Dorfkirche Mellenthin

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Kirche Mellenthin
Blick in die Kirche mit Grabplatte an der Südwand
Westempore mit Orgel

Die Dorfkirche Mellenthin ist eine von drei Kirchen der Kirchengemeinde Morgenitz in der Propstei Pasewalk im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Bis 2012 gehörte sie zum Kirchenkreis Greifswald der Pommerschen Evangelischen Kirche. Sie befindet sich in Mellenthin im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf der Insel Usedom.

Anfang des 14. Jahrhunderts wurde in Mellenthin eine Kapelle als Filial der Usedomer Paulskirche errichtet. Aus dieser Zeit stammen der aus Feldstein errichtete Chor mit dem Ostgiebel der Kirche und die nördlich angebaute Sakristei. Der Chor hat im Inneren Kreuzrippengewölbe und ist durch einen spitzen Triumphbogen vom Kirchenschiff getrennt. Die Sakristei diente den früheren Besitzern und Patronen von Mellenthin als Begräbnisstätte.

Zum Anfang des 15. Jahrhunderts erfolgte der Bau des Langhauses aus Feld- und Backstein mit rundbogigen Fenstern. Am Südportal wurde eine Trogmühle eingemauert, die lange Zeit als Weihwasserbecken diente. Das spitzbogige Westportal ist dreifach abgetreppt. Der wohl noch im 15. Jahrhundert errichtete Westturm erhielt 1755 eine geschweifte Haube mit oktogonalem Helm.

Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Deckenmalereien im Chor mit alt- und neutestamentlichen Szenen sowie dem Martyrium des Heiligen Erasmus, die in den 1930er Jahren freigelegt wurden. Zwischen 2000 und 2005 erfolgte eine umfangreiche Sanierung und Konservierung der Malereien.[1]

Auf einer Grabplatte an der Südwand sind der Erbauer des Wasserschlosses Mellenthin Rüdiger von Neuenkirchen († 1594) und seine Frau Ilsabe von Eickstedt dargestellt. Während der Reformationszeit in Pommern eigneten sich die von Neuenkirchen das Pfarrland an, so dass die Pfarre einging. Seit dieser Zeit wird die Mellenthiner Gemeinde durch den Pfarrer der Morgenitzer Kirche mitversorgt.

Altar, Gestühl, Beichtstuhl und Westempore stammen aus dem 18. Jahrhundert, die Kanzel von 1650. Ein Gemälde mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts ist auf 1694 datiert, ein Kreuzigungsbild auf 1698. Die Glocke wurde von Friedrich II. von Hessen-Homburg gestiftet und 1654 vom Stettiner Glockengießer G. Köckritz gefertigt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Metz: Kirchen auf Usedom. Baltic-Verlagsagentur, Greifswald 1993, S. 49–52.
  • Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale in Mecklenburg-Vorpommern. Vorpommersche Küstenregion. Henschelverlag, Berlin 1995, S. 335–336.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorfkirche Mellenthin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Modellhafte Entsalzung und Konservierung umweltgeschädigter und mikrobiell belasteter spätmittelalterlicher Wandmalereien im Chor der Kirche in Mellenthin auf Usedom

Koordinaten: 53° 55′ 19,4″ N, 14° 0′ 48,6″ O