Dorst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Ort Dorst in Sachsen-Anhalt. Für weitere Bedeutungen siehe Dorst (Begriffsklärung).

52.37875583333311.3891159Koordinaten: 52° 22′ 44″ N, 11° 23′ 21″ O

Dorst
Gemeinde Calvörde
Wappen von Dorst
Höhe: 59 m ü. NN
Fläche: 5,16 km²
Einwohner: 171 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039058
Dorst (Calvörde)
Dorst

Lage von Dorst in Calvörde

Dorst ist ein Ortsteil der Gemeinde Calvörde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Dorst liegt etwa acht Kilometer östlich von Calvörde am Rande des Naturparks Colbitz-Letzlinger Heide. Nachbarorte sind im Norden Klüden und Zobbenitz. Im Norden der Ortschaft liegt der Dorster Forst.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gutshaus in Dorst
Taubenturm
Grabstätte der Gutsherrenfamilie Fischer

Historisch ist Dorst mit Calvörde verbunden und gehörte zur Exklave des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel.

1311 wird Dorst (auch Dositz, Dostiz und Dostet) erstmals erwähnt und bildete mit Uthmöden, Zobbenitz und einigen heute wüsten Orten das Halbgericht, einem vom Erzstift Magdeburg und Haus Braunschweig beanspruchten Gebiet.

Fritz und Gerhard von Wedderden bekamen Dorst im Jahre 1380 vom Erzstift als Lehen. 1396 nach dem Aussterben des Geschlechts, erbt Friedrich von Alvensleben ihren Besitz. 1446 ging das zu dieser Zeit wüste Dorf als erzbischöfliches Lehen, mit Anteilen an Uthmöden und Zobbenitz, an Georg und Hildebrand von Berwinkel, deren Familie bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1492 auch das Halbgericht besaßen. Hildebrand und Borchard von Berwinkel verkaufen 1473 das inzwischen wieder bewohnte Dorst an Busso von der Schulenburg. 1481 erneuert Erzbischof Ernst das Lehen mit Vogtei und Gerechtigkeit, Dorst wird aber wieder als wüst bezeichnet. Ende des 15. Jahrhunderts soll der Dorst seine Blütezeit gehabt haben.

Die von der Schulenburg sind auch im 16. Jahrhundert für Dorst zuständig, aber auch die Adelsfamilie von Alvensleben (Calfördische Linie) mit dem Schulzenamt.[1] Das Halbgericht (Magdeburger Teil) ging nach dem Erlöschen des Geschlechts derer von Berwinkel an das Amt Alvensleben. Der Braunschweiger Teil (Dorst, Zobbenitz, Uthmöden, Born) ging an die von Alvensleben (Calfördische Linie), ab 1554 an Ludolf von Alvensleben auf Calbe/Zichtau und Matthias von der Schulenburg, ab 1558 an von Bortfeld und Viktor von Bülow, ab 1571 nach Einlösung und Vereinigung Calvördes mit dem Halbgericht durch Herzog Julius von Braunschweig zum Amt Calvörde.[2] Das Amt bestand bis zum Jahre 1945.

Bis zu seiner Neugründung im Jahre 1704 soll Dorst während und nach dem Dreißigjährigen Krieg wüst gewesen sein. Im Jahre 1774 gab es fünf Einwohner, eine Hirtenfamilie, in einem Wohnhaus.

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Dorst, Berenbrock (mit Elsebeck und Lössewitz), Grauingen, Klüden, Mannhausen, Velsdorf, Wegenstedt und Zobbenitz mit dem Flecken Calvörde zur neuen Gemeinde Calvörde zusammen.[3] 2011 feierte der Ort sein 700-jähriges Bestehen im Rahmen der Calvörder Festtage[4].

Historische Flurnamen[Bearbeiten]

Innerhalb der Gemarkung von Dorst befinden sich zahlreiche historische Flurnamen, wie: In den Zerien, Steinbreite, Behrensbreite, Bültenbusch, Triegel, Schäferwiesen, Dolzine, Langer Ort, Der Körtling, In den Kalien, Großer- und Kleiner Brautbusch, Hofbreite.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Dorst war Manfred Franke.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 7. Oktober 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein schreitender roter Hirsch auf grünem Schildfuß vor einer grünen Eiche.“

Das Wappen wurde vom Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde ist Grün - Gelb gestreift mit dem aufgelegten Gemeindewappen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 71, die Magdeburg mit Bremen verbindet, verläuft in östlicher Richtung in etwa 14 Kilometer Entfernung. Der Ort liegt an den Kreisstraßen 1141 und 1106.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Schloss Dorst, Bauwerk aus den goldenen Zwanzigern
  • Gutspark, gelegentlich auch Schlosspark genannt
  • Taubenturm (Dorst), dieses Bauwerk stammt aus dem 19. Jahrhundert und steht östlich vom Schloss
  • Grabsteine der Gutsherrenfamilie Fischer, befinden sich östlich von Dorst

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dorst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gustav Hertel: Die Wüstungen im Nordthüringgau (Nummer 69 Dorst) Halle 1899
  2. Samuel Walther: Singularia Magdeburgica, oder Merkwürdigkeiten aus der Magdeburgischen Historie 1732, Band 8, Seite 214-224
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  4. Calvörde: Veranstaltungskalender vom 1.1.2011 bis 31.12.2011 - Dorffest in Dorst zum 700-jährigen Jubiläum (Feiertage: 17. Juni 2011 - 19. Juni 2011)