Zum Inhalt springen

Dorfgastein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dorfgastein
Wappen Österreichkarte
Wappen von Dorfgastein
Dorfgastein (Österreich)
Dorfgastein (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Land Salzburg Salzburg
Politischer Bezirk: St. Johann im Pongau
Kfz-Kennzeichen: JO
Fläche: 54,09 km²
Koordinaten: 47° 15′ N, 13° 6′ OKoordinaten: 47° 14′ 30″ N, 13° 6′ 21″ O
Höhe: 812 m ü. A.
Einwohner: 1.745 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 32 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5632
Vorwahl: 06433
Gemeindekennziffer: 5 04 05
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Dorfstraße 35
5632 Dorfgastein
Website: www.dorfgastein.at
Politik
Bürgermeister: Bernhard Schachner (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2024)
(17 Mitglieder)
4
9
4
Insgesamt 17 Sitze
Lage von Dorfgastein im Bezirk St. Johann im Pongau
Lage der Gemeinde Dorfgastein im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)Bad GasteinAltenmarkt im PongauBad HofgasteinBischofshofenDorfgasteinEben im PongauFilzmoosFlachau (Salzburg)ForstauGoldegg im PongauGroßarlHüttauHüttschlagKleinarlMühlbach am HochkönigPfarrwerfenRadstadtSt. Johann im PongauSt. Martin am TennengebirgeSankt Veit im PongauSchwarzach im PongauUntertauernWagrain (Pongau)WerfenWerfenwengSalzburg
Lage der Gemeinde Dorfgastein im Bezirk St. Johann im Pongau (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Westansicht von Dorfgastein
Westansicht von Dorfgastein
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Dorfgastein [ˈdɔɐ̯fɡastaɪ̯n] ist die nördlichste und mit 1745 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) kleinste Gemeinde im Gasteinertal im Bezirk St. Johann im Pongau in Österreich.

Geografische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgastein liegt im Tal der Gasteiner Ache. Im Norden wird die Gemeinde von deren Klamm vor der Steilstufe ins Salzachtal begrenzt. Im Osten bilden die Gipfel der Ankogelgruppe die Grenze, im Westen die der Goldberggruppe. Die höchsten Berge sind der Bernkogel (2325 m ü. A.) und der Sladinkopf (2305 m ü. A.) in der Goldberggruppe. Zwischen den Gipfeln der Arlspitze und des Kieserls in der Ankogelgruppe liegt der Gebirgspass Arltörl. Weitere bedeutende Berge im Gemeindegebiet sind das Fulseck, der Urkübl und die Gasteiner Höhe in der Ankogelgruppe sowie die Schwarzwand, der Jedlkopf, der Kar-Katzenkopf, die Mooseckhöhe, der Tagkopf, das Wetterkreuz, der Wachtberg, das Hahnbalzköpfl, das Rauchkögerl und das Kreuzkögerl in der Goldberggruppe. Zu den Nebenbächen der Gasteiner Ache in Dorfgastein zählen der Bernkogelbach, der Luggauer Bach und der Mayerhofbach.[1]

Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 54,09 Quadratkilometer. Davon sind 13 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 48 Prozent Wald und 34 Prozent Almen.[2] Im Nordosten hat die Gemeinde Anteil am 867,05 ha großen Naturschutzgebiet Paarseen-Schuhflicker-Heukareck.[3]

Gemeindegliederung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025):[4]

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dorfgastein und Klammstein.

Ortsteile sind Dorfgastein, Luggau (Katastralgemeinde Dorfgastein) und Maierhofen, Unterberg (Katastralgemeinde Klammstein).

Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Gastein. Seit 2003 ist die Gemeinde Teil des Gerichtsbezirks Sankt Johann im Pongau.

Nachbargemeinden

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lend (ZE) Sankt Veit im Pongau
Rauris (ZE) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Großarl
Bad Hofgastein

1212 erfolgte eine urkundliche Erwähnung der Benutzung der Gasteiner Klamm als Reit- und Saumpfad. 1342 war die erste urkundliche Erwähnung als ze Dorff in der ältesten Gasteiner Bergbauordnung. 1350 erfolgte die Kirchengründung der Rupertuskirche zu Dorff.

Bis 1520 war Burg Klammstein Verwaltungszentrum, Sitz des erzbischöflichen Pflegers von Gastein, Maut- und Sicherungsplatz am Taleingang. 1735 erfolgte ein erster Schulunterricht in Dorfgastein, 1921 gab es elektrisches Licht in den Klassen. 1893 wurde in Dorfgastein ein Telegrafenamt eingerichtet. 1927 war die Eröffnung des Schulgebäudes. 1959 erfolgte die Eröffnung des ersten Dorfgasteiner Schiliftes.

Das Solarbad, das nach Plänen von Gerhard Garstenauer im Jahr 1978 nordöstlich des Ortszentrums errichtet wurde, bietet nicht nur besondere Blicke auf das Gebirgspanorama, sondern passt sich mit den Terrassen, Rampen und Treppen an das Gelände an und nutzt die passive Sonneneinstrahlung optimal aus.[5]

1954–2018 betrieb der ORF die Senderbahn Luxkogel, eine einspurige Gondelbahn für Material und Personen von „Seilbahnbau de Pretis, Villach“ zur Wartung des – bestehen bleibenden – Rundfunk- und TV-Senders ohne Straßenanschluss am Gipfel des 1824 m hohen, steilen Luxkogels.[6][7]

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Dorfgastein: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
755
1880
  
782
1890
  
770
1900
  
716
1910
  
931
1923
  
874
1934
  
966
1939
  
996
1951
  
1.143
1961
  
1.172
1971
  
1.384
1981
  
1.433
1991
  
1.481
2001
  
1.649
2011
  
1.628
2021
  
1.665
2025
  
1.745
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021
Gemeindeamt
Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 80,7 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,6 %
(−0,7 %p)
24,9 %
(+11,1 %p)
23,5 %
(−8,6 %p)
n. k. %
(−1,7 %p)
20192024

Die Gemeindevertretung hat insgesamt 17 Mitglieder.

  • 1994–1997 Adolf Dertnig (SPÖ)[12]
  • 1997–1999 Rudolf Trauner (SPÖ)[13]
  • 1999–2004 Karl Harlander (ÖVP)[14]
  • 2004–2019 Rudolf Trauner (SPÖ)[15]
  • seit 2019 Bernhard Schachner (ÖVP)[16]

Folgendes Wappen wurde der Gemeinde 1952 verliehen: „In Rot eine von zwei goldenen Kugeln begleitete geschweifte goldene Spitze. Die Spitze ist belegt mit einer roten Kugel.“

Das Wappen ähnelt dem der Herren von Goldegg, die im 13. Jahrhundert die Burg Klammstein erbauten. Die drei Kugeln stammen aus dem Wappen des Stiftes Nonnberg, das Grundbesitz im Bereich von Unterberg hatte.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Burg Klammstein
Pfarrkirche Dorfgastein

Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Schigebiet am Fulseck, Blick nach Südosten zum Kreuzkogel

Das Skigebiet Großarltal–Dorfgastein, Teil von Ski amadé[18][19] erstreckt sich über den Kreuzkogel, von 885 m bei Großarl bis auf 2027 m Höhe, wo der Anschluss in das Großarltal nach Großarl liegt. Etwa 80 Pistenkilometer sind durch fünf Seilbahnen, acht Sessel- und fünf Schlepplifte erschlossen. Die Beförderungskapazität liegt bei rund 29.000 Personen pro Stunde. Shuttlebusse verbinden Dorfgastein mit der Skischaukel Schloßalm-Angertal-Stubnerkogel (Bad Gastein, Bad Hofgastein).

Dorfgastein verfügt über einen Kindergarten und eine Volksschule, danach müssen die Kinder entweder nach Bad Hofgastein in die Hauptschule oder nach St. Johann im Pongau in das Gymnasium pendeln.

Die Österreichischen Bundesforste betreiben seit März 2018 im Ortsteil Luggau das Kleinwasserkraftwerk Luggauerbach mit 1,1 MW Leistung und 4.000 MWh Jahreserzeugung. Die sechsdüsige Peltonturbine wird mit vertikaler Achse betrieben.[20][21]

  • Freiwillige Feuerwehr Dorfgastein
  • Musikkapelle Strochner
  • Kameradschaftsbund Dorfgastein
  • Gasteiner Schützenkompanie
  • Herreitergruppe Dorfgastein
  • Trachtenverein Dorfgastein
  • Imkerverein Dorfgastein
  • Bergrettung Dorfgastein
  • Wasserrettung Dorfgastein
  • Alpenverein Dorfgastein
  • Sportvereine: Tennisverein Dorfgastein ASKÖ Stoani, Drachenflieger Club Die Dorfgasteiner Thermikgeier, USV Dorfgastein, Wintersportverein Dorfgastein, Eisschützenverein Dorfgastein und Sportschützenverein Dorfgastein, Plattenwerferverein Dorfgastein

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Andreas Rieser (1908–1966), katholischer Seelsorger und Verfolgter im Nationalsozialismus, sieben Jahre Konzentrationslager überlebt
  • Willi Köstinger sen. (* 1914), ehem. Nordischer Skisportler, Olympiateilnehmer 1936, WM-Teilnehmer, Österreichischer Meister, Mitbegründer des WSV Dorfgastein
  • Willi Köstinger jun. (1940–2014), Nordischer Skisportler, Olympiateilnehmer 1964, WM-Teilnehmer, mehrfacher Österreichischer Meister
  • Kurt Engl (* 1979), alpiner Skirennläufer
  • Heidemarie Rest-Hinterseer (* 1959), ehemalige Nationalratsabgeordnete, lebt in Dorfgastein
  • Sebastian Hinterseer: Heimatbuch Dorfgastein. Eigenverlag der Gemeinde Dorfgastein, Salzburger Druckerei, Salzburg 1981.
  • Sebastian Hinterseer: Hausgeschichte von Dorfgastein, Mayerhofen, Unterberg, Luggau und die Pfarrherren und Vikare Dorfgasteins. Manuskript.
  • Hans-Peter Kauth: Alpine Landwirtschaft und Tourismus am Beispiel von Dorfgastein. Geographisches Institut der Universität Mannheim, Mannheim 1991.
  • Kurt Ramskogler: Schipistenökologische Untersuchungen der Waldpisten Schlossalm, Stubnerkogel, Dorfgastein. Untersuchung. Univ. für Bodenkultur, Inst. für Waldbau, Wien 1984.
  • Ferdinand Scheminzky, Gottfried Wolfgang: Führer durch Bad Gastein, Hofgastein und Dorfgastein. Krauth, Bad Gastein 1955.
  • Ernst Schieferer: Dorfgastein im schönen Salzburgerland. Eigenverlag Pfarramt Dorfgastein, 1950.
  • Michael Böhm, Thomas Prodinger, Robert Loizl: Hochwasserschutz Gasteiner Ache Dorfgastein. Baudokumentation über ein Hochwasserschutzprojekt im Gasteinertal. Land Salzburg, Mai 2017.
  • Ilona Grabmaier: Männlichkeit in der Krise? Die ritualisierte Konstruktion und Reproduktion hegemonialer Männlichkeitsvorstellungen am Beispiel des Krampuslaufes in Dorfgastein. 2013.
  • Fritz Gruber: Altslowenische Namen Gasteins. Manuskript 1972/73.
  • Fritz Gruber: Mosaiksteine zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Umgebung. Eigenverlag, Gastein 2012.
Commons: Dorfgastein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Dorfgastein – Reiseführer

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. SAGIS (Salzburger Geographisches Informationssystem). Land Salzburg, abgerufen am 1. Mai 2025.
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Dorfgastein, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  3. Schutzgebiet Paarseen-Schuhflicker-Heukareck. Land Salzburg, abgerufen am 1. Mai 2025.
  4. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  5. Otto Kapfinger, Roman Höllbacher, Norbert Mayr: Baukunst in Salzburg seit 1980: Ein Führer zu 600 sehenswerten Beispielen in Stadt und Land. Ein Führer zu 600 sehenswerten Beispielen in Stadt und Land. Initiative Architektur, Salzburg 2010, S. 300.
  6. Rundfunksender in Österreich > Pongau, Salzburg > Luxkogel … wabweb.net, 2009 (?), abgerufen am 11. März 2019.
  7. Lift-World :: Liftdatenbank : 11-AT Luxkogel-Seilbahn seilbahntechnik.net, aktualisiert 29. Dezember 2018, abgerufen am 11. März 2019.
  8. Wahlergebnisse 2009. Land Salzburg, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  9. Wahlergebnisse 2014. Land Salzburg, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  10. Wahlergebnisse 2019. Land Salzburg, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  11. Land Salzburg - Wahlergebnisse. Abgerufen am 19. März 2024.
  12. Adolf Dertnig. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  13. Rudolf Trauner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  14. Karl Harlander. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  15. Rudolf Trauner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  16. Bürgermeister. Gemeinde Dorfgastein, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  17. Chronik. Gemeinde Dorfgastein, abgerufen am 11. Dezember 2021.
  18. Skiregionen: Skigebiet Großarltal-Dorfgastein. Ski amadé
  19. Großarl Tal. bergfex.at – mit Pistenkarte
  20. Untertauern. Neues Kraftwerk an der Taurach eröffnet. Viertes seiner Art in Salzburg. In: salzburg24.at. 15. Juli 2019, abgerufen am 25. März 2025.
  21. Kleinwasserkraftwerk Luggauerbach. In: bundesforste.at. Abgerufen am 1. Februar 2020.