Dorfkirche Müggelheim

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Dorfkirche Müggelheim

Die evangelische Dorfkirche Müggelheim im Berliner Ortsteil Müggelheim ist eine der über 50 unter Denkmalschutz stehenden Dorfkirchen in Berlin. Sie entstand von 1803 bis 1804 nach Plänen des Architekten Thile (unter der Leitung des Baumeisters Berger) und ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles Alt-Müggelheim 1–22.[1]

Sie gehört mit ihren kleinen Dimensionen, ihrer Schlichtheit und der Prägung durch die ländlich-dörfliche Umgebung zu den neuzeitlichen Dorfkirchen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel zur 100-Jahr-Feier Müggelheims

Die Kirche wurde nach zweijähriger Bauzeit am 1. Juli 1804 eingeweiht. 1847 brachte man zur 100-Jahr-Feier Müggelheims eine Gedenktafel an die Gründer Müggelheims an.

Im Jahr 1908 stürzte der Dachstuhl ein, der bis 1910 erneuert wurde. Im Zuge dieser Baumaßnahmen erhielt die Kirche einen Dachreiter, in dem 1911 zwei Bronzeglocken aufgehängt wurden.[3] 1938 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1943 beschädigt und zunächst als Möbellager genutzt. 1950 erhielt sie bleiverglaste Fenster von Paul Rotkait aus Altglienicke.[4] 1962 erfolgte ein Umbau zu einer beheizbaren Winterkirche.[5] 1963 wurde mit dem Einbau einer Orgel der Firma Schuke aus Potsdam begonnen, die Ostern 1964 eingeweiht wurde.[6]

Zum Ortsjubiläum im Jahr 1997 erhielt sie wieder eine zweite Glocke,[7] nachdem seit dem Ersten Weltkrieg nur eine Glocke im Dachreiter gehangen hatte.[4] Die Dorfkirche wird heute unter anderem für Konzerte genutzt.

In der Nacht vom 22. zum 23. Januar 2014 wurde ein Brandanschlag auf das Gebäude verübt, bei dem auch einige der bleiverglasten Fenster beschädigt wurden.[8]

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im klassizistischen Stil errichtete Bauwerk ist ein für den protestantisch-reformierten Kirchenbau typischer Zentralbau,[2] der die Kanzel wegen der Predigt („allein durch die Schrift“) zwecks besserer Hörbarkeit möglichst nahe in die Mitte der Kirche und die Stühle der Gottesdienstteilnehmer möglichst nahe an die Kanzel rücken will.[9] Der Kanzelaltar befindet sich entgegen der sonst üblichen Ost-Ausrichtung an der südwestlichen Seite der Kirche. Sie hat einen schlichten, quadratischen Grundriss. Das Mauerwerk ist verputzt und weist drei Achsen auf. Die hohen rechteckigen Fenster folgen dem Muster des Quersaalbaues des 17. Jahrhunderts für evangelische und reformierte Kirchen.[10] Es gibt Emporen und zwei Zugänge. Die Kirche hat ein Walmdach. Im Inneren ist der Bau mit einer Flachdecke auf vier Holzsäulen ausgestaltet.

Gemeinsam mit der Dorfkirche Zehlendorf und der Dorfkirche Buch sind sie die einzigen Zentralbauten unter den Dorfkirchen in Berlin, wobei aber Zehlendorf und Buch mittelalterliche Vorgängerbauten hatten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorfkirche Müggelheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsteil Müggelheim (Memento vom 21. April 2014 im Internet Archive), Webseite der Unteren Denkmalschutzbehörde Treptow-Köpenick, abgerufen am 21. Juni 2012.
  2. a b vgl. III. Typen im Artikel Dorfkirche (von Erich Bachmann) in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Band 4, Stuttgart 1958, S. 245–274.
  3. Das Müggelheim-Buch. Berlin 1997, S. 99.
  4. a b B. Kovalewski, in: Herbert Pieper: Die Müggelheimer Kirche. Herausgegeben von der Evangelischen Kirchgemeinde Müggelheim, Berlin 2004, S. 27.
  5. Dorfkirche Müggelheim, auf berlins-alte-dorfkirchen.de, abgerufen am 21. Juli 2012.
  6. Zeittafel des Müggelheimer Heimatvereins, abgerufen am 21. Juni 2012; Das Müggelheim-Buch. Berlin 1997, S. 101.
  7. Müggelheimer Kirche feiert ihren 200. Geburtstag im Müggelheimer Boten, 10. Jg., Ausgabe 6/2004, Juni 2004.
  8. Anke Schwedusch-Bishara: Brandanschlag auf die Dorfkirche (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive). In: Müggelheimer Bote, 20(2014)2.
  9. Stefanie Lieb: Himmelwärts. Geschichte des Kirchenbaus von der Spätantike bis heute, Berlin/Leipzig 2010, S. 92 f; Paul und Tessa Clowney: „Kirchen entdecken: Ein Bildführer durch 2000 Jahre Kirchenbau“, Wuppertal 1989, S. 72–74.
  10. B. Kovalewski, in: Herbert Pieper: Die Müggelheimer Kirche. Herausgegeben von der Evangelischen Kirchgemeinde Müggelheim, Berlin 2004, S. 25.

Koordinaten: 52° 24′ 42″ N, 13° 39′ 46,7″ O