Donsieders

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Donsieders
Donsieders
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Donsieders hervorgehoben
Koordinaten: 49° 16′ N, 7° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Rodalben
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 9,03 km²
Einwohner: 972 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66978
Vorwahl: 06333
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 007
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Rathaus 9
66976 Rodalben
Webpräsenz: www.donsieders.de
Ortsbürgermeister: Peter Spitzer (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Donsieders im Landkreis Südwestpfalz
Darstein Dimbach (Pfalz) Hauenstein (Pfalz) Hinterweidenthal Lug (Pfalz) Schwanheim (Pfalz) Spirkelbach Spirkelbach Wilgartswiesen Wilgartswiesen Clausen Donsieders Leimen (Pfalz) Merzalben Münchweiler an der Rodalb Rodalben Bottenbach Eppenbrunn Hilst Kröppen Kröppen Lemberg (Pfalz) Obersimten Ruppertsweiler Schweix Trulben Vinningen Bobenthal Bruchweiler-Bärenbach Bundenthal Busenberg Dahn Erfweiler Erlenbach bei Dahn Fischbach bei Dahn Hirschthal (Pfalz) Ludwigswinkel Niederschlettenbach Nothweiler Rumbach Schindhard Schönau (Pfalz) Biedershausen Herschberg Hettenhausen (Pfalz) Knopp-Labach Krähenberg Obernheim-Kirchenarnbach Saalstadt Schauerberg Schmitshausen Wallhalben Weselberg Winterbach (Pfalz) Geiselberg Heltersberg Hermersberg Höheinöd Horbach (Pfalz) Schmalenberg Steinalben Waldfischbach-Burgalben Althornbach Battweiler Bechhofen (Pfalz) Contwig Dellfeld Dietrichingen Großbundenbach Großsteinhausen Hornbach Käshofen Kleinbundenbach Kleinsteinhausen Mauschbach Riedelberg Rosenkopf Walshausen Wiesbach (Pfalz) Höheischweiler Höhfröschen Maßweiler Nünschweiler Petersberg (Pfalz) Reifenberg Rieschweiler-Mühlbach Thaleischweiler-Fröschen Pirmasens Zweibrücken Saarland Saarland Frankreich Landkreis Südliche Weinstraße Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Landkreis Kusel Landau in der Pfalz Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Donsieders (Dunsiters) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rodalben an.

Donsieders wurde 1295 das erste Mal urkundlich erwähnt. Das 1988 genehmigte Wappen zeigt eine goldene Buche mit Wurzeln im rechten Feld als Hinweis auf den Ortsnamen. Die drei roten Sparren im linken Feld weisen auf die historische Zugehörigkeit zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg hin.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donsieders liegt auf zwei parallelen Höhenrücken der Westricher Hochfläche an der westlichen Grenze des Naturparks Pfälzerwald und des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord am Übergang zur Landschaft des Westrich. Das Dorf entwickelte sich auf diesen Höhenrücken: Auf dem südlichen liegt der Eck genannte Ortsteil, er ist der Kern des historischen Donsieders. Hier lagen die Ursprünge des mittelalterlichen Weilers als Streusiedlung. Der nördliche Ortsteil, Neuland genannt, wurde ab dem Ende des 18. Jahrhunderts errichtet, verstärkt seit dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges und dem wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerzeit.[2] Verbunden wurden beide Teile lange Zeit durch die Hauptstraße. Seit den 1980er Jahren wuchsen beide Teile durch die Bebauung des lange Zeit trennenden Taleinschnitts Stockbrunnen baulich zu einer Einheit zusammen. Zu Donsieders gehört außerdem der Weiler Biebermühle, der sich im Südwesten der Gemarkung befindet und historisch der Diederberger Hof und eine Papiermühle.[3]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet von Donsieders herrscht der obere und mittlere Buntsandstein vor, dazu kommt, als Ausläufer vom Westrich vereinzelt unterer Muschelkalk.[4] An den Rändern, im Nordwesten und Westen, wo die Hochfläche zum Schwarzbachtal hin abfällt, findet sich der mittlere Buntsandstein der Karlstal-Schichten. Die Hochflächen sind mit schwach lehmigem Sand bis sandigem Lehm bedeckt; die Böden sind basenarm. Die Bodentypen sind Braunerde und Ranker sowie Übergangsgleye.[5] Landschaftsökologisch besteht die Gemarkung Donsieders aus Hochfläche und Hanglagen.[6] Der Buntsandstein erscheint öfter am Fuß von Hängen beispielsweise am Saufelsen, dem Nesselfelsen oder dem Hasterfelsen. Die höchste Erhebung des Ortes ist mit 432 Metern der Orleberg. Im Westen des Dorfes entspringen die drei Quellen, die sich zu dem Bächleich Reezbach vereinigen. Er fließt durch das Rotzthal und mündet nach wenigen Kilometern in die Rodalb.

Vegetation und Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die potenzielle natürliche Vegetation ist Perlgras-Buchenwald.[7] 38,5 % der Gemarkungsfläche sind bewaldet, 49,2 % werden landwirtschaftlich genutzt. Die Wasserfläche beträgt 0,3 %, die Siedlungs- und Verkehrsfläche 12 %. Damit ist in den letzten 25 Jahren ein deutlicher Rückgang der landwirtschaftlich genutzten Fläche zu verzeichnen (1980: 57,1 %) Siedlungsfläche- und Verkehrsfläche (1980: 8,2 %) und Wald (1980: 34,2 %) nahmen zu.[8]

Orts- und Gemarkungsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donsieders bedeutet langgestrecktes, zum Zwecke der Rodung ausgeschiedenes Waldland.[9]. Donsieders war demnach ein in gerodetem Waldgebiet entstandenes Dorf. Flurnamen deuten auf die den Ort umgebenden Waldgebiete hin: Kühnenwäldchen (Kiefernwäldchen), In den Erlen, An de Keschdebääm (Edelkastanien) oder Orleberg (Orle= mittelhochdeutsch für Ahorn). Dazu kamen im Laufe der Zeit Gemarkungsbezeichnungen, die sich auf die Nutzung der Flächen bezogen: Lange Gärten oder Hellgärten (=Hanggärten) und Viehweideplätze wie die Farrenwiese, die wohl der Halter des Gemeindebullen nutzte oder ein Schofhenriche Trift genannter Weideplatz eines Einwohners mit dem Namen Heinrich Schaf. Viehhaltung war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts allgemein üblich. In Donsieders wurde Hanf und Flachs angebaut und am Reezbach zu Naturfasern für Seile und zu spinnfähigen Fasern weiterverarbeitet, so lässt sich aus dem Gemarkungsnamen Rotzthal schließen. In der Leimenkaut wurde Lehm zum Bau von Häusern und Scheunen gewonnen.[10] Die Bauweise mit aus örtlichen Steinbrüchen gewonnenem solidem Sandstein setzte sich im Ort erst im 19. Jahrhundert durch.

Seit 1594 sind Flurbezeichnungen wie vor borg oder bey dem burg, so schloß genannt für ein Areal am westlichen Ende des Orleberges, südwestlich des heutigen Dorfes in der Nähe der Reezbachquellen überliefert. Der heutige Flurname lautet An der Burg. An der Burgstelle dieser hochmittelalterlichen Burg – ihr Name ist nicht bekannt – befindet sich eine große rechteckige Fläche. Hier wurden Reste von Mauerwerk, aufrecht stehende Felsplatten sowie Spuren gefunden, die auf einen Brunnenschacht hinweisen.[11]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden befindet sich Waldfischbach-Burgalben, im Osten Clausen und südlich liegt Rodalben. Nächstgrößere Stadt ist das südöstlich gelegene Pirmasens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatforscher gehen davon aus, dass Donsieders über das Schwarzbachtal aus dem Bliesgau besiedelt wurde und der Rodalb folgend sich über das Tal des Reezbaches auf den Höhenzügen niederließen, wo im 12. Jahrhundert die Siedlung entstand.[12]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Donsieders stammt aus einer Urkunde über die Teilung der Grafschaft Zweibrücken von 1295, wo der Ort Dunsutere genannt wird. Danach werden unterschiedliche Schreibweisen verwandt, beispielsweise Dunsithers (1315) Donsiters (1470) Dansieders (1522) Dhonseuters (1539) oder Tuntzetters (1680). Die gegenwärtige Schreibweise ist seit 1837 im Gebrauch.

Das frühe Donsieders lag im Bann des Klosterhofes Burgalba, der seinerseits zur Abtei Wadgassen gehörte. Das Dorf gehörte dann im ausgehenden Mittelalter zum Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort zur gleichnamigen Amtsschultheißerei Donsieders .[13]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Donsieders – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.

Historisch verbürgt ist der Neuaufbau nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges auf den Resten des alten Dorfes.[14]

Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen 1680 die im Elsass gelegenen Teile der Grafschaft Hanau-Lichtenberg unter die Oberhoheit Frankreichs. Dazu zählten aber nur drei Dorfschaften des Amtes Lemberg.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort. Im Zuge der Französischen Revolution fiel dann der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Donsieders – 1793 an Frankreich. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft kam Donsieders zum bayerischen Rheinkreis.[15]

Donsieders im 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde allmählich die Infrastruktur des Dorfes verbessert. Als erste moderne Errungenschaft wurde am 20. Dezember 1898 im Dorf eine eigene Postagentur - damals Postexpedition genannt - eingerichtet; sie bestand bis Anfang des 21. Jahrhunderts.[16]

Bis zur Jahrhundertwende wurde Wasser aus öffentlichen und privaten Brunnen geschöpft. Im Jahre 1899 wurde mit dem Bau einer Wasserleitung begonnen, diese wurde 1902 in Betrieb genommen. 1910 kostete die Jahrespauschale für die Mindestabnahmemenge von 25 Kubikmetern acht Reichsmark, für jeden Kubikmeter mehr wurden in der Winterhälfte zehn und in der Sommerhälfte zwanzig Pfennig berechnet. Ab Juni 1933 wurde der Bezug aus den öffentlichen Wasserleitungen obligatorisch.[17]

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Zeiten der Weimarer Republik waren Landwirtschaft und Schuhindustrie die dominierenden Wirtschaftszweige; die erwerbstätige Bevölkerung bestand im Wesentlichen aus Bauern und Schuhfabrikarbeitern, letztere arbeiteten in der Regel in den Schuhfabriken der umliegenden Ortschaften und bewirtschafteten noch einen eigenen Garten oder eine kleine Feldwirtschaft. Die Schuhfabrikarbeiter waren mehrheitlich in den zwanziger Jahren über längere Zeiträume arbeitslos.[18]

Die Wahlen der Weimarer Republik zeigen insgesamt, dass die linken Parteien im dörflichen Milieu von Donsieders nur eine geringe Anzahl von Stimmen verbuchen konnten. Das rechte Lager dominierte, in diesem behielten durchgehend die bürgerlich-katholischen Kräfte die Mehrheit.

Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919 wurde in Donsieders mit 176 abgegebenen Stimmen (von 346 Wahlberechtigten) der von der Bayerischen Volkspartei und dem Zentrum nominierte Johann Sophian Richter aus Landau gewählt.[19]; Richter war dort einer von sechs pfälzischen Abgeordneten.

Die Wahlen zum Reichstag 1924 zeigen eine deutliche Trennung entlang der im Dorf damals scharf gezogenen konfessionellen Trennungslinie zwischen dem katholischen und dem evangelischen Teil der Bevölkerung:

Reichstagswahlen vom 7. Dezember 1924 in Donsieders und der Pfalz
Partei Bayerische Volkspartei Christlich Nationale Volkspartei DVP KPD SPD Zentrum Freiheitsbewegung
Stimmenanteil in % Donsieders 34,4 30,5 11,2 10,7 8,6 2,9 1,6
Stimmenanteil in % in der Pfalz 15,6 23,6 -- (nachtragen) 8,1 26,8 11,6 1,9

Die Parteien der katholischen Wähler waren bei diesen Wahlen in der Pfalz die Bayerische Volkspartei und eine neugegründete gleichfalls katholische Zentrumspartei. Evangelischerseits gab es die Christlich Nationale Volkspartei. Damit zeichnete sich für das Dorf eine politisch-konfessionelle Zweiteilung ab, die auch in der übrigen Pfalz gut dokumentiert ist.

In der Folgezeit wechselte der protestantische Teil der pfälzischen Wählerschaft aus dem nationalen ins nationalsozialistische Lager, der katholische Teil blieb vergleichsweise stabil bei Bayerischer Volkspartei beziehungsweise Zentrum.

Ergebnisse der Reichstagswahlen 1932 und 1933 in Donsieders
Partei Zentrum/BVP NSDAP KPD SPD CSVP Wirtschaftspartei DVP
Wahl am 6. November 1932 45 36 13,7 2,7 1 0,7
Wahl am 5. März 1933 46,5 40,8 5,9 2,4 2,9 nicht angetreten 0,9

Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Ära des Nationalsozialismus ist das Dorf - wie weite Teile der ländlichen Pfalz - im Wesentlichen entlang der konfessionellen Grenzen politisch geteilt, in einen überwiegend katholischen, am Zentrum sich orientierenden Teil und einen überwiegend evangelischen, den Nationalsozialismus wählenden

Kriegsfolgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Donsieders starben im Zweiten Weltkrieg 68 Soldaten. 1944 wurden durch einen Fliegerangriff zwei Häuser teilweise zerstört, ein Kind kam ums Leben. Im März 1945 wurde ein Haus in der Gartenstraße durch eine Phosphorbombe in Brand gesetzt und zerstört. Beim Einmarsch der Amerikaner am 21. März 1945 gegen 21 Uhr wurden eine örtliche Zivilistin und ein Franzose, der als Kriegsgefangener bei einem Bauern arbeitete, erschossen.

Die 504 in der Region gestorbenen Zwangsarbeiter, die auf dem von der Gemeinde Donsieders eigens für sie angelegten Friedhof beerdigt worden waren, wurden im Juli 1950 auf Anordnung der französischen Militärregierung exhumiert. Die meisten wurden auf dem Ehrenfeld für sowjetische Opfer des Nationalsozialismus auf dem Waldfriedhof in Mainz-Mombach beigesetzt.[20] 35 polnische Staatsangehörige wurden auf den Friedhof in Donsieders umgebettet, ihre Gräber sind heute noch erhalten.

Nach dem Krieg nahm die Gemeinde 65 Neubürger aus den ehemals deutschen Ostgebieten auf. Diese hatten teils durch Vertreibung ihre Heimat verloren, teils waren sie bei Kriegsende als Soldaten der Wehrmacht an der Westfront eingesetzt und dann in Westdeutschland geblieben. Um die durch den Zuzug der Neubürger entstandene Wohnungsnot zu lindern, wurden ab 1950 zwischen der Triftstraße und der Burgalber Straße drei Häuser mit zwölf Wohnungen gebaut.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Kriegsende wandelte sich das Dorf von einer landwirtschaftlich geprägten Gemeinde zu einem überwiegenden Wohnort. Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die Tier- und Kleintierhaltung noch weit verbreitet, von 290 Haushalten hielten 142 Vieh, viele Bürger betrieben Landwirtschaft als Nebenerwerb. Es existierten 89 land- oder forstwirtschaftliche Betriebe, die mit 241 Arbeitskräften insgesamt 458 Hektar Fläche bewirtschafteten. 31 davon bewirtschafteten höchstens eine Fläche, die etwa der Größe zweier Fußballfelder entsprach. Im Ort gab es 52 Pferde, 483 Stück Rindvieh, 223 Schweine, 138 Schafe, 136 Ziegen, 1894 Stück Geflügel.[21]

Im Jahr 2005 gab es noch neun landwirtschaftliche Betriebe, die 403 Hektar bewirtschaften. Sie hielten 289 Stück Rindvieh.[22]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich überliefert sind große Bevölkerungsverluste durch den Dreißigjährigen Krieg. Während 1620 noch 25 Familien in Donsieders lebten, waren es 1661 noch sieben. 1680 wurden ebenfalls sieben Familien gezählt. So ließen sich von der zweiten Hälfte bis Ende des 17. Jahrhunderts, gefördert durch die Ansiedelungspolitik des regierenden Grafen Friedrich Casimir von Hanau Neusiedler aus der Schweiz, Österreich und Frankreich im Ort nieder.[23]

Erste mit moderner Volkszählung vergleichbare Daten liegen aus dem Jahr 1769 vor, sie zeigen einen allmählichen Anstieg der Bevölkerungszahlen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts: 1769 hatte Donsieders inklusive Biebermühle 269 Einwohner; 1787 waren es 312. Im Jahr 1800, als Donsieders zum Département du Mont-Tonnerre gehörte, zu diesem Zeitpunkt verwaltet von der Ersten Französischen Republik wurden 301 Einwohner gezählt, davon waren 207 Lutheraner und 94 Katholiken.

Ende des 18. Jahrhunderts setzte eine Auswanderungsbewegung ein, zunächst Richtung Osten. Als erstes zog 1785 die fünfköpfige Familie Beer über Mährisch-Neustadt nach Galizien, das damals gerade 13 Jahre unter österreichischer Herrschaft stand. Angeworbene Auswanderer aus der Pfalz wurden dort angesiedelt. 1809 wanderte die in Donsieders geborene Magdalena Schäfer mit ihrem Mann Jakob Reinhard nach Neurussland aus. Die Reinhards gehörten zu den Mitbegründern des heute nicht mehr existierenden russlanddeutschen katholischen Dorfes Sulz bei Odessa in der Region Beresan. In dieser Region des Russischen Kaiserreiches stellten die Pfälzer damals die größte Gruppe deutschsprachiger Neusiedler, wovon alte Ortsnamen wie Landau, Kandel, Neu Speyer oder Worms zeugen. Seit 1836 gab es eine regelmäßige Übersiedlung in die USA, sie hielt an bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts an. Insgesamt wanderten über 40 Familien, Paare oder Einzelpersonen in die Vereinigten Staaten aus. Donsieders folgt damit den Hauptlinien der pfälzischen Migrationsgeschichte: Die Pfalz war im ausgehenden 17. Jahrhundert ein klassisches Einwanderungsland und wurde im 19. Jahrhundert zum Auswanderungsland.[24]

Die letzte demographisch bemerkenswerte Zuwanderung gab es in den Jahren 1945 bis 1950, als insgesamt 65 Neubürger aus den ehemals deutschen Ostgebieten sich in Donsieders niederließen. Ihre Nachfahren leben zum großen Teil noch heute im Ort.

Ende 2013 gehörten 52,5 Prozent der römisch-katholischen Kirche an, 34,8 Prozent der evangelischen, 12,5 Prozent entfielen auf die Rubrik keine beziehungsweise keine öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften.[25] In den letzten 30 Jahren ist eine deutliche Alterung der Bevölkerung festzustellen. Der Anteil der unter 20-Jährigen sank von 31,4 % (1975) auf 19,1 % (2006). Gleichzeitig stieg der Anteil der 20 bis 60-jährigen von 48,9 % (1975) auf 55,1 % (2006), derjenige der über 60-Jährigen von 19,6 % (1975) auf 25,8 % (2006).[26]

Bevölkerungsentwicklung in Donsieders
Jahr 1769 1780 1787 1800 1815 1835 1871 1905 1939 1950 1970 1990 2000 2006 2015
Einwohner 269 274 312 301 887 586 522 633 916 982 1.191 1.069 1.034 1.025 977

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lokale Politik wird seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland von den örtlichen Wählergruppen dominiert. Sie holen bei Kommunalwahlen traditionell die Mehrheit, Parteilisten landeten seit den siebziger Jahren zwischen 12,7 und 30,1 Prozent.[27]

Der Gemeinderat in Donsieders besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat 16 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[28]

Wahl SPD WG Peifer WG Kotz Gesamt
2014 6 4 2 12 Sitze
2009 4 9 3 16 Sitze
2004 2 11 3 16 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Peter Spitzer (SPD), der bei den Kommunalwahlen im Juni 2014 mit 80,9 % im Amt bestätigt wurde.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der Partnerschaft zwischen Donsieders und Brasles im Département Aisne reichen in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurück, als der Kriegsgefangene Robert Hervier aus Brasles bei einer Bauernfamilie in Donsieders arbeitete. In den achtziger Jahren besuchte Herviers Familie erstmals die deutsche Familie, bei der ihr Vater in den vierziger Jahren gearbeitet hatte; daraus entwickelte sich die Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden, die am 23. Oktober 1993 offiziell in Brasles besiegelt wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die L 498. Über die nahegelegene Auffahrt Thaleischweiler-Fröschen der A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr. Über eine Buslinie ist Donsieders mit der Wabennummer 731 an den Verkehrsverbund Rhein-Neckar angeschlossen.

Der Bahnhof Pirmasens Nord befindet sich, wenngleich bereits auf Gemarkung von Thaleischweiler-Fröschen gelegen, in unmittelbarer Nähe der Biebermühle und trug bis in die dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts auch deren Namen. Von ihm aus besteht Anschluss nach Pirmasens sowie über die Bahnstrecke Landau–Rohrbach nach Saarbrücken und Landau und die Biebermühlbahn nach Kaiserslautern.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donsieders ist der Sitz der Firma POLY-TOOLS bennewart GmbH. Sie produziert Blaswerkzeuge und Spritzgießwerkzeuge unter anderem für Wasch- und Reinigungsmittelhersteller, Blasbetriebe und Abfüllbetriebe. Das Unternehmen beschäftigt achtzig Mitarbeiter.[29]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Donsieders gibt es zwei Kulturdenkmäler: Die römisch-katholische Kirche Herz-Jesu von 1934, erbaut nach Entwürfen des Würzburger Architekten Albert Boßlet in der Clauser Straße, ein romanisierender Bruchsandstein-Saalbau, der für diese Phase von Boßlets Schaffen typisch ist. Im Norden von Donsieders, am Rande des Weges zum Kloster Maria Rosenberg steht ein für diese Region charakteristisches Wegekreuz. Das Kruzifix stammt aus der Zeit um 1900.[30]

700 Meter vom Ortsrand entfernt, schon im Bereich der Gemeinde Waldfischbach-Burgalben liegt im Tal der Wallfahrtsort Maria Rosenberg. Der Friedhof von Maria Rosenberg diente lange Zeit als Begräbnisstätte für Donsieders.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Donsieders

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. Juli 1883 wurde in Donsieders der Gesangverein Fröhlichkeit 1883 e.V. gegründet[31]. Dem Verein gehören heute vier Chöre an:

  • Seit Beginn besteht ein Männerchor.
  • 1988 wurde der Chor sine nomine gegründet, ein Ensemble, das sich vor allem dem klassischen und modernen a-cappella-Gesang widmet.
  • 1989 wurde ein Frauenchor angegliedert.
  • 1994 wurde der junge Chor Young Voices gegründet, ursprünglich besonders dem Gospelgesang aufgeschlossen, reicht dessen Repertoire mittlerweile über die volle musikalische Bandbreite, von Oldies über Schlager, Pop, traditionelle Chormusik bis zur Folklore.

Chorleiter aller Chöre ist seit 1983 Achim Baas[32].

Der Katholische Kirchenchor, sowie der Evangelische Posaunenchor runden das musikalische Angebot in Donsieders ab.

Sonstige Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sportverein 1950 e.V. wurde am 20. August 1950 unter dem Namen Sportverein Donsieders e.V. als Fußballverein gegründet[33]. Die Vereinsfarben sind Rot-Weiß. Die Fußballkleidung besteht aus einem weißen Hemd, einer roten Hose und roten Stutzen bzw. einem roten Hemd, einer roten Hose und roten Stutzen. Im Oktober 1975 wurde innerhalb des SV Donsieders eine Frauengymnastikgruppe gegründet[34]. Der Verein unterhält eine Gaststätte am Sportplatz.

Unter der Bezeichnung Bulldog-Freunde hat sich im Jahr 2000 eine Gruppe aus Traktorfreunden zusammengefunden. Sie widmete sich unter anderem dem Auffinden und Restaurieren historischer Traktoren. Im Jahr 2010 wurde der Verein Bulldogfreunde Donsieders e.V., der aus dieser Gruppe hervorgegangen ist, in das Vereinsregister eingetragen[35].

Die Geschichte der Feuerwehr in Donsieders reicht bis in das Jahr 1870 zurück. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es erstmals aus dem Jahr 1880. Heute ist die Feuerwehr Donsieders Teil der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rodalben.[36]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Alter: Pfalzatlas. Bd. 1. Speyer 1963.
  • Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz. Speyer 1870.
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
  • Willi Schmitt: Donsieders in seiner Geschichte: Beiträge zur Geschichte von Donsieders und der Umgebung. Hrsg.: Gemeinde Donsieders, Donsieders 1995.
  • Willi Schmitt: Geschichtliche Entwicklung der Wege und Straßen in Donsieders. Donsieders 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Donsieders – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Willi Schmitt S. 396, S. 400
  3. Knöpp, S. 9.
  4. Alter, Karte 3 Geologische Übersichtskarte der Pfalz.
  5. Alter, Karte 5 Bodenübersichtskarte der Pfalz.
  6. Erläuterungsbericht zum Landschaftsplan der Verbandsgemeinde Rodalben S.116
  7. Alter, Karte 5 Die natürlichen Vegetationsgebiete.
  8. Angaben des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz
  9. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer 1991.
  10. Walter Gundacker: Flurnamen in der Gemarkung Donsieders In: Willi Schmitt S. 413 ff.
  11. Jürgen Keddigkeit, Karl Scherer, Eckhard Braun, Alexander Thon, Rolf Übel: Pfälzisches Burgenlexikon Bd. 1 Kaiserslautern, Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde 1999 ISBN 3-927754-18-8
  12. Berthold Wilhelm: Erstmalige geschichtliche Nachrichten über Burgalben und den Rodenberg S. 464 f. In: Schmitt: Donsieders.
  13. Knöpp, S. 8; Matt, S. 9.
  14. Willi Schmitt: Donsieders in seiner Geschichte S. 396.
  15. Beamtenverzeichniß.
  16. Willi Schmitt S. 284.
  17. Willi Schmitt S. 366.
  18. Bericht des Bürgermeisters Bettinger aus dem Jahr 1928 zitiert nach: Willi Schmitt S. 672
  19. Willi Schmitt S. 236 und Geiger, Preuß, Rothenberger: Pfälzische Landeskunde Band 3, S. 323 Landau 1981 Selbstverlag
  20. Hedwig Brüchert: Zwangsarbeit 1939-1945 – der „Arbeitseinsatz“ von zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in den Regionen des heutigen Landes Rheinland-Pfalz Auf: Webseite der Universität Mainz zur Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz
  21. Willi Schmitt: Donsieders in seiner Geschichte S. 335 f.
  22. Angaben des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz
  23. Willi Schmitt, S. 83 ff.
  24. Roland Parl: Auswanderung aus der Pfalz vom 18. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts In: Michael Geiger, Günter Preuß, Karl-Heinz Rothenberger (Hrsg.): Pfälzische Landeskunde Bd. 3 Landau 1981
  25. Daten aus der Gemeindebestandsstatistik KommWis
  26. Angaben des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz
  27. http://www.infothek.statistik.rlp.de/lis/MeineRegion/gebieteInfoDetail.aspx?t=4&id=D&key=0734004007&kmaid=2505&zmaid=640&topic=2047&subject=111 Angaben des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz zu den Kommunalwahlen in Donsieders
  28. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  29. Firmendaten auf der Homepage der Firma POLY-TOOLS bennewart GmbH
  30. Generaldirektion Kulturelles Erbe des Landes Rheinland-Pfalz: Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz, Mainz 2009
  31. Amtsgericht Zweibrücken VR 20376.
  32. Webseite des Gesangvereins Fröhlichkeit 1883 e.V. Abgerufen am 17. Juni 2010.
  33. Amtsgericht Zweibrücken VR 20508.
  34. Die Frauengymnastikgruppe des SVD. Webseite des SV Donsieders. Abgerufen am 17. Juni 2010.
  35. Amtsgericht Zweibrücken VR 30181.
  36. Webseite der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Rodalben