Donnersbach

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Donnersbach (Ehemalige Gemeinde)
Ortschaft
Donnersbach (Österreich)
Red pog.svg
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Liezen (LI), Steiermark
Gerichtsbezirk Liezen
Koordinaten 47° 27′ 52″ N, 14° 7′ 43″ OKoordinaten: 47° 27′ 52″ N, 14° 7′ 43″ Of1
Höhe 713 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 1040 (1. Jänner 2015)
Gebäudestand 366 (2001f1)
Fläche 63,27 km²
Postleitzahl 8953 Donnersbach
Vorwahl +43/3683 (Donnersbach)
Statistische Kennzeichnung
Gemeindekennziffer 61257
Ortschaftskennziffer 15758 bis 15764, 17356
Zählsprengel/ -bezirk Donnersbach (61257 003)
Bild
Lage der ehemaligen Gemeinde im Bezirk Liezen
Eigenständige Gemeinde bis Ende 2014;

KG: 67303 Donnersbach, 67305 Erlsberg
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Vorlage:Infobox Gemeindeteil in Österreich/Wartung/Ehemalige Gemeinde

Donnersbach ist eine ehemalige Gemeinde mit 1040 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2015)[1] im österreichischen Bundesland Steiermark im Bezirk Liezen und Gerichtsbezirk Liezen. Seit 2015 ist sie Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit den Gemeinden Irdning und Donnersbachwald zusammengeschlossen, die neue Gemeinde führt den Namen „Irdning-Donnersbachtal“.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donnersbach, in einem südlichen Seitental der Enns gelegen, ist Teil der Niederen Tauern.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasste folgende acht Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2018[3]):

  • Donnersbach (289)
  • Erlsberg (336)
  • Fuchsberg (28)
  • Furrach (49)
  • Ilgenberg (124)
  • Planneralm (10)
  • Ritzenberg (41)
  • Winklern (148)

Die Gemeinde bestand aus den beiden Katastralgemeinden Donnersbach und Erlsberg.

Ehemalige Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden waren: Aigen im Ennstal, Oppenberg, Donnersbachwald, Öblarn, Niederöblarn und Irdning.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlung des Donnersbachtales erfolgte bereits durch die Römer (Donnersbacher Römerstein). Über die Herkunft des Ortsnamens gibt Rudolf Wernbacher eine mögliche Erklärung:
„… Wuotanesouwa, Donaresouwa, Donnersbachau. Eine dem alten Germanengotte »Wotan, Donar« geheiligte Au“.

1344 wurde alles Gut, Lehen, Gericht, Vogtei, und Wald von Hartneid von Kchranichberg, an den Fürsten Herzog Albrecht II.[4] in Österreich verkauft. Herzog Albrecht II. interessierte sich auf einmal für Donnersbach und ließ alles aufkaufen, was dort zu haben war. 1346 übergab Albrecht alles Erworbene dem Kloster Gaming in Niederösterreich. So entstand die Herrschaft Donnersbach, die einen Wehrbau besaß, der später zum Schloss Donnersbach ausgebaut wurde. Dieser Wehrbau wurde der Mittelpunkt der Verwaltung und des Gerichtes. Bis ins 13. Jahrhundert bildete das Ennstal einen einheitlichen Gerichtsbezirk – der Sitz war in Wolkenstein. 1346 wurde durch den Freibrief von Herzog Albrechts Donnersbach von Wolkenstein abgetrennt. Für das Landesgericht Donnersbach stand der Galgen in der Poscha auf der linken Bachseite. 1530 wurde die Herrschaft Donnersbach an Achatz Schrott, Edler und Ritter zu Kindberg verkauft, um die Steuer aufzubringen. Im Jahre 1764 kaufte Graf Maria Corbinian von Saurau die schwer verschuldete Herrschaft. 1770 gehörten zur Herrschaft Donnersbach 599 männliche und 614 weibliche Seelen. 1783 kaufte schließlich Karl Graf von Stainach das Territorium. 1799 wurde die gesamte Herrschaft an die Innerberger Hauptgewerkschaft veräußert.

Vom 17. bis 19. Jahrhundert wurde in Donnersbach Bergbau, vor allem auf Gold, Silber, Zink, Blei, betrieben. 1666 wurde ein Hammerwerk gegründet. 1774 fand die Gründung einer Schule statt, deren Gebäude erst 1784 folgte. Zwischen 1870 und 1951 erfolgten die Gründung bzw. Errichtung von Postamt, Musikkapelle, Freiwillige Feuerwehren Donnersbach und Erlsberg, Raiffeisenkasse, Schwimmbad, Fremdenverkehrsverein und des ersten Skiliftes auf der Planneralm.

Im Jahre 1848, dem Jahr der Bauernbefreiung, wurde das Untertänigkeitsverhältnis zwischen Bauern und Herrschaft aufgehoben. Die Innerberger Hauptgewerkschaft konnte keine Abgaben mehr einheben. Allerdings behielt sie den Privatbesitz und manche Rechte, um die noch lange gestritten wurde.

Das ehemalige Bad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie durch den Donnersbacher Römerstein bezeugt, muss es schon in römischer Zeit eine heilkräftige Quelle in Donnersbach gegeben haben.

Mehrere alte Aufzeichnungen erwähnen ein „Wildbad“, das dem Schloss Donnersbach gerade gegenüber am Abhange des Erlsberges in unmittelbarer Nähe der sogenannten „Kreuzerkeusche“ gelegen war, beschreiben die Eigenschaften der schwefelhaltigen Quelle und berichten, dass zuletzt durch eine Hochwasserkatastrophe die Badehütte weggerissen und nicht mehr aufgebaut worden sei.

Tatsächlich zeigt Georg Matthäus Vischers „Topographia Ducatus Stiriae“ von 1681 auf Blatt 56 in der Abbildung des Schlosses Donnersbach links unten jenseits der Brücke am Fuße des Erlsberges ein kleines Haus mit der Überschrift „Das Baad“. Im Hintergrund ist die – damals noch bestehende – Ägydikirche (siehe Ruine Ägydikirche) auf dem Ilgenberg zu sehen.

Auch über ehemalige Kurgäste gibt es Nachrichten:

  • Abt Valentin von Admont besuchte das Bad in den Jahren 1555 bis 1567 zur Linderung seines Kopfleidens.
  • Die Äbtissin Florentina Putterer aus Göss (1576 bis 1602) reiste in dieses Bad. An ihren Familiennamen erinnern noch das Puttererschloss und der Putterer See in Aigen im Ennstal.
  • Im Jahre 1618 verweilten dort zur Kur Hans Wilhelm von Saurau, Hans Friedrich von Stainach und die Herren von Racknitz und Zinzendorf und schließlich 1682 der Admonter Profess P. Romanus Vukovic.

Nach handschriftlicher, im Gemeindeamt Donnersbach vorhandener Aufzeichnung des Direktors Karl Reiterer (seinerzeit Oberlehrer in Donnersbachwald) – mit Hinweis auf einen Bericht des Pfarrers F. Preis aus dem Jahre 1810 – sollen um das Jahr 1799 die zusammenhängenden Gemeinden Erlsberg und Ilgenberg von einem schweren Wolkenbruch heimgesucht worden sein, der offenbar auch die Ursache der Zerstörung des Wildbades gewesen sein dürfte.

Berta Runge beobachtete, dass 50 Schritte davon entfernt ein Terrainstreifen an der Lehne des sogenannten „inneren“ Erlsberges während der Wintermonate fast schneefrei („aper“) bleibe, eine Erscheinung, die offenbar dazu beitrug, nach der urkundlich nachgewiesenen und später verschütteten Therme wieder zu bohren, allerdings bisher ergebnislos.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus einem roten Feld züngeln Blitze (= Donner) in ein blaues Feld (= Bach, Wasser), daher der Name Donnersbach

Tourismus & Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donnersbach ist touristisch geprägt durch das höchstgelegene Skidorf der Steiermark, die Planneralm. Im Sommer bieten sich Wanderungen, darunter durch den Klammsteig und auf die Berge der Wölzer Tauern, an. Ein Fitnesspfad und das Sportzentrum runden das Angebot ab.

Die Wirtschaft ist geprägt durch touristische Einrichtungen und Kleingewerbebetriebe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Irdning-Donnersbachtal

Schloss und Schlosskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Donnersbach,
Ansicht aus Georg Matthäus Vischer:
Topographia Ducatus Stiriae, 1681, Blatt 56
Ruine Ägydikirche
Schlosskirche Donnersbach

Das Schlossgebäude, dessen Erbauungszeit etwa in das Jahr 1560 fällt, dürfte einst als Jagdschlösschen dem Herzog Albrecht und seinen Nachfolgern gedient haben. In einem Bericht von ca. 1620 meldet Susanne von Saurau, dass das Schloss Donnersbach von ihrem Großvater erbaut wurde.

Vorher bestand ein Wehrbau; seine heutige Gestalt, ohne Kirche, erhielt das Schloss 1589.

1714 erschütterte ein schweres Erdbeben das Schloss.

1786 erfolgt der Einbau der Kirche.

1847 erhielten das Schloss und der Schlosstorbogen mit seinem zweistöckigen Gang und der Pfarrhof den gleichen Verputz. 1964 war die bisher letzte Restaurierung.

Auf einem steilen Weg gelangt man zum schweren Tor des Schlosseinganges. Darauf sieht man den Doppeladler und das Saurausche Wappen mit dem Bären. Im Innenhof befindet sich ein Abguss des im Fußboden des Schlosses gefundenen Donnersbacher Römersteines.

Ruine Ägydikirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Donnersbachtal gehörte 1230 zur Pfarre Irdning. Erstmals wird die dem Hl. Ägydius (Patron der Kaufleute) geweihte Kirche 1357 erwähnt. Erbaut – im romanischen Stil – wurde sie sicher schon früher, wahrscheinlich im 13. Jahrhundert. Die Fläche betrug ca. 150 m², die Ausrichtung der Kirche war von West nach Ost. Auf den Längsseiten befanden sich je drei Fenster, auf der Dachmitte ein Türmchen.

Klammsteig Donnersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Donnersbachklamm

Erstmalige Errichtung des Klammsteiges 1936 durch Ausbau des schon seit Jahrhunderten vorhandenen Triftsteiges.

Nachdem der Steig später verfiel, erwarb sich der Gastwirt Siegfried Leitner bei der neuerlichen Errichtung im Jahre 1982 große Verdienste. Er betreut auch seither die im Jahre 1991 zum Naturdenkmal erklärte Donnersbachklamm.

Die Trift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Trift“ war eine nicht ungefährliche Arbeit; brach einmal der Rechen, war das ganze Tal überflutet.

Nach und nach entdeckte man aber neben der Arbeit die Schönheit dieser wilden Talschlucht und öffnete den nun ausgebauten Triftsteig im Jahre 1936 für Besucher. Durch den Bau der Straße nach Donnersbachwald und Autoverkehr war das Trifthandwerk unwirtschaftlich geworden. Die letzte Trift fand 1961 statt und 1962 wurde der Rechen abgetragen. Doch der Triftsteig wurde als Klammsteig wieder errichtet und immer wieder verbessert.

  • Herrenhaus der Forstverwaltung: 1751
  • Müllnerhäusl: 1604
  • Hammerhäuser: 17. Jahrhundert

Donnersbach – das Blumendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donnersbach wurde im Jahr 2005 zum Schönsten Blumendorf der Steiermark gewählt. Neben den aufwändigen und schön gestalteten Blumenarrangements ist es auch den zahlreichen Kinder- und Jugendprojekten zu verdanken, die Donnersbach zum Sieg in dieser Kategorie verhalfen.

2006 wurde Donnersbach zum Schönsten Blumendorf Österreichs gekürt. Die Auszeichnung 2006 war Motivation zur Bewerbung zum Europadorf 2007. Für diesen Titel sind nicht nur großes Engagement im Blumenschmuck notwendig, hierfür werden auch die dorfeigene Entwicklung der letzten Jahre sowie zahlreiche Projekte herangezogen.

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Donnersbach 2007 zum Schönsten Blumendorf Europas gekürt und damit mit einer Goldmedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Donnersbacher Gewerbekirtag: jährlich am dritten Samstag im Oktober.
  • Planneralm Bergpreis für Puch Autos, Motorräder und Oldtimer: traditionell wird am Donnersbacher Gewerbekirtag auch der Planneralm Bergpreis für Puch Autos, Motorräder und Oldtimer ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Carl Kindermann: Repertorium der steyermärkischen Geschichte, Geographie, Topographie, Statistik und Naturhistorie. Franz Xav. Miller, Graz 1789.
  • Rudolf Wernbacher: Geschichte des Bezirkes Irdning und seiner Schlösser. Walik, Gröbming 1905.
  • Jakob Wichner: Beiträge zu einer Geschichte des Heilwesens, der Volksmedicin, der Bäder und Heilquellen in Steiermark bis incl. Jahr 1700. In: Mitteilungen des Historischen Vereins für Steiermark (MittHVSteiermark) 33, 1885, S. 3–123.
  • Hans Czimeg: Geschichte von Donnersbach. Selbstverlag der Gemeinde, Donnersbach 1980.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Donnersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2015 nach Zählsprengel (Gebietsstand 1.5.2015) (Excel-Datei, 421 KB), abgerufen am 29. Juli 2015
  2. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Irdning und der Gemeinden Donnersbach und Donnersbachwald, alle politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 151, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 681–682.
  3. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2018 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2018) (pdf), (Excel)
  4. Eintrag zu II. Albrecht II. im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)