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Dorfkirche Mellenthin

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Kirche Mellenthin.

Die Dorfkirche Mellenthin ist eine von drei Kirchen der Kirchengemeinde Morgenitz in der Propstei Pasewalk im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Bis 2012 gehörte sie zum Kirchenkreis Greifswald der Pommerschen Evangelischen Kirche. Sie befindet sich in Mellenthin im Landkreis Vorpommern-Greifswald auf der Insel Usedom.

Die Dorfstraße führt als zentrale Verbindungsachse sowohl von Norden wie auch von Süden in den historischen Ortskern. Ebenso zweigt sie nach Nordosten und zeigt dort in einer Sichtachse auf das Wasserschloss Mellenthin. In dem so aufgespannten, dreiecksförmigen Grundstück steht die Kirche auf einem Grundstück, dass mit einer Mauer aus rötlichen Steinen eingefriedet ist.

Das Dehio-Handbuch vermutet, dass der Chor „wohl“ bereits zum Ende des 13. Jahrhunderts entstand. Das Kirchenschiff wurde Anfang des 14. Jahrhunderts als Filial der Usedomer Paulskirche errichtet. Im 15. Jahrhundert kam der Westturm hinzu. Er erhielt 1755 eine geschweifte Haube mit oktogonalem Helm. Zwischen 2000 und 2005 erfolgte eine umfangreiche Sanierung und Konservierung der Malereien.[1]

Baubeschreibung

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Blick in die Kirche mit Grabplatte an der Südwand.

Der Chor hat einen quadratischen Grundriss und entstand aus Feldsteinen. Er besitzt im Inneren Kreuzrippengewölbe und ist durch einen spitzen Triumphbogen vom Kirchenschiff getrennt. Der östliche Giebel ist mit zweizonigen Blenden sowie einem Zahnfries und getreppten Rautenblenden versehen. Verbaut wurden, was selten vorkam, auch Backsteine mit Näpfchen und Rillen.[2] Nördlich ist eine Sakristei von 1650, die den früheren Besitzern und Patronen von Mellenthin als Begräbnisstätte diente. Das Kirchenschiff entstand im Wesentlichen aus Mauersteinen mit rundbogigen Fenstern. Am Südportal wurde eine Trogmühle eingemauert, die lange Zeit als Weihwasserbecken diente. Nach Westen schließt sich der Kirchturm an. Er kann durch ein dreifach getrepptes, spitzbogenförmiges Portal betreten werden; darüber eine Archivolte in Dreipassform.

Westempore mit Orgel.

Das kleine Altarretabel aus dem 18. Jahrhundert zeigt das Abendmahl Jesu und ist mit reich verzierten Wangen aus Akanthus geschmückt. Die Kanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zur weiteren Kirchenausstattung gehört ein barockes Gestühl sowie ein Beichtstuhl, die ornamental bemalt wurden. Ein Gemälde mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts ist auf 1694 datiert, ein Kreuzigungsbild auf 1698. Die Glocke wurde von Friedrich II. von Hessen-Homburg gestiftet und 1654 vom Stettiner Glockengießer G. Köckritz gefertigt.

Aus den Jahren um 1420/1430 stammen die Deckenmalereien im Chor mit alt- und neutestamentlichen Szenen sowie dem Martyrium des Heiligen Erasmus, die in den 1930er Jahren freigelegt wurden. Sie stammen vermutlich aus der Werkstatt der Marienkirche in Stralsund.

Auf einer Grabplatte an der Südwand sind der Erbauer des Wasserschlosses Mellenthin Rüdiger von Neuenkirchen († 1594) und seine Frau Ilsabe von Eickstedt dargestellt. Von ihnen beiden befindet sich des Weiteren ein Allianzwappen im Kirchbau, von der Ausführung her etwas jüngeren Datums.[3] Während der Reformationszeit in Pommern eigneten sich die von Neuenkirchen das Pfarrland an, so dass die Pfarre einging. Seit dieser Zeit wird die Mellenthiner Gemeinde durch den Pfarrer der Morgenitzer Kirche mitversorgt.

Die Westempore stammt wohl aus der Zeit um 1700 und ist mit allegorischen Emporenmalerei reich verziert. Darauf steht eine Orgel, die 1879 von Barnim Grüneberg errichtet wurde. Das Instrument hat ein neugotisches Prospekt, ein Manual und vier Register. Allerdings sind die Pfeifen nicht mehr original; sie mussten vermutlich 1917 für Kriegszwecke abgegeben werden. Durch Vandalismus und Diebstahl wurde das Instrument in den letzten Jahrzehnten beschädigt. Seit einigen Jahren wird die Kirche daher durch ehrenamtliche Mitglieder betreut. Im Jahr 2020 wird das Instrument restauriert.[4]

Grabplatte d. Familie v. Neuenkirchen.

Es gibt eine Sage vom Ritter Neuenkirchen mit der Goldenen Kette, im Kontext zu seinem Grab in der Dorfkirche zu Mellenthin, mehrfach dokumentiert ab dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts.[5][6]

  • Hugo Lemcke: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Stettin. Heft IV: Der Kreis Usedom-Wollin. Hrsg. Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde, Kommissions-Verlag Léon Saunier, Stettin 1900, S. 367–374.
  • Brigitte Metz: Kirchen auf Usedom. Baltic-Verlagsagentur, Greifswald 1993, S. 49–52.
  • Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale in Mecklenburg-Vorpommern. Vorpommersche Küstenregion. Henschelverlag, Berlin 1995, S. 335–336.
  • Hans-Christian Feldmann u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Mecklenburg-Vorpommern. 2. Auflage, Hrsg. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung, Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2016, ISBN 978-3-422-03128-9.
Commons: Dorfkirche Mellenthin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. DBU.de/Projekt 08382: Modellhafte Entsalzung und Konservierung umweltgeschädigter und mikrobiell belasteter spätmittelalterlicher Wandmalereien im Chor der Kirche in Mellenthin auf Usedom. Stand vor 28. November 2024.
  2. Theodor Prüfer: Archiv für Kirchliche Baukunst und Kirchenschmuck. Zum Alten das Neue. II. Jahrgang, Selbstverlag, Berlin 1877, S. 56 f.
  3. U. a. Inaugenscheinnahme, Mellenthin, am Dienstag, 5. Mai 2026.
  4. Julia Greipl: Frischer Wind in alten Pfeifen – Fast fertig: Die Orgel in der Mellenthiner Dorfkirche auf Usedom, In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Ausgabe 1/2020, Bonn 2020, ISSN 0941-7125, S. 32–33.
  5. J. G. Th. Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staats. Band 2, Verlag von Carl Flemming, Glogau 1871, S. 457. Nr. 414.
  6. Vgl. Werner Jansen: Die Buecher deines Volkes. Die Volkssagen. Neu an den Tag gegeben. Bilder: Paul Hey, Georg Westermann Verlag, Hamburg / Braunschweig / Berlin 1923, S. 190.

Koordinaten: 53° 55′ 19,4″ N, 14° 0′ 48,6″ O