaken. Um 1920 umfassten die Kosaken des Don ungefähr eine Million Menschen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Donkosaken bildeten sich ab dem 15. Jahrhundert als Wehrbauern gegen die Tataren. Sie lebten am Don und seinen Nebenflüssen Medwediza, Chopjor, Siwerskyj Donez und Scherebez. Das Land war bei ihnen Gemeinschaftsbesitz (Allmende). Die Donkosaken waren an der russischen Kolonisation Sibiriens ab dem 16. Jahrhundert beteiligt. Der höchste militärische Rang bei den Donkosaken ist der eines Atamans.

1641 eroberten die Donkosaken vorübergehend die osmanische Festung Asow am Unterlauf des Don. In den Jahren 1670 bis 1671 haben sich die Donkosaken haben unter Ataman Stenka Rasin zu einem großen Aufstand gegen den Zaren erhoben, der ihrer Ansicht nach ihre Freiheitsrechte beschnitten hatte. Der Aufstand wurde schließlich niedergeschlagen. Am Ende des 17. Jahrhunderts beteiligten sich die Donkosaken auf russischer Seite an den Krim- und den Asowfeldzügen. Im 18. Jahrhundert spielten sie eine bedeutende Rolle in den siegreichen russischen Kriegen gegen das Osmanische Reich.

Um 1800 stellten sie 70.000 Kämpfer der russischen Armee in den Koalitionskriegen gegen Napoleon. Unter General Matwei Platow errangen sie mehrere bedeutende Siege gegen die Franzosen und ihre Verbündeten.

Der Widerstand der Donkosaken gegen die bolschewistische Machtübernahme 1917 (Oktoberrevolution) führte zu erbitterten Kämpfen während des Russischen Bürgerkriegs. Nach der Niederlage der mehrheitlich auf der Seite der Weißen Armee kämpfenden Kosaken kam es zu Repressionen seitens der Bolschewiki. Die Politik der Entkosakisierung, Massenerschießungen, Deportation, Emigration sowie die mit der Kollektivierung einhergehenden Hungersnöte haben dem Donkosakentum in der frühen Sowjetzeit einen schweren Schlag versetzt.

Heute umfasst das Große Don-Heer nach einigen Angaben 156.000 Kosaken. Als russische Freiwillige waren sie sowohl im Kaukasus-Konflikt 2008[2][3][4], als auch im Krieg in der Ostukraine verwickelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman Der stille Don vom Literaturnobelpreisträger Michail Scholochow gilt es ein epochales Werk über die Donkosaken in der Zeit des Russischen Bürgerkriegs.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde. ISBN 3-499-22338-4
  2. RIA Novosti vom 5. August 2008: Russischer Kosaken-Ataman dementiert Meldungen über Spaltung im Kosaken-Heer
  3. RIA Novosti vom 16. August 2006: Kosaken von Abchasien und Russland schließen Freundschaftsvertrag
  4. RIA Novosti vom 2. August 2006: Russische Kosaken bereit zum Schutz der Bürger Russlands in Abchasien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. L. Genis: Raskazačivanie w Sovetskoj Rossii (Die Dekosakisierung in Sowjetrussland). In: Woprosy Istorii (Fragen der Geschichte) 1994/1.
  • Dimitri Wolkogonow: Lenin. Utopie und Terror. Econ 1996, ISBN 3-430-19828-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Donkosaken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien