Wellinghofen

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Wellinghofen
Stadt Dortmund
Koordinaten: 51° 28′ 11″ N, 7° 29′ 30″ O
Höhe: ca. 140 m ü. NHN
Fläche: 1,93 km²
Einwohner: 7223 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 3.741 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1929
Postleitzahl: 44265
Vorwahl: 0231
Statistischer Bezirk: 56
Stadtbezirk AplerbeckStadtbezirk BrackelStadtbezirk EvingStadtbezirk HombruchStadtbezirk HördeStadtbezirk HuckardeStadtbezirk Innenstadt-NordStadtbezirk Innenstadt-OstStadtbezirk Innenstadt-WestStadtbezirk LütgendortmundStadtbezirk MengedeStadtbezirk ScharnhorstKarte
Über dieses Bild
Lage von Wellinghofen in Dortmund

Wellinghofen ist der Statistische Bezirk 56 und zugleich ein südlicher Stadtteil der kreisfreien Großstadt Dortmund. Am 31. Dezember 2017 lebten 7.223 Einwohner in dem zum Stadtbezirk Hörde gehörenden Stadtteil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wellinghofen liegt etwa 6 Kilometer südlich der Dortmunder Innenstadt und unmittelbar östlich der B 54. Der Stadtteil liegt deutlich höher als die Dortmunder Innenstadt, so dass sich von vielen Punkten ein weiter Blick über die Dortmunder Gesamtstadt eröffnet. Wellinghofen teilt sich in zwei größere Siedlungsbereiche.

Der nördliche Teil umfasst den alten Ortskern, die Alte Kirche Wellinghofen und diversen Einkaufsmöglichkeiten. Der Ortskern ist von gemischter Wohnbebauung umgeben.

Der südliche, an der Durchstraße gelegene Teil ist überwiegend durch die ab den 1960er Jahren entstandenen Wohngebiete geprägt. Hier bestimmen im westlichen Bereich bürgerliche Ein- und Zweifamilienhäuser das Bild. Der östliche Bereich ist durch die Großsiedlung Niederhofen überwiegend von Reihenhäusern und höheren Mehrfamilienhäusern geprägt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchspiel Wellinghofen ist eine der ältesten Siedlungen auf Dortmunder Stadtgebiet. Von hier aus wurde das Kloster Clarenberg und in dessen Umfeld die spätere Stadt Hörde besiedelt. Wellinghofen gehörte zur Grafschaft Mark und diente als Amt des Hörder Landkreises.

Als Baudenkmal befindet sich hier die Alte Kirche Wellinghofen. Für die Dortmunder Pilger diente die Kirche als Rastort auf dem Weg zur Hohensyburg. Die Kirche wurde als Kreuzsaalkirche Ende des 12. Jahrhunderts erbaut und ist im weiteren mehrfach verändert worden. Heute zeugen Fragmente von Wand- und Gewölbemalereien aus dem 12. und 13. Jahrhundert, ein romanischer Taufstein, ein spätgotisches Sakramentshäuschen und die Orgel von Johann Georg Alberti (1709) von der großen Vergangenheit der Kirche.

Am 1. Mai 1922 wurden Hacheney, Lücklemberg, Niederhofen und Wichlinghofen nach Wellinghofen eingemeindet.[2][3] Am 1. August 1929 wurde der Landkreis Hörde aufgelöst. Wellinghofen wurde nach Dortmund eingemeindet.[2]

An die Industriegeschichte des Stadtteils erinnert der Admiralplatz, dessen Namensgeber die ehemalige Zeche Admiral ist.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Struktur der Wellinghofener Bevölkerung:

  • Minderjährigenquote: 18,3 % (Dortmunder Durchschnitt: 19,4 %) [4]
  • Altenquote: 40,3 % (Dortmunder Durchschnitt: 30,0 %) [5]
  • Ausländeranteil: 7,7 % (Dortmunder Durchschnitt: 17,7 %) [6]
  • Arbeitslosenquote: 6,5 % (Dortmunder Durchschnitt: 11,0 %) [7]

Das durchschnittliche Einkommen in Wellinghofen liegt etwa 15 % über dem Dortmunder Durchschnitt.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1987 2003 2008 2010 2013 2016 2017
Einwohner 7016 6989 7146 7234 7235 7351 7223

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Wellinghofen schließt sich nördlich ein Industriegebiet an mit dem Industriedenkmal Phoenix-West, wo früher bei Hoesch in drei Hochöfen Stahl produziert wurde. Heute ist vor allem der Pumpenhersteller Wilo zu erwähnen. Bekannt ist auch die Firma GoGas (am Admiralplatz), die Gasheizstrahler fertigt. So sind zum Beispiel die Stadien von Ajax Amsterdam und Galatasaray Istanbul mit GoGas-Heizstrahlern ausgerüstet.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwei Wellinghofer Schulen sind die Johann-Gutenberg-Realschule und die Lieberfeld-Grundschule.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendster Sportverein des Ortsteils ist der TuS 05 Dortmund-Wellinghofen mit den Abteilungen Handball, Tischtennis, Karate, Turnen und Basketball. 1964 wurde der Verein Deutscher Meister im Feldhandball. Die (Hallen-)Handballmannschaft spielte seit der Gründung der zweigleisigen Handball-Bundesliga 1966 in deren Staffel Nord. 1974 wurde sie dort Tabellenerster und zog ins Finale um die Meisterschaft ein, wo sie dem VfL Gummersbach mit 14:19 unterlag. In der letzten Saison vor der Einführung der eingleisigen Bundesliga, 1976/1977, stieg die Mannschaft ab und erreichte seitdem nie wieder die alte Stärke. Der Verein spielte bis zur Saison 2012/13 gemeinsam mit dem TuS Lücklemberg als „Spielgemeinschaft HC Dortmund-Süd“ in der sechstklassigen Landesliga Westfalen. Seit der Saison 2013/14 firmiert er wieder unter TuS Wellinghofen.

In der Sporthalle Wellinghofen tragen die Handballerinnen von Borussia Dortmund ihre Heimspiele aus.

Wellinghofen verfügt über ein Warmwasserfreibad und an der Grenze zu Hacheney und Hörde über ein Hallenbad.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfred Funke (1869–1941), Schriftsteller, in Wellinghofen geboren
  • Walter Nagel (1901–1943), NSDAP-Reichstagsabgeordneter, in Wellinghofen geboren
  • Erich Wahl (* 8. Oktober 1903 in Witten, † 4. Dezember 1986 in Silschede), Pfarrer in Wellinghofen von 1932 bis 1950[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen in den statistischen Bezirken am 31.12.2017 (PDF-Datei)
  2. a b Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 292.
  3. Eingliederung von vier Gemeinden in die Gemeinde Wellinghofen
  4. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  5. Bevölkerungsstrukturen Jahresbericht 2016 (PDF-Datei)
  6. Staatsangehörigkeiten in den statistischen Bezirken am 31.12.2017 (PDF-Datei)
  7. Arbeitslosenquoten nach statistischen Bezirken am 30.06.2017 (PDF-Datei)
  8. Ubbo de Boer, Rolf Scheer (Hrsg.): Kirchenkampf und kirchlicher Widerstand in Dortmund 1933–1945. Vereinigte Kirchenkreise Dortmund/Lünen, 1981, S. 24, 89.