Doppelangriff

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Ein Doppelangriff ist ein Zwangsmittel und deshalb ein sehr wichtiges taktisches Motiv im Schach. Er ist ein gleichzeitiger Angriff auf zwei Punkte (ungedeckte oder wertvolle Steine, wichtige Felder) durch denselben Stein (Gabel) oder zwei Steine (wenn der ziehende Stein gleichzeitig einen Abzugsangriff bewirkt). Ein Spezialfall ist die Rochade als Angriffszug, wie in einer Studie von Selesnjow.

Doppelangriffe stellen für die Verteidigung ein besonderes Problem dar, da häufig nicht beide Drohungen mit einem Zug abgewehrt werden können.

Ein verdeckter Doppelangriff ist der Spieß.

Doppeldrohung ist ein annäherndes Synonym für Doppelangriff, wobei der Begriff etwas allgemeiner verwendet wird – eine Drohung erstreckt sich mitunter über mehrere Züge, ohne dass konkret von Angriffen auf zwei verschiedene Felder gesprochen werden kann.

Beispiele für einen Doppelangriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Beispieldiagramm

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In dieser Stellung werden verschiedene Formen des Doppelangriffs illustriert:
Weiß am Zug kann mit 1. Ta8+ den schwarzen König und Turm h8 aufspießen.
Weiß am Zug kann mit 1. Sf7+ den schwarzen König und Turm h8 gabeln.
Weiß am Zug kann mit 1. 0–0–0+ mit der Rochade den schwarzen König und Turm b2 angreifen.
Schwarz am Zug kann mit 1. … Th1+ den weißen König und Turm aufspießen.

Partiebeispiel einer Doppeldrohung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrmann – Hussong
1930
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Schwarz am Zug

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Schwarz krönte seine Opfer-Kombination mit 1. … Tf4–f5!!. Das droht gleichermaßen mit Tf5–g5 und Se2–f4 matt, wogegen auch das Schlagen des Turmes e4xf5 (oder Se3xf5) nicht hilft. Weiß kann nicht beide Drohungen gleichzeitig parieren.[1]

Mehrfachdrohungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist möglich, gleichzeitig auch mehr als zwei Punkte anzugreifen. Das stellt jedoch meistens keine höhere Qualität dar, weil häufig bereits der Doppelangriff für die Verteidigung hinreichend problematisch ist, und im folgenden Zug nur eine der Drohungen letzten Endes ausgeführt werden kann. Deshalb ist der Begriff Mehrfachangriff kaum üblich. Dennoch gibt es Beispiele, in denen mehrere Drohungen aufgestellt werden und auch alle erforderlich sind.

KasparowKarpow
22. Matchpartie 1986, Variante
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2 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess plt45.svg Chess klt45.svg 2
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Schwarz am Zug verliert.

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Weiß droht hauptsächlich matt auf dreierlei Weise:

(a) 1. Db8–f4+ nebst matt
(b) 1. Sf8xg6 Df5xg6 2. Db8–h8+ Dg6–h7 3. Dg3xg7#
(c) wie b), 3. Dg3–g5#

Schwarz am Zug könnte mit 1. … Lg6–h7 (b) und (c) parieren, zögert jedoch bei (a) das Ende nur um einen Zug hinaus. Ansonsten hätte Schwarz nur die Möglichkeit, mit der Dame d1 die Punkte f4, g5 und g7 gleichzeitig zu schützen, doch dies ist unmöglich. 1. … Dd1–d2 lässt g7 ungedeckt und ermöglicht (b), 1. … Dd1–d4 desgleichen mit g5 und (c). Daher ist schnelles Matt durch die Dreifachdrohung unvermeidlich, sie ist dafür aber auch notwendig.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herrmann,F. – Hussong,Hugo, Frankfurt, 1930. Herderschach, abgerufen am 16. August 2015.
  2. Hans-Joachim Hecht und Gerd Treppner: Schach-WM Revanche-Kampf 1986. Beyer-Verlag 1986. S. 132