Dorn-Assenheim

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Dorn-Assenheim
Koordinaten: 50° 20′ 26″ N, 8° 50′ 30″ O
Höhe: 133 m ü. NHN
Fläche: 4,33 km²[1]
Einwohner: 1285 (30. Jun. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 297 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1972
Postleitzahl: 61203
Vorwahl: 06035
St. Maria Magdalena (kath. Kirche)

Dorn-Assenheim ist ein Stadtteil von Reichelsheim im Wetteraukreis in Hessen. Im Volksmund heißt Dorn-Assenheim Schloggebach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorn-Assenheim liegt in der Wetterau und ist der südlichste Stadtteil von Reichelsheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1237[3] mit dem damals verwendeten Namen Massinheim.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende des Heiligen Römischen Reiches war das Dorf ein Kondominium. Das Dorf war zur einen Hälfte ein Mannlehen der Fürstabtei Fulda an die Freiherrn von Franckenstein zu Ockstadt. Die andere Hälfte gehörte den Herren von Franckenstein gemeinschaftlich mit den Grafen von Schönborn als Mannlehen des Hochstift Worms.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Rheinbundakte von 1806 wurde das Dorf Teil des Herzogtums Nassau und dort dem Amt Reichelsheim zugeordnet. Mit Schreiben vom 12. September 1806 wurde der von Franckenstein'sche Amtsverwalter angewiesen, seine Amtsgeschäfte weiter zu betreiben, dies jedoch in herzoglichem und fürstlichem Namen zu tun. Die Mediatisierung fand jedoch zunächst auf dem Papier statt. In einem Schreiben vom 7. Oktober 1806 wies das Amt Reichelsheim die Einwohner an, in Rechtsangelegenheiten das Amt Reichelsheim aufzusuchen. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt. In einem Bericht der Regierung des Herzogtums Nassau vom 17. Oktober 1809 wurde aufgeführt, dass die bisherigen Grundherren weiterhin die Patrimonialgerichtsbarkeit in erster und mittlerer Instanz wahrnähmen. Formell waren die hoheitlichen und die grundherrlichen Rechte zwar getrennt worden, sie wurden aber durch die grundherrlichen Beamten in Personalunion wahrgenommen. Der Grund, warum das Herzogtum Nassau seine Position nicht wirksam durchsetzen konnte, war die Lage des Ortes: Das Amt Reichelsheim war eine nassauische Exklave, inmitten des Großherzogtums Hessen. Eine Entsendung von Polizei oder Militär war dadurch erschwert.

Mit der Konsolidierung der politischen Situation in Deutschland nach dem Wiener Kongress kam es auch zu einer abschließenden Regelung für Dorn-Assenheim. Die beiden Grundherren verzichteten auf die Patrimonialgerichtsbarkeit[Anm. 1] Ab dem 1. Januar 1816 erhielt von Franckenstein dafür eine Entschädigung von 200 Gulden und von Schönborn von 55 Gulden. Daneben erhielten deren Gerichtshalter 100 und 20 Gulden. Mit dieser Einigung war die Mediatisierung abgeschlossen.[4]

Nach dem Deutschen Krieg wurde Nassau von Preußen annektiert. In Art. 15 Nr. 3 des Friedensvertrags vom 3. September 1866 zwischen Preußen und dem Großherzogtum Hessen wurde ein Gebietstausch vereinbart[5], das Amt Reichelsheim – und damit Dorn-Assenheim – dem Großherzogtum zugeschlagen, wo es dem Landkreis Friedberg (Hessen) zugeordnet wurde. Die Folge des Übergangs an das Großherzogtum Hessen war, dass ein verschachteltes Partikularrecht galt: Neben dem hessischen Recht galt nassauisches Recht, das wiederum Mainzer Landrecht überlagerte und – gewohnheitsrechtlich – galt zudem Titel 28 des Solmser Landrechts (eheliches Güterrecht), aber nicht in vollem Umfang.[6] Erst das Bürgerliche Gesetzbuch, das einheitlich im ganzen Deutschen Reich galt, setzte zum 1. Januar 1900 das alte Partikularrecht außer Kraft.

Dorn-Assenheim wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 1. Februar 1972 mit der Gemeinde Beienheim, ebenfalls aus dem Altkreis Friedberg, sowie den Gemeinden Blofeld und Heuchelheim aus dem Altkreis Büdingen, mit der Stadt Reichelsheim zusammengeschlossen.[Anm. 2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesamtanlage Dorn-Assenheim
  • Friedhof, Gedenkstätte
  • Kirchplatz 2, katholische Pfarrkirche St. Maria Magdalena
  • Kirchplatz o. Nr., Gedenkstätte
  • Untergasse 15
  • Wetteraustraße 11
  • Wetteraustraße 12
  • Wetteraustraße 17
  • Wetteraustraße o. Nr., Brunnen
  • Wetteraustraße o. Nr., Gedenkstätte für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Landesstraße 3187.

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Buslinie FB03 sichergestellt.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kindertagesstätte „St. Elisabeth“ steht für die kleinen Einwohner zur Verfügung.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dorn-Assenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Von den 14 im Jahr 1806 in Nassau bestehenden Patrimonialgerichten war dies das letzte, das noch bestand.
  2. Am 1. August 1972 kam noch Weckesheim hinzu.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dorn-Assenheim, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 3. April 2014). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Einwohner und Flächen. In: Webauftritt. Stadt Reichelsheim, archiviert vom Original; abgerufen im März 2019.
  3. Dorn-Assenheim – Die Geschichte. (Nicht mehr online verfügbar.) Musikverein „Harmonie“, archiviert vom Original am 29. April 2014; abgerufen am 13. Januar 2013.
  4. Harry Münzing: Die Mediatisierung der ehemaligen reichsunmittelbaren Standesherren und Reichsritter im Herzogtum Nassau. Diss., 1980, S. 121–122, 163–164.
  5. Abgedruckt bei: Ernst Rudolf Huber: Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte 2 = Deutsche Verfassungsdokumente 1851–1900. 3. Aufl., Stuttgart 1986. ISBN 3-17-001845-0, Nr. 192, S. 260ff.
  6. Arthur Benno Schmidt: Die geschichtlichen Grundlagen des bürgerlichen Rechts im Großherzogtum Hessen. Curt von Münchow, Giessen 1893, S. 108 und Anm. 38 und 40.