Dowatorowka

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Siedlung
Dowatorowka/Leipeningken (Georgental),
auch: Zwion

Доваторовка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Tschernjachowsk
Gegründet um 1354 (Leipeningken)
Frühere Namen Leype (1354),
Leipen (um 1383),
Lipenick (um 1437),
Leipenicken (um 1578),
Groß Leipenincken (vor 1785),
Leipeninken (um 1900),
Leipeningken (bis 1928),
Georgental (1928–1946);

Praschken (um 1785),
Neuhof (um 1785),
Zwion (bis 1946)
Bevölkerung 535 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40141
Postleitzahl 238175
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 239 813 030
Geographische Lage
Koordinaten 54° 39′ N, 21° 44′ OKoordinaten: 54° 39′ 7″ N, 21° 43′ 44″ O
Dowatorowka (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Dowatorowka (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Dowatorowka (russisch Доваторовка, deutsch Leipeningken (1928–1946 Georgental) und Zwion, litauisch Liepininkai und Žvejonė) ist der gemeinsame Name zweier ursprünglich eigenständiger Orte in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Sie gehören zur Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje (Saalau)) im Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dowatorowka liegt an einer Nebenstraße, die Majowka (Georgenburg) an der russischen Fernstraße A 197 (ehemalige deutsche Reichsstraße 137) über Gremjatschje (Groß Berschkallen, 1938–1946 Birken) mit Salessje (Mehlauken, 1938–1946 Liebenfelde) an der Fernstraße A 190 (Reichsstraße 126) verbindet. Bahnstation ist Tschernjachowsk (Insterburg). Bis 1945 war Georgenburg (heute: Majowka) die nächste Bahnstation an der Kleinbahnstrecke Insterburg–Groß Skaisgirren (1938–1946: Kreuzingen) (Tschernjachowsk–Bolschakowo), die von den Insterburger Kleinbahnen betrieben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dowatorowka/Leipeningken (Georgental)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der um 1354 als Leype gegründete und später Leipeningken genannte Ort[2] liegt unmittelbar am Nordufer des Pregel (russisch: Pregolja), fünf Kilometer nordwestlich der Stadt Tschernjachowsk (Insterburg). Im Jahre 1874 wurde die Landgemeinde Leipeninken in den neu errichteten Amtsbezirk Georgenburg[3] (heute russisch: Majowka) eingegliedert, der bis 1945 zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte Leipeninken 327 Einwohner.[4]

Am 30. September 1928 wurde der Nachbargutsbezirk Nettienen (heute russisch: Krasnaja Gorka) in die Landgemeinde Leipeningken eingegliedert, die zum gleichen Zeitpunkt in Georgental umbenannt wurde. Ein Jahr später kam auch der Gutsbezirk Zwion (heute russisch auch: Dowatorowka) zu Georgental, wo 1933 insgesamt 711 und 1939 bereits 772 Einwohner registriert waren.[5] In Kriegsfolge kam Georgental 1945 mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.

Dowatorowka/Zwion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Ort Zwion mit großem Gut lag westlich von Leipeningken, sechs Kilometer von Tschernjachowsk entfernt. Der Gutsbezirk Zwion wurde 1874 in den Amtsbezirk Georgenburg (heute russisch: Majowka) eingegliedert[6], der zum Kreis Insterburg im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Zwion gehörte zur Begüterung Georgenburg der Familie von Simpson und wurde mit dem gesamten Besitz 1899 an den Staat verkauft. Dieser richtete 1929 hier eine erste Hauptleistungs-Prüfungsanstalt ein, die dem Landgestüt Georgenburg unterstellt war, und wo die Hengstprüfungsanstalt potentielle Deckhengste[7] auf Herz und Nieren prüfte.[8]

Die Einwohnerzahl Zwions belief sich 1910 auf 198.[9] Am 30. September 1929 wurde der Gutsbezirk Zwion in die Landgemeinde Georgental (bis 1928: Leipeningken, heute russisch auch: Dowatorowka) eingemeindet und verlor seine Selbständigkeit. 1945 wurde der Ort mit dem nördlichen Ostpreußen der Sowjetunion zugeordnet.

Seit 1946[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1946 erhielten sowohl Georgental als auch Zwion die russische Bezeichnung „Dowatorowka“ zu Ehren des Generalmajors und Kriegshelden Lew Dowator (1903–1941). Ein Jahr später wurden sie in den neu geformten Rajon Tschernjachowsk (Kreis Insterburg) und gleichzeitig in den Majewski selski sowjet (Dorfsowjet Majowka (Georgenburg)) eingegliedert. Heute sind beide Orte unter dem Namen Dowatorowka vereinigt. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[10] ist Dowatorowka heute mit seinen derzeit 535 Einwohnern (Stand: 14. Oktober 2010[1] eine als „Siedlung“ russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der neu geschaffenen Kamenskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kamenskoje (Saalau)).

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung sowohl Leipeningkens respektive Georgentals sowie Zwions war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession. Beide Dörfer gehörten zum Kirchspiel der Kirche Georgenburg im Kirchenkreis Insterburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Dowatorowka im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Pfarrgemeinde in Tschernjachowsk (Insterburg), Pfarrsitz einer Kirchenregion in der Propstei Kaliningrad[11] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Georgental
  3. Rolf Jehke, Amtsbezirk Georgenburg
  4. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Insterburg
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Insterburg (russ. Tschernjachowsk). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Rolf Jehke, Amtsbezirk Georgenburg (wie oben)
  7. Arnim Basche: Geschichte des Pferdes. Sigloch, Künzelsau 1984; 2. Auflage. Stürtz, Würzburg 1991, ISBN 3-8003-0396-5, S. 454.
  8. Dowatorowka – Zwion und Leipeningken/Georgental bei ostpreussen.net
  9. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Insterburg (wie oben)
  10. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 262 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  11. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento des Originals vom 29. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.propstei-kaliningrad.info