Douglas Murray (Autor)

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Douglas Murray (2004)

Douglas Kear Murray (* 16. Juli 1979) ist ein britischer Autor und Publizist, der sich mit politischen Themen beschäftigt und als Islamkritiker hervorgetreten ist. Er beschreibt sich selbst als Neokonservativen und überzeugten Zionisten.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Murray besuchte die St Benedict’s School in Ealing in West London, das Eton College in Eton (Berkshire), und das Magdalen College an der Universität von Oxford, wo er Englisch studierte.[2][3]

Im Alter von 20 Jahren veröffentlichte Murray eine Biografie über Lord Alfred Douglas und wurde daraufhin von britischen Zeitungen als jüngster Biograf Englands bezeichnet.[2] Kurze Zeit später verfasste er ein Stück mit dem Namen Nightfall über die Versuche Raoul Wallenbergs, Adolf Eichmann von der Umsetzung der Endlösung abzubringen.[1]

2007 gründete Murray das Centre for Social Cohesion (wörtlich: „Zentrum für gesellschaftlichen Zusammenhalt“), eine Denkfabrik in London mit politischem Schwerpunkt. Er leitete diese Organisation, bis sie sich im April 2011 mit der nach Henry M. Jackson benannten Henry Jackson Society vereinigte, einer anderen Denkfabrik in London, die sich besonders mit internationaler Politik beschäftigt. Seither ist er Co-Direktor der Henry Jackson Society.[4] Er ist außerdem Mitglied im internationalen Beirat des „NGO Monitor“,[5] einer Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Jerusalem, die die Aktivitäten anderer Nichtregierungsorganisationen analysiert und auswertet.

Murray ist ein scharfer Kritiker des Islams. Bei einer Veranstaltung zum Gedenken an Pim Fortuyn im Jahr 2006 sagte er, der Kulturrelativismus sei das Hauptproblem in Westeuropa – der Relativismus sei die „primäre Krankheit“ des Westens, die „die opportunistische Infektion durch den Islam so tödlich gemacht hat“.[6] Murray bezeichnete „Islamophobie“ als „unsinnigen Begriff“, da es „eine beträchtliche Anzahl an Gründen gibt, einige – obwohl sicherlich nicht alle – Aspekte und Versionen des Islam zu fürchten“.[7] 2017 erschien sein Buch The Strange Death of Europe: Immigration, Identity, Islam, das die Sunday-Times-Bestsellerliste anführte. Der erste Satz des Vorworts lautet: „Europe is committing suicide“ (in der deutschen Ausgabe: „Europa begeht Selbstmord“). Der Grund für den bevorstehenden Niedergang Europas liege in dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren: unter anderem niedrige Geburtenrate der angestammten Bevölkerung, massenhafte Immigration von Menschen mit anderen Wertvorstellungen, die Kultivierung des Selbstzweifels und der Selbstverachtung beziehungsweise das Fehlen eines starken Selbstbewusstseins in Europa sowie die Unfähigkeit, das Scheitern des Multikulturalismus einzugestehen. Murray unterfüttert seine düstere Prognose mit sorgfältig recherchierten Fakten und zahlreichen Argumenten.[8][3][9]

Murray war in BBCs Question Time, Newsnight, HardTalk, Today Programme, The Big Questions und BBC Wales zu sehen und verfasste Artikel für The Guardian, The Sunday Times, NPR's „Intelligence Squared U.S.“ und Standpoint.

Douglas Murray war ursprünglich praktizierender Anglikaner. 2008 erklärte er jedoch in einem Artikel der Zeitschrift The Spectator, wie das Studium des Islam und des Koran zum Verlust seines eigenen Glaubens geführt hat.[10] Er vertritt seitdem eine atheistische Weltanschauung. Auch Atheisten sollten allerdings anerkennen, so Murray, dass Religion nicht wertlos oder ausschließlich schädlich sei. Gläubige stellten die großen Lebensfragen, die alle Menschen angehen. Im Gegensatz zur Religion habe der Atheismus bisher kaum Antworten auf die wichtigen Fragen, etwa nach menschlichem Leiden und dem Tod, nach Reue, Vergebung und Versöhnung.[11]

Douglas Murray ist offen schwul.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: Bosie: A Biography of Lord Alfred Douglas, ISBN 0-340-76771-5.
  • 2005: Neoconservatism: Why We Need It, ISBN 1-904863-05-1.
  • 2009: To what extent is Sharia already operating in Britain? (Ein Essay über die Ausbreitung der Scharia in Großbritannien. Für diesen Essay wurde Murray mit dem Charles Douglas-Home Memorial Trust Award ausgezeichnet, der nach einem früheren Herausgeber der Times benannt ist.)[12]
  • 2011: Bloody Sunday: Truths, Lies and the Saville Inquiry. London, Dialogue, ISBN 978-1-84954-149-7. (Für dieses Buch wurde Murray mit dem Christopher Ewart-Biggs Literary Prize ausgezeichnet, benannt nach Christopher Ewart-Biggs.)[13]
  • 2013: Islamophilia. A Very Metropolitan Malady. emBook, ISBN 978-1-62777-050-7.
  • 2017: The Strange Death of Europe: Immigration, Identity, Islam. Bloomsbury Publishing PLC, ISBN 9781472942241.
    Deutsch: Der Selbstmord Europas: Immigration, Identität, Islam. FinanzBuch Verlag, 2018, ISBN 3959721056.

Als Koautor:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Douglas Murray – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Mugged by Reality Kurzporträt in der New York Sun anlässlich einer USA-Tournee zur Vorstellung seines Buches über Neokonservatismus, 17. August 2006.
  2. a b Rezension zu Murrays Biografie über Lord Alfred Douglas nytimes.com, 18. Juli 2000.
  3. a b c Douglas Murray on immigration, Islam and identity Evening Standard, 4. Mai 2017.
  4. Henry-Jackson-Society: Professional Staff henryjacksonsociety.org
  5. NGO Monitor: International Advisory Board ngo-monitor.org
  6. What are we to do about Islam? Speech by Douglas Murray at the Pim Fortuyn Memorial Conference 2006 militantislammonitor.org, 5. März 2006. Zitat: “At the heart of this problem is the primary disease – the AIDS of the West – the disease which has made the opportunist infection of Islam so deadly. That disease is relativism.”
  7. Douglas Murray: The Outsider's Diary Standpoint Magazine, August 2008. Abgerufen 26. April 2018.
  8. Angaben zum Buch The Strange Death of Europe auf der Website des Verlags Bloomsbury.
  9. Angaben zur deutschen Ausgabe Der Selbstmord Europas auf der Website des FinanzBuch Verlags
  10. Douglas Murray: Studying Islam has made me an atheist spectator.co.uk, 29. Dezember 2008.
  11. Douglas Murray: Atheists vs Dawkins spectator.co.uk, 9. Februar 2013.
  12. The 2009 Charles Douglas Home Memorial Trust Award essay The Times, 30. Dezember 2009
  13. The 2011 – 2012 Prize ewartbiggsprize.org.uk