Dordrecht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Dordrecht
Flagge der Gemeinde Dordrecht
Flagge
Wappen der Gemeinde Dordrecht
Wappen
Provinz Südholland Südholland
Bürgermeister Wouter Kolff (VVD)
Sitz der Gemeinde Dordrecht
Fläche
 – Land
 – Wasser
99,47 km2
78,83 km2
20,64 km2
CBS-Code 0505
Einwohner 118.450 (31. Aug. 2017[1])
Bevölkerungsdichte 1191 Einwohner/km2
Koordinaten 51° 49′ N, 4° 39′ OKoordinaten: 51° 49′ N, 4° 39′ O
Bedeutender Verkehrsweg A16 E19 N3 N217
Vorwahl 078
Postleitzahlen 3300–3329
Website Homepage von Dordrecht
LocatieDordrecht.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Dordrecht (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) ist eine Stadt und Gemeinde in der niederländischen Provinz Südholland, auf der gleichnamigen Insel. Sie liegt ungefähr zwanzig Kilometer südöstlich von Rotterdam. Ihre Gesamtfläche liegt bei 99,47 km², davon sind jedoch mehr als ein Fünftel (20,64  km²) Wasserfläche.[2] Die Einwohnerzahl betrug am 31. August 2017 laut Angabe des CBS 118.450 Einwohner. Dordrecht ist damit die fünftgrößte Stadt der Provinz. Um sie herum teilt sich der Rheinarm Beneden Merwede in den Kanal Noord, die Oude Maas und den Dordtsche Kil. Dieses „Drei-Flüsse-Eck“ im Norden der Stadt ist einer der am meist befahrenen Wasserwege der Niederlande.

Das Stadtgebiet erstreckt sich über die ganze Dordrechter Insel, während das Kerngebiet der Stadt sich im Nordwesten befindet.

Neben Werften finden sich holz- und metallverarbeitende Industrie sowie ein kleinerer Seehafen in der Stadt.

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dordrecht erhielt seine Stadtrechte 1220, womit die Stadt die älteste im ehemaligen Holland (aber nicht in den Niederlanden) ist. 1421 wurden mit der Sankt-Elisabeth-Flut große Teile Südhollands überschwemmt, wodurch Dordrecht zur Insel wurde. Die strategisch wertvolle Lage der Stadt, die auch ein Stapelrecht hatte, machte sie etwa ab 1299 zu einem wichtigen Handelszentrum. Handelsgüter am Orte waren Wein, Holz und Getreide. Die Hanse wusste das Handelszentrum Brügge mit dem Standort Dordrecht mehrfach politisch erfolgreich unter Druck zu setzen.

Joan Blaeu: Dordrecht 1652

Am 15./16. Juli 1572 kamen Repräsentanten der meisten Städte der Niederlande in Dordrecht, im Gebäude „Het Hof“, zusammen. Dort machten sie Wilhelm von Oranien zu ihrem Führer und erklärten ihre Unabhängigkeit von Spanien. Diese Dordrechter Ständeversammlung markiert somit den Beginn des Niederländischen Unabhängigkeitskampfes. 1618/1619 fand in Dordrecht als Dordrechter Synode eine wichtige religiöse Zusammenkunft der zwei reformierten Kirchen der Niederlande statt, um die Statenvertaling, die erste holländische Bibelübersetzung, zu beratschlagen. 1632 wurde auf einer von den niederländischen Mennoniten einberufenen Synode das Dordrechter Bekenntnis beschlossen. Im 18. Jahrhundert nahm die Bedeutung von Dordrecht zugunsten Rotterdams erheblich ab.

Durch die Jahrhunderte hat Dordrecht eine Schlüsselposition bei der Verteidigung von Holland eingenommen. Bis weit in das 20. Jahrhundert war Dordrecht Garnisonsstadt. In der Benthienkazerne entlang der Oude Maas waren Pioniere stationiert. Während der Mobilisierung im August 1939 wurden Mannschaften nach Dordrecht gesandt, um die Insel zu verteidigen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Dordrecht und seine Umgebung der Mittelpunkt der Schlachten im Winter 1944/1945. Die Grenze zwischen befreitem und besetztem Gebiet lag damals beim Hollands Diep. 1970 gemeindete Dordrecht den bisher selbstständigen Ort Dubbeldam, sowie den auf der Insel von Dordrecht gelegenen Teil der (erhaltenen) Gemeinde Sliedrecht ein.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Dordrecht
Blasonierung: „Auf dem roten Schild mit dem weißen Pfahl ruht eine goldene Krone. Schildhalter sind zwei goldene Greifen mit silbernen Krallen.“

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Flusskai und das Groothoofds-Tor
  • Die gotische Grote Kerk („Große Kirche“) mit unvollendetem Turm, den man besteigen kann
  • Kanäle
  • Kaufmannshäuser, darunter das Museum „Simon van Gijn“, im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts eingerichtet, mit Kunst- und Raritätensammlungen
  • „Het Hof“, ehemaliges Augustinerkloster, später Hof des Statthalters, jetzt Kulturzentrum
  • Das Dordrechts Museum mit zum Teil sehr bedeutenden Gemälden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert; bis 2009 wurden hier viele Bilder aus dem damals in Restaurierung befindlichen Amsterdamer Rijksmuseum ausgestellt
  • Die Giebelhäuser in der Wijnstraat („Weinstraße“); viele beherbergen eine Antiquitätenhandlung oder ein Antiquariat
  • Südlich und östlich der Stadt liegt der Nationalpark De Biesbosch, ein Feuchtgebiet

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dordrecht unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dordrecht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Dordrecht – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand August 2017Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. [1] Demografische kerncijfers per gemeente 2014 (Demografische Kennziffern der Gemeinden 2014), herausgegeben von Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS), Broschüre im PDF-Format (niederländisch), Seite 38, abgerufen am 12.03.2018