Down Low

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Down Low 1999

Down Low ist ein deutsches Hip-Hop-Duo aus Kaiserslautern und eine der ersten Bands, die den Hip-Hop Mitte der 1990er Jahre zusammen mit Künstlern wie C-Block, Nana und A.K.-S.W.I.F.T. in eine „europäische“ Form gebracht haben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Die Band gründete sich im Dezember des Jahres 1995 in den K-Town-Studios von Kaiserslautern. Die Mitglieder waren damals der Rapper Joe Thompson, der unter anderem während der Operation Desert Storm bei der US-Army gedient hatte und auch mit Rod. D von Fun Factory befreundet war, sowie der Sänger Darren Tucker. Die erste Single Don’t Look Any Further, eine Hip-Hop-Version des gleichnamigen Songs von Dennis Edwards und Siedah Garrett aus dem Jahre 1984, fand noch keine Beachtung. Der zweite Song Vision of Life hingegen wurde Mitte 1996 schnell zum Hit in mehreren europäischen Ländern und hielt sich monatelang in den Top 30 der deutschen Singlecharts.

Kurz nach der Veröffentlichung von Vision of Life musste Darren Tucker die Gruppe verlassen, da es Streitigkeiten mit seinem Manager gab. Sein Nachfolger wurde Mike Dalien. Bald darauf folgten das Album Visions sowie die Singles Murder über den Fall des O. J. Simpson, Potion und Lovething / We Do It Like That. Gemeinsam mit Flip Da Scrip entstand Nothing Like Viva, eine Lobeshymne auf den deutschen Musiksender VIVA unter dem Projektnamen Hip Hop Alliance. Ein Kuriosum: Der deutsche Musikproduzent Oliver Petras (Valerie B., Greg Bailey, Trysha) war von der EMI zunächst mit einem Remix beauftragt worden, der nach Fertigstellung jedoch zur offiziellen Radioversion erklärt wurde.

Ende 1997 folgte das zweite Album It Ain’t Over. Der Song Johnny B., eine Coverversion der Hooters, wurde der bisher größte Hit von Down Low und kletterte bis auf Platz 4 der deutschen Singlecharts. Radio NRJ zeichnete die Band als Bester Rap-Act 1997 aus.

Im Frühjahr 1998 gründeten Down Low die Rappers Against Racism, um Nachwuchssänger und -rapper (La Mazz, Trooper Da Don, Jay Supreme und andere) zu unterstützen und gleichzeitig auf den immer noch präsenten Rassismus in Deutschland hinzuweisen. Down Low selbst waren auf derer Version des Foreigner-Klassikers I Want to Know What Love Is zu hören, zogen sich jedoch anschließend wieder aus dem Projekt zurück, da sie sich von der Plattenfirma Shift Music ausgenutzt fühlten.

Im Herbst 1998 veröffentlichten Down Low das Album Third Dimension. Die Single Once Upon a Time konnte an die vergangenen Erfolge anknüpfen; der wahrscheinlich traurigste Song der Gruppe enthielt Elemente aus der Filmmusik zu Spiel mir das Lied vom Tod von Ennio Morricone. Mit dem Nachfolger H. I. V. machte man auf die Gefahren des Aids-Virus aufmerksam.

Nach der Veröffentlichung eines Greatest-Hits-Albums legte die Band eine Pause von 1½ Jahren ein, bevor 2001 das vierte Album The 4th Level erschien, welches im Vergleich zu den Vorgängern deutlich R&B-lastiger war. Mike Dalien verließ jedoch die Band aufgrund musikalischer Differenzen im Jahre 2001 zu Beginn der Arbeiten an The 4th Level. Sein Nachfolger wurde Erick „Rick“ Lamont Smith, der bereits in der Vergangenheit mit Down Low zusammengearbeitet und unter den Namen La Mazz und Dressman einige Solo-Singles veröffentlicht hatte. Da die deutsche Öffentlichkeit inzwischen das Interesse an Eurorap verloren hatte, konnten Down Low hier keine weiteren Erfolge mehr feiern, jedoch noch einige Hits in Polen landen. 2002 veröffentlichte die Plattenfirma einen Remix von Murder mit Samples des US-Rappers Warren G.

2003 erschien eine DVD unter dem Titel Visions – The Singles 1997–2003. Im Herbst 2003 erschien die Single Living in the Ghetto, welche stilistisch stark an den US-Rapper 50 Cent erinnerte. Die Veröffentlichung war jedoch ein Alleingang der Plattenfirma; die Künstler selbst erfuhren erst später davon, und mangels Promotion fand der Song auch keinerlei kommerzielle Beachtung (wurde aber dennoch ein Clubhit). Joe Thompson warf Shift Music später vor, Down Low aus Geldnöten auszuschlachten. Für 2004 war ein Album namens Down Low V / Adrenaline angekündigt, das wegen kreativer Differenzen mit dem Plattenlabel jedoch nicht veröffentlicht wurde. Für eine Weile sah es so aus, als würden die Künstler bei einem neuen Label, möglicherweise in den USA und aus rechtlichen Gründen wahrscheinlich unter einem neuen Projektnamen einen Vertrag schließen.

Im April 2005 verkündete Joe, man habe den Streit mit Shift beigelegt und würde wieder gemeinsam an neuem Material arbeiten. Als Vorbote des neuen Albums Return of the Trendsetter erschien am 27. Oktober 2006 der Song Every Day (MMMM), der mit einem Sample der Crash Test Dummies unterlegt wurde. Als weitere Singles wurden Start the Riot und Africa (feat. Scream Factory) veröffentlicht. Vor allem Africa wurde ein Hit in diversen Black-Charts.

Das Jahr 2010 brachte die Rückkehr von Mike Dalien. Am 11. Februar 2011 erschien der Sampler Legends-and-Diamonds, auf dem Down Low mit weiteren europäischen Rapkünstlern zu hören sind. 2013 veröffentlichte der deutsche DJ Steve Cypress zusammen mit Down Low die Single Party 2 Night. Am 23. Mai 2014 erschien die Comeback-Single Friday Night. Im Jahre 2017 wurde die Nachfolgesingle Fields of Gold veröffentlicht.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1996 Visions
77
(5 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Oktober 1996
1997 It Ain’t Over
37
(8 Wo.)
47
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: November 1997
1998 Third Dimension
84
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: November 1998

Weitere Alben

  • 1999: Moonlight – The Album
  • 2001: The 4th Level
  • 2006: Return of the Trendsetter

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: Singles Collection
  • 1999: Best Of
  • 1999: So Long Goodbye
  • 2004: Down Low & Friends
  • 2005: Greatest Hits
  • 2011: Legends and Diamonds

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1996 Vision of Life
Visions
19
(18 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Mai 1996
Murder
Visions
25
(17 Wo.)
300! 38
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1996
Nothing Like Viva
Visions
91
(1 Wo.)
300! 46
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1996
Hip Hop Alliance feat. Down Low und Flip Da Scrip
1997 Potion
Visions
37
(9 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Januar 1997
Lovething
Visions
82
(6 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: April 1997
Moonlight
It Ain’t Over
35
(11 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Juli 1997
Johnny B
It Ain’t Over
4
(18 Wo.)
13
(13 Wo.)
8
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1997
1998 I Want to Know What Love Is
36
(9 Wo.)
20
(11 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: März 1998
Rappers Against Racism feat.
Down Low, La Mazz und Scream Factory
Hit Me Right
It Ain’t Over
95
(2 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Mai 1998
Once Upon a Time
Third Dimension
4
(15 Wo.)
7
(12 Wo.)
6
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1998
1999 H. I. V.
Third Dimension
53
(5 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: März 1999
So Long Goodbye …
Third Dimension
64
(4 Wo.)
300! 49
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1999
2001 Don’t You
The 4th Level
99
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: Februar 2001

Weitere Singles

  • 1995: Don’t Look Any Further
  • 1999: Thank You
  • 2001: Wouldn’t It Be Good (feat. La Mazz)
  • 2002: La Serenissima
  • 2003: Living in the Ghetto
  • 2005: Every Day (Mmmm)
  • 2006: Start the Riot
  • 2007: Africa
  • 2013: Party 2 Night (Steve Cypress feat. Down Low und Rob Money)
  • 2014: Friday Night
  • 2017: Fields of Gold

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: Singles / Alben DE1 DE2 DE3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]