Dorndorf-Steudnitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dorndorf-Steudnitz
Ehemaliges Ortswappen
Koordinaten: 51° 0′ 31″ N, 11° 41′ 1″ O
Höhe: 130–170 m ü. NN
Fläche: 2,74 km²
Einwohner: 1932 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 705 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2008
Eingemeindet nach: Dornburg-Camburg
Postleitzahl: 07774
Vorwahl: 036427
Karte
Lage von Dorndorf-Steudnitz in Dornburg-Camburg
Ansicht aus der Vogelschau
Ansicht aus der Vogelschau

Dorndorf-Steudnitz ist eine ehemalige Gemeinde im Norden des Saale-Holzland-Kreises und ein Teil der Stadt Dornburg-Camburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorndorf-Steudnitz liegt im mittleren Saaletal unterhalb der Dornburger Schlösser in der breiten Aue des Flusses und an der Bundesstraße 88 zwischen Jena und Camburg. Durch das Tal führt die Bahnlinie Berlin-München.

Seit den 1920er Jahren zählt auch das auf der gegenüberliegenden Saaleseite befindliche Naschhausen zu Dorndorf-Steudnitz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Steudnitz wurde 1173 [2] und der Ortsteil Dorndorf 1227 erstmals urkundlich erwähnt.[3] Der auf dem westlichen Saaleufer liegende Ortsteil Naschhausen ist 1378 erstmals nachgewiesen.[4] Die Lage der Dornburg, der Bau einer Brücke über die Saale und die damit verbundene Zunahme der Verkehrsströme durch das Saaletal beeinflussten die Entwicklung beider Dörfer. Die älteste Überlieferung von Hofbesitzern von Dorndorf stammt aus der Zeit von 1421−1425.[5]

Über Jahrhunderte gehörten Dorndorf und Steudnitz zu verschiedenen Hoheitsgebieten. Bis 1343 war Dorndorf Bestandteil der reichsunmittelbaren Herrschaft der Schenken von Dornburg. Dies endete mit dem Verkauf an die Grafen von Orlamünde und Schwarzburg. Spätestens seit Mitte des 14. Jh. gehörte Dorndorf zu dem neu gegründeten wettinischen Amt Dornburg.[6] Nach der Leipziger Teilung des Hauses Wettin 1485 kam es an das Albertinische Herzogtum und erst 1547 durch Gebietsaustausch an das Ernestinische Haus Wettin. 1603–1672 zählte Dorndorf dann zum Herzogtum Sachsen-Altenburg, 1672–1690 zu Sachsen-Jena, ab 1690 zu Sachsen-Weimar und ab 1741 zu Sachsen-Weimar-Eisenach. Steudnitz gehörte bis 1640 zur Herrschaft der Schenken von Tautenburg und ab dann zum albertinisch-kursächsischen Amt Tautenburg.[7] Erst seit dem Wiener Kongress 1815 gehörten beide Orte zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Amt Dornburg.[8] 1850 kamen beide Orte zum Verwaltungsbezirk Weimar II (ab 1868: Verwaltungsbezirk Apolda) des Großherzogtums.[9]

Im 19. Jahrhundert erhielt Dornburg mit dem Bau der Saalbahnstrecke einen Bahnhof in Naschhausen. Dies bedingte den Zustrom erholungsuchender städtischer Personen in die sich entwickelnden Sommerfrischen in Dornburg-Dorndorf-Steudnitz und Tautenburg. 1892 wurde die Carl-Alexander-Brücke über die Saale als Direktverbindung zwischen Dorndorf und Dornburg gebaut.[10]

Dorndorf und Steudnitz schlossen sich am 27. Mai 1964 zu einer Gemeinde zusammen.[11] Am 1. Dezember 2008 wurde es gemeinsam mit dem benachbarten Dornburg Teil der Stadt Camburg, die daraufhin den Namen Dornburg-Camburg erhielt. Dorndorf-Steudnitz ist nun Ortsteil von Dornburg-Camburg.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchspiel gehören derzeit die acht Kirchgemeinden Dorndorf-Steudnitz (mit den Ortsteilen Dorndorf, Naschhausen und Steudnitz), Dornburg (mit Wilsdorf), Hirschroda, Eckolstädt, Münchengosserstädt, Schmiedehausen (mit Lachstedt), Wetzdorf (mit den Orten Wetzdorf, Rockau und Tautenburg) und Wichmar-Rodameuschel (mit den Orten Wichmar, Würchhausen und Rodameuschel).[12] Die Kirche von Dorndorf-Steudnitz geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Seit der Reformation handelt es sich um eine evangelische Kirchengemeinde.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie und Handwerk haben die traditionellen Erwerbszweige abgelöst und bieten Arbeitsplätze. Als bedeutender Arbeitgeber betreibt die Thomas Gruppe in Dorndorf-Steudnitz ein Zementwerk mit Kalksteinbruch, in dem Kalkgesteine für die Zement- und Baustoffherstellung gewonnen werden. Nach der Wende wurde ein Baugebiet erschlossen und der Wohnungsbau florierte. Auch eine REWE-Kaufhalle und eine Kindertagesstätte wurden mit gebaut. Die ehemalige ländlich orientierte Sommerfrische bietet nun Rad- und Flusswanderungen an.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl-Alexander-Brücke Dorndorf/Saale

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13 Jahre fand in Dorndorf-Steudnitz das Wiesenfest am Sportplatz statt. Seit Mai 2014 findet das Festival unter dem Namen Wiesenfest Mini unter der Carl-Alexander-Brücke im Ortskern statt.[13] Das Fest ist bis ins Umland populär und bildet regional ein Gegenstück zum Dornburger Rosenfest. Im Ortsteil Naschhausen findet seit über 100 Jahren jährlich die „Bornfege“ statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorndorf-Steudnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite über Dorndorf-Steudnitz auf der Website der (ehemaligen) Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg@1@2Vorlage:Toter Link/www.vg-dornburg-camburg.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Dorndorf-Steudnitz. Eine Gemeinde erzählt aus ihrer Vergangenheit. Naschhausen, Dorndorf, Steudnitz. Förderverein Alte Schule, Dorndorf-Steudnitz 2003.
  3. Paul Böhme: Urkundenbuch des Klosters Pforte. Halbband 1: 1132 bis 1300 (= Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. 33, 1, ZDB-ID 985357-1). Hendel, Halle 1893, S. 124, Nr. 97.
  4. Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden: Registrum Dominorum Marchionum Missnensis.
  5. Andrei Zahn: Die Einwohner der Ämter Burgau, Camburg und Dornburg. Ein Beteregister aus der Zeit um 1421–1425 (= Schriftenreihe der AMF. 55, ZDB-ID 2380765-9). Als Manuskript gedruckt. Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung, Mannheim 1998.
  6. Johann Ernst Fabri: Geographie für alle Stände. Theil 1, Band 4: Welcher die Fortsetzung und den Beschluß vom Obersächsischen Kreise enthält. Schwickert, Leipzig 1793, S. 42 f.
  7. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Maßstab ca. 1:200000. Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34 f.
  8. Geographische Übersicht der Sachsen-Ernestinischen, Schwarzburgischen, Reussischen und der anliegenden Lande. Perthes, Gotha 1826, S. 54.
  9. Orte des Verwaltungsbezirks Apolda im Gemeindeverzeichnis 1900
  10. Dornburg-Camburg in einer Landschaft zum Verlieben. Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft: Stadt Camburg, Stadt Dornburg, Dorndorf-Steudnitz, Frauenprießnitz, Golmsdorf, Großlöbichau, Hainichen, Jenalöbnitz, Lehesten, Löberschütz, Neuengönna, Tautenburg, Thierschneck, Wichmar, Zimmern. BVB-Verlagsgesellschaft mbH, Nordhorn 2005, S. 15.
  11. Statistisches Bundesamt: Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  12. Kirchspiel Dorndorf-Steudnitz auf der Webseite der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland Abgerufen am 28. Dezember 2014.
  13. Wiesenfest Dorndorf