Dorlar (Schmallenberg)

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Koordinaten: 51° 13′ 12″ N, 8° 14′ 2″ O

Dorlar
Höhe: 340 m
Einwohner: 872 (31. Dez. 2015)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 57392
Vorwahl: 02971
Dorlar (Schmallenberg)
Dorlar

Lage von Dorlar in Schmallenberg

Dorlar

Dorlar ist ein Ortsteil der Stadt Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorlar liegt rund acht Kilometer nordwestlich von Schmallenberg. Durch den Ort führt die Bundesstraße 511 und fließt die Leiße.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Orte sind Frielinghausen, Nierentrop, Kirchilpe, Twismecke, Sellinghausen, Mailar, Grimminghausen, Menkhausen und Berghof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorlar wurde Pfingsten 1273 erstmals in einer Grafschafter Urkunde genannt. Borchardus von Durelare war damals Zeuge einer Schenkung von Conrad von Nierentrop. Der Ort ist jedoch älter, 1150 existierte bereits eine Kapelle in Dorlar. Im gleichen Jahr wurde auch der heute nicht mehr bestehende Königshof gebaut. Die Namensbedeutung von Dorlar ist strittig. Dorlar bedeutet entweder Herzogslager, Kampfburg, öde Flur oder Grasplatz am Hügelhang (keltisch).

Dorler auf der Karte Westphalia Ducatus

1350 lebten in Dorlar 30 Personen. Die Bevölkerung verdoppelte sich bis 1468. Die Dorfkapelle wurde 1358 erstmals vergrößert. 229 Jahre später erhielt Dorlar eine Pfarrei. Die Pfarrei wurde 1587 von Kirchilpe (damals Yffelpe) nach Dorlar verlegt. 1645 wurde Dorler auf der Karte Westphalia Ducatus kartografisch erfasst. Die Landstraße (heutige B 511) zwischen Fredeburg und Bremke wurde 1839 fertiggestellt. Der Dorlarer Bahnhof an der Eisenbahnlinie nach Schmallenberg wurde 1911 eröffnet. Die Einstellung des Bahnbetriebes erfolgte 1991, wobei dieser u.a. für den Transport von Rohren für eine Gasleitung zeitweise wiederaufgenommen wurde. Die Demontage der Gleise im wurde im Jahre 2004 durchgeführt. Heute befindet sich auf dem Gleisbett ein Radweg.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, erfolgte die Angliederung der Gemeinde Dorlar mit den Orten Dorlar, Kirchilpe, Nierentrop, Altenilpe, Sellinghausen, Berghof, Grimminghausen, Kuhberg und Twismecke zur neuen Stadt Schmallenberg.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Hubertus

Im Ort befinden sich die von Joseph Buchkremer erbaute katholische Kirche St. Hubertus und die evangelische Kirche St. Petri (Grundsteinlegung 1947), welche als einzige evangelische Kirche in Westfalen in Privatbesitz ist.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber im Ort ist das Martinswerk e.V. Dorlar (Verein für innere Mission). Außerdem gibt es eine Strumpffabrik, ein Bauunternehmen, einen Stuckateurbetrieb mit Schwerpunkt Lehmbau, ein Autohaus, ein Betonwerk, einen Friseur, eine Bankfiliale, Postfiliale, Annahmeagentur, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, mehrere Bauernhöfe, eine Bäckerei und Metzgerei.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorlar, Blick auf St. Petri

Im Ort gibt es eine Grundschule und eine Förderschule (Martinsschule des Hochsauerlandkreises) sowie einen Kindergarten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorlar liegt an der Bundesstraße 511. Von 1911 bis 1994 wurde der Ort auch von der Eisenbahn bedient. Der Bahnhof verfügte über ein Ladegleis und zwei Bahnsteige. Der letzte Regelpersonenzug befuhr die Strecke Wenholthausen-Altenhundem am 28. Mai 1964. Der letzte Güterzug am 29. Dezember 1994. Die Bahntrasse ist mittlerweile komplett abgebaut, auf dem Bahndamm wurde 2007 der Sauerlandradring eröffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedel Birker (1907–1969), lutherischer Pfarrer und Gemeindegründer

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schmallenberg.de: Einwohnerzahlen Schmallenberg 2015 (PDF) abgerufen am 10. Februar 2016
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 335 f.