Donna Leon (Fernsehreihe)

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Seriendaten
OriginaltitelDonna Leon
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Jahr(e)2000–2019
Produktions-
unternehmen
Trebitsch Produktion International
teamWorx Television & Film
UFA Fiction
Länge90 Minuten
Episoden26
GenreKrimi
TitelmusikAndré Rieu, Herbst in Venedig / Autumn in Venice (ab Folge 3)
IdeeDonna Leon
Erstausstrahlung12. Oktober 2000 auf Das Erste
Besetzung

Hauptdarsteller:

Nebendarsteller:

  • Signora Amelia Brunetti † (Guidos Mutter): Christel Peters † (Folgen 7–14)
  • Conte Orazio Falier (Paolas Vater): Peter Fitz † (bis Folge 18)
  • Contessa Donatella Falier (Paolas Mutter): Carola Regnier † (nur Folge 11)

Donna Leon ist eine deutsche Kriminalfilmreihe der ARD, die von 2000 bis 2019 durch die Filmeinkaufsorganisation Degeto Film produziert wurde. Die Filme der Fernsehreihe basieren lose auf den Commissario-Brunetti-Romanen der US-amerikanischen Schriftstellerin Donna Leon, die von 1981 an über 30 Jahre lang in Venedig lebte. In den ersten vier Episoden verkörperte Joachim Król die Rolle des im Mittelpunkt der Reihe stehenden Commissario Guido Brunetti, die von der fünften Folge an Uwe Kockisch übernahm.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fernsehreihe wurde an Schauplätzen in Venedig zumeist mit deutschsprachigen Schauspielern gedreht. Als Komparsen sowie für Kleinstrollen kamen unter anderem auch italienische Darsteller zum Einsatz, deren Dialogzeilen gegebenenfalls synchronisiert wurden.

Zwischen der Romanvorlage und den Filmen gab es einige Unterschiede: Die Drehbuchautoren fügten neue Personen und Nebenhandlungen hinzu, auch wurde die Auflösung der Fälle teilweise verändert. Die Reihenfolge der Filme entsprach bei den ersten 13 Verfilmungen nicht der Erscheinungsreihenfolge der jeweiligen Kriminalromane.

Der erste Fall, Vendetta, wurde im Oktober 2000 erstausgestrahlt. In den ersten beiden Folgen führte Christian von Castelberg Regie, später Sigi Rothemund. Für die markante Eingangsmusik der Reihe wurde von der dritten Folge an das Musikstück Das Alte Schloss von André Rieu verwendet.[2] Der Komponist der (restlichen) Filmmusik war von 2004 an Stefan Schulzki.

Im November 2019 wurde angekündigt, dass die Serie Ende des Jahres eingestellt wird.[3] Die letzte Folge wurde am 25. Dezember 2019 im Ersten gezeigt. Aus ihrer Handlung ging nicht hervor, dass die Serie endet.

Anders als die TV-Serie wird Donna Leons Buchreihe bis auf Weiteres fortgesetzt.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Titel Erstsendung Romanvorlage
01 Donna Leon – Vendetta 12. Okt. 2000 04. Fall · 1995
02 Donna Leon – Venezianische Scharade 16. Okt. 2000 03. Fall · 1994
03 Donna Leon – In Sachen Signora Brunetti 10. Okt. 2002 08. Fall · 1999
04 Donna Leon – Nobiltà 17. Okt. 2002 07. Fall · 1998
05 Donna Leon – Venezianisches Finale 23. Okt. 2003 01. Fall · 1992
06 Donna Leon – Feine Freunde 31. Okt. 2003 09. Fall · 2000
07 Donna Leon – Sanft entschlafen 28. Okt. 2004 06. Fall · 1997
08 Donna Leon – Acqua Alta 11. Nov. 2004 05. Fall · 1996
09 Donna Leon – Beweise, dass es böse ist 13. Okt. 2005 13. Fall · 2004
10 Donna Leon – Verschwiegene Kanäle 10. Nov. 2005 12. Fall · 2003
11 Donna Leon – Endstation Venedig 19. Okt. 2006 02. Fall · 1993
12 Donna Leon – Das Gesetz der Lagune 02. Nov. 2006 10. Fall · 2001
13 Donna Leon – Die dunkle Stunde der Serenissima 15. Mai 2008 11. Fall · 2002
14 Donna Leon – Blutige Steine 22. Mai 2008 14. Fall · 2005
15 Donna Leon – Wie durch ein dunkles Glas 22. Okt. 2009 15. Fall · 2006
16 Donna Leon – Lasset die Kinder zu mir kommen 07. Okt. 2010 16. Fall · 2007
17 Donna Leon – Das Mädchen seiner Träume 28. Apr. 2011 17. Fall · 2008
18 Donna Leon – Schöner Schein 14. Apr. 2012 18. Fall · 2009
19 Donna Leon – Auf Treu und Glauben 11. Mai 2013 19. Fall · 2010
20 Donna Leon – Reiches Erbe 01. Mai 2014 20. Fall · 2011
21 Donna Leon – Tierische Profite 23. Apr. 2015 21. Fall · 2012
22 Donna Leon – Das goldene Ei 31. Mär. 2016 22. Fall · 2013
23 Donna Leon – Tod zwischen den Zeilen 13. Apr. 2017 23. Fall · 2014
24 Donna Leon – Endlich mein 29. Mär. 2018 24. Fall · 2015
25 Donna Leon – Ewige Jugend 18. Apr. 2019 25. Fall · 2016
26 Donna Leon – Stille Wasser 25. Dez. 2019 26. Fall · 2017

Drehorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenaufnahmen in Venedig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außenszenen vor dem Dienstsitz der „Questura“ wurden in Venedig auf dem Campo della Confraternità zwischen der Kirche San Francesco della Vigna und dem Rio di San Francesco gefilmt (45° 26′ 17″ N, 12° 20′ 51″ O). Die Außenfront des an diesem Platz liegenden Palazzo della Nunziatura Apostolica stellt die Fassade der Questura dar.

Der Freisitz, eine Dachterrasse der Wohnung der Brunettis, auf der sie in den Filmen oft sitzen, befindet sich an einem Haus im inneren Winkel des Zusammenflusses von Rio de San Polo und Rio de le Erbe, unmittelbar vor dem Canal Grande. (45° 26′ 10,5″ N, 12° 19′ 47,3″ O)[4] Häufig ist bei den Außenaufnahmen die große Terrasse des gegenüberliegenden Palazzo Barbarigo della Terrazza zu sehen, in dem u. a. das Deutsche Studienzentrum Venedig untergebracht ist.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tilmann P. Gangloff bilanzierte im April 2019 für die Frankfurter Rundschau in einer Kritik der 25. Folge der Reihe (Ewige Jugend), dass Donna Leon „ein schönes Beispiel für Kontinuität“ sei. „Weniger wohlwollend ließe sich konstatieren: Fernsehen von gestern; ein großer Teil des Stammpublikums hat aber offenbar gar nichts dagegen, wenn Filme und Serien einen gewissen nostalgischen Effekt auslösen.“ Die Autoren müssten – wie auch bei anderen Degeto-„Auslandskrimis“ – „stets bedenken, dass die Stadtansichten nicht zu kurz kommen“. Viele der Verfilmungen von Leons Commissario-Brunetti-Romanen seien indessen „durchaus sehenswert, spannend und von einer reizvollen Ästhetik“. – „Weil Venedig auch für Schauspieler eine Reise wert ist“, zeichneten sich viele Folgen zudem durch eine namhafte Besetzung aus.[5]

Ursula Scheer bezeichnete die Reihe in einem aus Anlass der letzten Folge (Stille Wasser) für die Frankfurter Allgemeine Zeitung verfassten Beitrag als „handwerklich einwandfreie Realitätsflucht-Muse der leichten Art“. Die Brunetti-Krimis hätten dem auf die Pater Brown-Verfilmungen zurückgehenden deutschen TV-Phänomen des „Auslandsermittlers mit teutonischem Akzent“ entscheidend den Weg geebnet. Das liege an der „Verliebtheit der Deutschen in das Land, wo die Zitronen blühen“ sowie am „geheimen Traumbild vom sonnenbeschienen Deutschen als besserem Italiener“. Solche „schrägen Sehnsüchte“ habe Donna Leon „zuverlässig und – da stets gut gesetzt – so stilvoll es eben geht“ bedient, „ohne im klebrigen Unterhaltungssumpf wie ihre ältere Schwester Rosamunde Pilcher beim Zweiten zu versinken“.[6]

Vermarktung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Folgen 1 bis 16 und die Folgen 1 bis 20 sind als DVD-Box erhältlich, und alle Folgen 1 bis 26 sind auch einzeln auf DVD zu bekommen. Zusätzlich erschienen die Folgen 1 bis 26 auch als Hörbücher auf CD.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elisabeth Hoffmann, Karl-L. Heinrich: Hinter den Kulissen von Commissario Brunetti mit separatem Stadtplan (Beschreibung und Markierung von ca. 200 Drehorten der Verfilmungen). Harms-Verlag, ISBN 978-3-86026-201-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der Fernsehfolge 9, Donna Leon – Beweise, dass es böse ist (2005), erhält Patta anlässlich eines von ihm erwarteten Ehrendoktors neue Visitenkarten. Brunetti bekommt von Elettra eine davon zur Ansicht. Auf der Karte steht: Dottore Giuseppe Patta.
  2. Nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls schon von André Rieu aufgeführten zweiten Satz (Das alte Schloss) aus Mussorgskis Bilder einer Ausstellung.
  3. ARD-Reihe endet im Dezember. 14. November 2019, abgerufen am 14. November 2019.
  4. Elisabeth Hoffmann, Karl-L. Heinrich: Hinter den Kulissen von Commissario Brunetti, Harms-Verlag, ISBN 978-3-86026-201-6, S. 21
  5. Tilmann P. Gangloff: ARD, „Donna Leon: Ewige Jugend“ – Adel verpflichtet. In: fr.de. Frankfurter Rundschau, 18. April 2019, abgerufen am 9. Februar 2020.
  6. Ursula Scheer: Donna Leon: Stille Wasser – Addio, commissario! In: faz.net. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Dezember 2019, abgerufen am 14. Februar 2020.