Donner & Reuschel

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  Donner & Reuschel Aktiengesellschaft
Donner & Reuschel Logo
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Hamburg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 200 303 00[1]
BIC CHDB DEHH XXX[1]
Gründung 1798
Website www.donner-reuschel.de
Geschäftsdaten 2016[2]
Bilanzsumme 3.828,4 Mio. Euro
Einlagen 3.105,3 Mio. Euro
Kundenkredite 1.903,7 Mio. Euro
Mitarbeiter 597
Geschäftsstellen 6
Leitung
Vorstand Marcus Vitt (Sprecher)
Uwe Krebs
Aufsichtsrat Martin Berger (Vorsitzender)

Die Donner & Reuschel Aktiengesellschaft ist ein deutsches Kreditinstitut in Form einer Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Hamburg. Das Bankhaus gehört zur Signal Iduna Gruppe. Die Hauptgeschäftsfelder der Bank sind Private Banking mit vermögenden Privatpersonen, Unternehmer und Immobilien und Finanzdienstleistungen für institutionelle Kunden.

Die Bank beschäftigt insgesamt 599 Mitarbeiter in den Zentralen in Hamburg und München, weiteren Filialen in München (zwei weitere Standorte), Hamburg-Harburg und Kiel sowie bei der Tochtergesellschaft Donner & Reuschel Luxemburg S.A. im luxemburgischen Munsbach. In Leipzig betreibt die BRC Vermögensbetreuung GmbH auf Grundlage eines Kooperationsvertrages eine Repräsentanz der Bank.[3] Die Bank wurde 2009 und 2010 als Hamburgs bester Arbeitgeber ausgezeichnet.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Firmengründer Conrad Hinrich Donner (1774–1854)
Logo der früheren Conrad Hinrich Donner Bank AG (bis Februar 2010)
Logo der früheren Reuschel & Co. KG (bis Oktober 2010)

Die heutige Donner & Reuschel Aktiengesellschaft wurde 1798 von dem Hamburger Kaufmann und Reeder Conrad Hinrich Donner als Handelshaus „Hamburger Banco“ im damals noch vom dänischen König (in Personalunion als Herzog von Holstein) verwalteten Altona gegründet. Das Handelshaus widmete sich vornehmlich dem Speditionsgeschäft und der Reederei, aber auch dem Kommissionshandel mit Einfuhrgütern. Neben der Gründung von weiteren Firmen wurde Conrad Hinrich Donner als Vollbankier durch die Auflegung von Staatsanleihen für Dänemark bekannt.

Seit 1871 hat die Bank ihren Sitz in Hamburg, wo sie sich bis zum Ersten Weltkrieg zu einer der größten deutschen Banken entwickelte. Der Enkel des Gründers, Conrad Hinrich III. Donner, war Mitgründer der Commerzbank AG, der Hongkong & Shanghai Banking Corporation und der Hamburger Electricitäts-Werke AG. Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges exportierte Conrad Hinrich Donner Waren. Der Schwerpunkt war das Südamerikageschäft, insbesondere Argentinien und Chile. Vor dem Krieg war Conrad Hinrich Donner zudem der größte Kaffeeimporteur aus Costa Rica. Nach dem Krieg erhielt die Conrad Hinrich Donner Bank von der englischen Besatzung den Status einer akkreditierten Auslandsbank. Der Warenhandel wurde fast eingestellt, die Überseebeteiligungen und ausländischen Vermögenswerte gingen durch den Krieg verloren. 1983 wurde die Vereins- und Westbank, die seit 1975 eine Beteiligung an der Bank gehalten hat, einzige Anteilseignerin.

1990 übernahm der Versicherungskonzern Iduna Nova die Bank. 1994 wurde sie von einer Kommanditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1999 in die Signal-Iduna-Gruppe eingegliedert. 2003 wurde der erste bankhauseigene Fonds aufgelegt.

2009 erwarb die Conrad Hinrich Donner Bank die Münchner Privatbank Reuschel & Co., die im Rahmen der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank von Letzterer aufgrund von EU-Auflagen zur Gewährung von Staatshilfen verkauft werden musste.[5] Zum 1. März 2010 firmierte die Conrad Hinrich Donner Bank Aktiengesellschaft in Donner & Reuschel Aktiengesellschaft um.[6] Die endgültige Eingliederung der Reuschel & Co. Kommanditgesellschaft war Anfang Oktober 2010 vollzogen.[7]

Bis Ende 2017 gibt die Bank das standardisierte Geschäft (Girokonten, einfache Geldanlagen und Kredite) auf und empfiehlt gekündigten Kunden einen Wechsel zur Commerzbank.[8][9]

Heute verwaltet Donner & Reuschel ein Vermögen von rund 12 Mrd. Euro.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Donner & Reuschel AG ist dem genossenschaftlichen Rechenzentrum der Fiducia & GAD IT angeschlossen und nutzt als Kernbankensystem deren Software bank21.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kristina Dörge: "200 Jahre Conrad Hinrich Donner Bank", Hamburg, 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2016 im Bundesanzeiger, Recherche unter http://www.bundesanzeiger.de/
  3. http://www.brcv.de/Geschichte.php
  4. http://www.roos-consult.com/xba/hba/pdf/hba_abendblatt.pdf
  5. http://www.reuschel.com/popups/pressemitteilung/conrad-hinrich-donner-bank-erwirbt-reuschel-co-von-der-commerzbank (Memento vom 26. November 2009 im Internet Archive)
  6. http://www.donner-reuschel.de/Content_Internet/05_Aktuell/02_Presse/pi_Umfirmierung.pdf (PDF)
  7. http://www.donner-reuschel.de/downloads/pi_integration_abgeschlossen.pdf
  8. https://www.private-banking-magazin.de/commerzbank-als-alternative-donner--reuschel-gibt-retail-online-banking-auf-1
  9. https://www.donner-reuschel.commerzbank.de
  10. Pressemitteilung der GAD eG vom 16. November 2010, abgerufen am 23. Januar 2014

Koordinaten: 53° 33′ 10″ N, 9° 59′ 47″ O