Dorn-Assenheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

50.3405555555568.8416666666667134Koordinaten: 50° 20′ 26″ N, 8° 50′ 30″ O

Dorn-Assenheim
Höhe: 134 m ü. NN
Fläche: 4,33 km²
Einwohner: 1192
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner/km²
Postleitzahl: 61203
Vorwahl: 06035
St. Maria Magdalena (kath. Kirche)

St. Maria Magdalena (kath. Kirche)

Dorn-Assenheim ist der südlichste Stadtteil von Reichelsheim (Wetterau) im Wetteraukreis in Hessen. Im Volksmund heißt Dorn-Assenheim Schloggebach.

Durch den Ort führt die Landesstraße 3187.

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Buslinie FB03 sichergestellt.

Die katholische Kindertagesstätte „St. Elisabeth“ steht für die kleinen Einwohner zur Verfügung. Die 1714 erbaute und 1726 geweihte Pfarrkirche steht unter dem Patronat von Maria Magdalena.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals wurde der Ort im Jahr 1237[1], mit dem damals verwendeten Namen Massinheim, erwähnt.

Am Ende des HRR war das Dorf ein Kondominium. Der Freiherr von Franckenstein zu Ockstadt war Eigentümer der einen Hälfte des Dorfes (als Mannlehen der Fürstabtei Fulda), die andere Hälfte gehörte von Franckenstein gemeinschaftlich mit Graf von Schönborn (als Mannlehen des Hochstift Worms). Mit der Rheinbundakte von 1806 wurde das Dorf Teil des Herzogtums Nassau und wurde dort dem Amt Reichelsheim zugeordnet. Die Mediatisierung fand jedoch zunächst auf dem Papier statt. Mit Schreiben vom 12. September 1806 wurde der von Franckenstein'sche Amtsverwalter angewiesen, seine Amtsgeschäfte weiter zu betreiben, dies jedoch in herzoglich und fürstlichem Namen zu tun. In einem Schreiben vom 7. Oktober 1806 wies das Amt Reichelsheim die Einwohner an, in Rechtsangelegenheiten das Amt Reichelsheim aufzusuchen. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt. In einem Bericht der Regierung des Herzogtums Nassau vom 17. Oktober 1809 wurde aufgeführt, dass die bisherigen Grundherren weiterhin die Patrimonialgerichtsamkeit in erster und mittlerer Instanz wahrnahmen. Formell waren die hoheitlichen und die grundherrlichen Rechte zwar getrennt worden, sie wurden aber durch die grundherrlichen Beamten in Personalunion wahrgenommen. Der Grund, warum das Herzogtum Nassau seine Position nicht wirksam durchsetzen konnte, war die Lage des Ortes: Das Amt Reichelsheim war eine nassauische Exklave, inmitten des Großherzogtums Hessen. Eine Entsendung von Polizei oder Militär war dadurch erschwert.

Nach der Konsolidierung der politischen Situation in Deutschland nach dem Wiener Kongress kam es auch zu einer abschließenden Regelung im Dorf Dorn-Assenheim. Die beiden Grundherren verzichteten auf die Patrimonialgerichtsamkeit (von den 14 im Jahr 1806 in Nassau bestehenden Patrimonialgerichten war dies das einzige noch bestehende). Ab dem 1. Januar 1816 erhielt von Franckenstein dafür eine Entschädigung von 200 Gulden und von Schönborn von 55 Gulden. Daneben erhielten deren Gerichtshalter 100 bzw. 20 Gulden. Mit dieser Einigung war die Mediatisierung abgeschlossen.[2]

Nach dem Ende des Herzogtums Nassau wurde Dorn-Assenheim 1866 preußisch und dort dem Kreis Friedberg zugeordnet.

Die Eingemeindung nach Reichelsheim erfolgte 1972.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

In Dorn-Assenheim gibt es folgende Kulturdenkmäler:

  • Gesamtanlage Dorn-Assenheim
  • Friedhof, Gedenkstätte
  • Kirchplatz 2, katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena
  • Kirchplatz o. Nr., Gedenkstätte
  • Untergasse 15
  • Wetteraustraße 11
  • Wetteraustraße 12
  • Wetteraustraße 17
  • Wetteraustraße o. Nr., Brunnen
  • Wetteraustraße o. Nr., Gedenkstätte für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71

Für diese siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Dorn-Assenheim

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. mvhblog.mv-harmonie.de - Dorn-Assenheim – Die Geschichte. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  2. Harry Münzing: Die Mediatisierung der ehemaligen reichsunmittelbaren Standesherren und Reichsritter im Herzogtum Nassau. Diss, 1980, S. 121–122, 163–164