Doppelzündung

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Zündverteiler für Doppelzündung eines Sechszylindermotors (Porsche 993)

Doppelzündung in Verbindung mit Ottomotoren bedeutet, dass je Zylinder zwei Zündkerzen eingesetzt werden, um eine gleichmäßigere, vollständigere und damit energieeffizientere Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches zu gewährleisten. Die beiden Zündkerzen können dabei auch von verschiedenem Typ sein.

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders bei Motorrädern mit großen Einzelhubräumen je Zylinder wird die Doppelzündung verstärkt eingesetzt, ebenso bei Reihen-Vierzylindern von Alfa Romeo mit der Bezeichnung Twin Spark. In den 1920er und 1930er Jahren verwendete Daimler-Benz in den Kompressorwagen der Baureihe W 06 und den „Großen Mercedes“ W 07/W 150 eine Doppelzündung. Die beiden Porsche 911-Typen 964 und 993 (ohne Turbo) sowie der Porsche 550 waren ebenfalls mit einer solchen Anlage ausgestattet. Mercedes-Benz verwendete sie ab 1997 in V6- (M 112), V8- (M 113) und V12-Motoren (M 137) erneut, verzichtete bei deren Nachfolgern aber wieder darauf. Anders als bei Alfa Romeo und Porsche erfolgte die Zündung dort phasenversetzt, mit dem Ziel, das Geräuschniveau und den Schadstoffausstoß zu minimieren.

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine doppelte Zündkerzenanordnung (weitergehend: eine komplett doppelte Zündanlage) wird seit den 1910er Jahren im Flugmotorenbau verwendet (z. B. im Mercedes D III) und ist heute in Flugzeugen mit Kolbenmotoren Pflicht. Zur Erhöhung der Betriebssicherheit müssen diese Motoren in der Lage sein, bei Ausfall einer Zündanlage weiter zu arbeiten. Charakteristisch hierfür ist der Magnet-Check vor dem Start: hierfür stellt der Pilot bei angezogener Bremse eine vorgegebene Motordrehzahl ein und schaltet nacheinander die eine und die andere Zündanlage ab. Dies geschieht im Run-up-Area abseits des Flugplatzverkehrs, um wartende Flugzeuge durch evtl. mit dem Propellerluftstrom mitgeführte Steine nicht zu gefährden. Alternativ ist auch die Variante verbreitet, sich zum Magnet-Check schräg in die Schlange der wartenden Flugzeuge einzureihen; auch dadurch werden die anderen Flugzeuge nicht vom Luftstrom getroffen. Beim Magnet-Check ist insbesondere auf einen identischen Drehzahlabfall auf beiden Zündkreisen zu achten: Eine Drehzahldifferenz deutet auf einen Zünddefekt in einer der beiden Anlagen hin, wodurch in einer der beiden Abschaltungen mindestens ein Zylinder nicht mitarbeitet. Der Magnet-Check hat seinen Namen von der Magnetzündung, ein Zündsystem aus alten Tagen des Motorenbaues, das batterieunabhängig funktioniert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Kasedorf: Kfz-Motorentest. Ottomotoren. 7. neu bearbeitete Auflage. Vogel Buchverlag, Würzburg 1997, ISBN 3-8023-0461-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]