Doppelfalke (König)

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Doppelfalke in Hieroglyphen
Serech Double-Falcon.png

Doppelfalke

Doppelfalke war ein prädynastischer Herrscher der 0. Dynastie, welcher um etwa 3200 v. Chr. regierte. Angaben über seine exakte chronologische Position oder zu seiner Regierungsdauer sind derzeit nicht möglich.

Belege[Bearbeiten]

Doppelfalke ist hauptsächlich in der Nildelta-Region von Unterägypten nachweisbar, was darauf schließen lässt, dass sein Reich auf selbige begrenzt war. Ein einzelner Beleg stammt aus Abydos.[1] Die Funde, die seinen Namen tragen, sind überwiegend Ton- und Steingefäße und stammen aus El-Beda, Tura, El-Mehemdia sowie der nordwestlichsten Region des Sinai.[2]

Name und Identität[Bearbeiten]

Doppelfalkes königlicher Serech ist in seiner Darstellung einzigartig, denn er ist von zwei Horusfalken gekrönt. Die Falken schauen dabei einander an. Auffällig ist die Tatsache, dass der „Deckenbalken“ des Serech scharf eingeknickt ist und nicht die sonst übliche horizontale Linie aufweist. Jeder der Falken sitzt auf seiner eigenen Spitze. M. J. Cledat, Günter Dreyer und Edwin van den Brink vermuten dahinter eine tiefere Symbolik. Die beiden Falken könnten Unterägypten und den Sinai meinen, da Doppelfalke auch in Letzterem regiert zu haben scheint.[2]

Dreyer sieht sich in der Darstellung des „eingeknickten Serechs“ an Gardiner-Zeichen N26 (zwei Berggipfel) erinnert und liest den Namen als „Dju-Hor“ („Berg des Horus“).[3] Van den Brink hingegen liest den Namen als „Hor-Nebui“ und verweist auf eine Prunkpalette im Barbier-Mueller Museum von Genf, auf der eine Standarte mit den beiden Falken darauf zu sehen ist.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Eva-Maria Engel: Ein weiterer Beleg für den Doppelfalken auf einem Serech. In: Bulletin of the Egyptian Museum, Nr. 2, 2005, S. 65-69.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eva-Maria Engel: Ein weiterer Beleg für den Doppelfalken auf einem Serech. S. 65-69.
  2. a b M. J. Cledat In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. (MDAIK) Nr. 38. Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung, Berlin (Hg.). von Zabern, Berlin 1982, S. 9.
  3. vgl. Günter Dreyer In: MDAIK Nr. 55. Deutsches Archäologisches Institut, Orient-Abteilung, Berlin (Hg.). von Zabern, Berlin 1999, S. 26 (Abb. 1).
  4. Edwin (Cornelis Martinus) van den Brink: The Pottery-Incised Serekh-Signs of Dynasties 0-1. Part II: Fragments and Additional Complete Vessels. In: Archéo Nil 11, 2002, S. 114.


Vorgänger Amt Nachfolger
unsicher König von Ägypten
0. Dynastie
unsicher