Doppelmuldenfalzziegel

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Doppelmuldenfalzziegel

Der Doppelmuldenfalzziegel ist eine Weiterentwicklung des Falzziegels. Er besitzt eine doppelte Nut auf der einen und zwei Rippen auf der anderen Seite. Durch die Entwicklung des Pressdachziegels gewann seine Fertigung an Präzision. Dieser sturmsichere Dachziegel wird in fast allen Regionen Deutschlands eingesetzt.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Falzziegel mit einfacher Nut wurde von den Brüdern Gilardoni aus Altkirch bereits 1841 patentiert. Weil der Patentschutz damals nur zehn Jahre anhielt, kopierten viele Ziegeleien ab 1850 diesen sogenannten Herzziegel, und die Gilardonis patentierten am 21. März 1851[1] einen Ziegel mit doppelter Nut (tuile à double emboîtement), der an der Weltausstellung Paris 1855 ausgezeichnet wurde.

Pressdachziegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pressdachziegel sind mit Hilfe von Stempelpressen, meist Revolverpressen, zwischen einer Ober- und einer Unterform ausgepresste Dachziegel. Solche Pressdachziegelmodelle mit Kopf- und Seitenfalzen wurden 1881 von Wilhelm Ludowici, dem technischen Leiter der Ludowici Ziegelwerke auf der Basis des Herzziegels als Z1 entwickelt und verhalfen dem Unternehmen zum wirtschaftlichen Durchbruch.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emile Lejeune: Guide du briquetier du fabricant de tuiles, carreaux, tuyaux […], Paris: Librairie du Dictionnaire des Arts et Manufactures 1870, S. 331–334.
  • Willi Bender: Dachziegel als historisches Baumaterial, Edition anderweit, Suderburg-Hösseringen 1999, ISBN 978-3-931824-05-1.
  • Theodor Hugues: Großformatige Ziegel, Institut für Internationale Architektur-Dokumentation, München 2003, ISBN 978-3-920034-09-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bulletin de la Société d'encouragement pour l'industrie nationale, Paris 1855, Bd. 54, S. 588.