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Donnerskirchen

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Marktgemeinde
Donnerskirchen
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Donnerskirchen
Donnerskirchen (Österreich)
Donnerskirchen (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Eisenstadt-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: EU
Fläche: 33,87 km²
Koordinaten: 47° 54′ N, 16° 39′ OKoordinaten: 47° 53′ 56″ N, 16° 38′ 30″ O
Höhe: 193 m ü. A.
Einwohner: 1.856 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 55 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7082
Vorwahl: 02683
Gemeindekennziffer: 1 03 02
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptstraße 29
7082 Donnerskirchen
Website: www.donnerskirchen.at
Politik
Bürgermeister: Johannes Mezgolits (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(21 Mitglieder)
13
8
13 8 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Donnerskirchen im Bezirk Eisenstadt-Umgebung
Lage der Gemeinde Donnerskirchen im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)Breitenbrunn am Neusiedler SeeDonnerskirchenGroßhöfleinHornsteinKlingenbachLeithaprodersdorfLorettoMörbisch am SeeMüllendorfNeufeld an der LeithaOggau am Neusiedler SeeOslipPurbach am Neusiedler SeeSankt Margarethen im BurgenlandSchützen am GebirgeSiegendorfSteinbrunnStotzingTrausdorf an der WulkaWimpassing an der LeithaWulkaprodersdorfZagersdorfZillingtalEisenstadtRustBurgenland
Lage der Gemeinde Donnerskirchen im Bezirk Eisenstadt-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortskern mit Bergkirche St. Martin
Ortskern mit Bergkirche St. Martin
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Donnerskirchen (ungarisch Fertőfehéregyháza, Fehéregyház; kroatisch Bijela Crikva)[1] ist eine Marktgemeinde mit 1856 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Burgenland in Österreich.

Geografische Lage

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Ortsplan von Donnerskirchen

Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland rund zehn Kilometer nordöstlich der Landeshauptstadt Eisenstadt zwischen dem Leithagebirge und dem Neusiedler See.[2]

Teile des Gemeindegebietes befinden sich im Naturpark Neusiedler See - Leithagebirge.

Nachbargemeinden

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Hof am Leithaberge (BL) Purbach
Au am Leithaberge (BL) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Neusiedl am See (ND)
Schützen am Gebirge Oggau

Gemeindegliederung

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Donnerskirchen ist Ortschaft und Katastralgemeinde zugleich. Einziger Ortsteil ist die im Südosten von Donnerskirchen gelegene Weiler Seehof.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Am Fuß des Leithagebirges wurden im Rahmen einer Notgrabung des Landesmuseums Burgenland in der Flur Wolfsbachried zwei Körperbestattungen aus der Latènezeit freigelegt und geborgen. Die beiden rechteckigen Schächte waren in den Kalksandstein gehauen und mit Holzverschalungen versehen worden. Im einen Grab war ein Mann im Alter zwischen 50 und 70 Jahren beigesetzt, im anderen eine Frau von 60 bis 80 Jahren. Die Gräber waren in Süd-Nord-Richtung ausgerichtet und waren bei ihrer Entdeckung bereits beraubt. Im Männergrab waren eine eiserne Lanzenspitze, ein Lanzenschuh, ein Rasiermesser und zwei Wetzsteine, eine unvollständige Eisenfibel, eine Tonschale, eine Tonflasche und einige Fragmente, die zu einer eisernen Schwertscheide gehörten, als Grabbeigaben vorgefunden worden. Im Frauengrab fanden die Ausgräber vier Bronzefibeln, einen Fingerring, eine Schale und zwei Tonflaschen.[3]

Später unter den Römern lag das heutige Donnerskirchen dann in der Provinz Pannonia. Im Osten des Gemeindegebiets am Rande des Neusiedlersee-Schilfgürtels verläuft die Bernsteinstraße, eine der wichtigsten Handelsrouten des Römischen Reichs.

Donnerskirchen am damals ausgetrockneten Neusiedler See, um 1873 (Ausschnitt aus dem Aufnahmeblatt Landesaufnahme)

1659 wurde Donnerskirchen durch Kaiser Leopold I. das Marktrecht verliehen.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Sopronfehéregyháza verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Donnerskirchen zum Bauabschnitt Mitte (Eisenstadt) des zu errichtenden Südostwalls. Im Lager Donnerskirchen (Sonderlager für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter) kam es Ende 1944 zu Akten extremer Grausamkeit, in deren späterer Verfolgung die Verurteilung des Baustreifenleiters Nikolaus Schorn besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfuhr.[4] Nach Schätzungen von Ortsbewohnern sollen im Lager Donnerskirchen 300 bis 400 Menschen zu Tode gekommen sein.[5]

Bevölkerungsentwicklung

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Donnerskirchen: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
1.649
1880
 
1.576
1890
 
1.799
1900
 
1.783
1910
 
1.741
1923
 
1.824
1934
 
1.842
1939
 
1.856
1951
 
1.622
1961
 
1.646
1971
 
1.593
1981
 
1.576
1991
 
1.556
2001
 
1.749
2011
 
1.742
2021
 
1.856
2026
 
1.856
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

2026 gab es 1856 Einwohner. 2025 wurde der Einwohnerhöchststand mit 1881 Menschen erreicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Pfarrkirche Donnerskirchen
Grabhügel von Donnerskirchen
  • Grabhügel von Donnerskirchen
  • Pfarrkirche Donnerskirchen: Der Barockbau wurde 1680 geweiht. Das Wahrzeichen von Donnerskirchen steht erhöht über dem Ort. Die Kirche, auch Bergkirche genannt, war in kriegerischen Zeiten (z. B. während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung) letzter Zufluchtsort der Ortsbevölkerung.
  • Die katholische Filialkirche hl. Johannes Nepomuk in der Ortsmitte von 1783 besitzt einen Hochaltar aus dem Augustinerkloster Bruck an der Leitha.
  • Der historische Leisserhof geht auf Freiherr Christoph Leisser von Idolsberg und Kronseck zurück. 1653 erwarben die Esterházys den Leisserhof und nutzten ihn als ihr zentrales Weinlager. Als ihn 1956 die St.Martinus Winzer-Genossenschaft von der Gemeinde Donnerskirchen erwarb, kam auch der Name Martinsschlössl auf. 2014 wurde der Hof an den Verein Genuss Burgenland verpachtet, der ihn renovierte und nun unter dem Namen Martinsschlössl betreibt.[6]
  • Das Sonnenwaldbad im Westteil des Orts bietet seit 2002 zwei Niro-Becken. Ein Babybecken und eines mit fünf 25-m-Bahnen und 4 m hoher 38,5 m langer GFK-Rutsche. Camping, Skateboard-Park, Tennisplätze und ein Mobilheimpark grenzen an. Zuvor – ab 1970 – gab es hier 3 Betonbecken, mit Sprungbrett und dort 3,6 m Wassertiefe.
  • Die Bergkirche von Donnerskirchen ist häufiger Veranstaltungsort von Konzerten des Geigers und Komponisten Toni Stricker.
  • Prangersäule mit Richtschwert und Steinkugel an Kette für das Bein des zu Strafenden, aus 1660 an der Hauptstraße.
  • Musikverein 1. Burgenländische Trachtenkapelle Donnerskirchen,
  • St. Martinus Chor,
  • Gordon Highlanders of Austria,
  • D' Original Sautanz-Musi

Wirtschaft und Infrastruktur

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Die Gemeinde am Osthang des Leithagebirges ist vor allem auf Grund ihrer international ausgezeichneten Winzer und deren Spitzenweine bekannt. Im Frühjahr beeindruckt die Gegend durch die zahlreichen blühenden Kirschbäume.

Panoramabild von Donnerskirchen mit den Keltengrabhügeln im Vordergrund

Der Gemeinderat hat 25 Mitglieder.

Chronik der Richter und Bürgermeister

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Dorfrichter
von Jahrbis JahrDorfrichter[12]
17341736Matthias Frankl
17371739Matthias Hackstock
17401744Georg Wimber
17461748Michael Fux und Georg Wimber
17491755Georg Wimber
17561763Anton Reinprecht
17641770Franz Rohrer
17711776Martin Wimmer
1777Michael Fux
17781786Josef Palheim
17871791Frantz Payr
17921802Josef Palheim
18031816Franz Kögel
18171821Joseph Eibeck
18221829Joseph Wachter
18301840Johann Schratzenthaler
18411855Joseph Kroyer
18561860Johann Steiner
Dorfrichter
von Jahrbis JahrDorfrichter[12]
18611862Michael Ehn
18631866Franz Rohrer
18671868Josef Striok
18691871Josef Hering
18721873Josef Kamper
1874Michael Büller
18741884Michael Ehn
18851887Andreas Ehn
18881890Paul Ehn
18911894Josef Bayer
18951899Paul Ehn
19001902Michael Reisinger
19031908Nemeth Janos
19121920Stiglitz Ferenz
19201921Bayer Josef
19091911Josef Suchentrunk
19211923Michael Kroyer
Dorfrichter
von Jahrbis JahrBürgermeister[12]
19231927Josef Suchentrunk
19271931Franz Schratzenthaler
193113.3.1938Franz Stiglitz
13.3.193831.12.1938Franz Schratzenthaler (Gde-Verw.)
19392.4.1945Franz Schratzenthaler (Bürgerm.)
2.4.19451946Josef Engel
19461949Martin Hauser
19491950Johann Bayer
19511958Michael Weißenbäck
19591972Johann Neumayer
19721977Josef Bayer
19771987Stefan Leeb
19871992Josef Bayer
19922012Josef Frippus
seit 2012Johannes Mezgolits

In Blau auf Grund eine silber glänzende, rotbedachte Kirche, mit drei geöffneten Rundbogenfenstern und einem großartigen Turm, dessen Dach einmal abgesetzt und mit einem Kreuz besteckt ist.

Gemeindepartnerschaft

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Seit 1979 pflegt Donnerskirchen eine Partnerschaft mit Klaus in Vorarlberg.[13]

Persönlichkeiten

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Gemeindeplatz mit Filialkirche hl. Johannes Nepomuk
Im Leisserhof (Martinsschlössl)
Zentrum von Südosten
  • Stefan Ehrenreiter, Ludwig Fingerhut, Simone Rosenitsch (Red.): Chronik Donnerskirchen 1285–2010. Tourismusverband Donnerskirchen, Donnerskirchen 2010.
  • Michael Achenbach, Dieter Szorger: Der Einsatz ungarischer Juden am Südostwall im Abschnitt Niederdonau 1944/45. Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 1997, OBV.
  • Gisela Auer (Red.): Heimatbuch der Marktgemeinde Donnerskirchen. Marktgemeinde Donnerskirchen, Donnerskirchen 1985, OBV.
  • Gisela Auer: Die Freischärler in Donnerskirchen im Herbst 1921. In: Burgenländische Heimatblätter. Band 41. Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv und Landesbibliothek, Eisenstadt 1979, ZDB-ID 214233-8, S. 25–30, OBV (zobodat.at [PDF]).
  • Rudolf Kleiner: Chronik der Gemeinde Donnerskirchen. Selbstverlag, Donnerskirchen 1973, OBV.
Commons: Donnerskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Erwin Schranz (Hrsg.): Orts-, Fluss- und Flurnamen im burgenländisch-pannonischen Raum. Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft, Oberschützen 2008, S. 79.
  2. Donnerskirchen, Burgenland – Neusiedler See Leithagebirge – Österreich. Abgerufen am 4. November 2020.
  3. Susanne Sievers, Otto Helmut Urban, Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 433.
  4. Das Scheusal von Donnerskirchen. Die Bestialitäten des Massenmörders Schorn. In: Burgenländische Freiheit. XXI. Jahrgang, Nr. 38/1951, ZDB-ID 2588385-9, S. 1, unten Mitte. Volltext online,
    Lebenslänglich für den Massenmörder von Donnerskirchen. In: Burgenländische Freiheit. XXI. Jahrgang, Nr. 39/1951, S. 2, unten links. Volltext online sowie
    Wolfgang Neugebauer (Hrsg.), August Ernst (Beiträge): Widerstand und Verfolgung im Burgenland. 1934–1945, Eine Dokumentation. Herausgegeben vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 2. Auflage. Österreichischer Bundesverlag (u. a.), Wien 1983, ISBN 3-215-02259-1, S. 333 ff.
  5. Eleonore Lappin-Eppel: Sonderlager für ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 9: Arbeitserziehungslager, Ghettos, Jugendschutzlager, Polizeihaftlager, Sonderlager, Zigeunerlager, Zwangsarbeiterlager. C.H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-57238-8, S. 230–233. (Text online).
  6. Das Martinsschlössl. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. März 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2002 in Donnerskirchen. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2002, abgerufen am 2. September 2026.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2007 in Donnerskirchen. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 21. Oktober 2007, abgerufen am 2. September 2026.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2012 in Donnerskirchen. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 4. November 2012, abgerufen am 2. September 2026.
  10. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2017 in Donnerskirchen. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 29. Oktober 2017, abgerufen am 2. September 2026.
  11. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2022 in Donnerskirchen. Amt der Burgenländischen Landesregierung, 2. Oktober 2022, abgerufen am 2. September 2026.
  12. 1 2 3 Geschichts- und Kulturverein Donnerskirchen: Verleihung des Marktrechtes (abgerufen am 12. Dezember 2017)
  13. Partnergemeinde. Gemeinde Donnerskirchen, abgerufen am 28. Oktober 2022.