Drachenwand

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Drachenwand
Drachenwand von Mondsee aus gesehen

Drachenwand von Mondsee aus gesehen

Höhe 1176 m ü. A.
Lage Salzburg, an der Grenze zu Oberösterreich; Österreich
Dominanz 1,86 km → Schatzwand
Schartenhöhe 165 m ↓ Scharte zur Schatzwand
Koordinaten 47° 48′ 39″ N, 13° 21′ 12″ OKoordinaten: 47° 48′ 39″ N, 13° 21′ 12″ O
Drachenwand (Land Salzburg)
Drachenwand
Gestein Wettersteinkalk
Besonderheiten 700 m hohe Nordwand

Die Drachenwand ist eine Felswand mit 1176 m ü. A. Höhe in den Salzkammergut-Bergen, einer Berggruppe in den Nördlichen Kalkalpen. Aufgrund ihrer touristisch attraktiven Lage am Westufer des Mondsees ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderungen von St. Lorenz aus. Ihre bewaldete südliche Seite weist nur eine geringe Steigung auf, nach Norden jedoch bildet sie eine eindrucksvolle, etwa 700 Meter hohe, fast senkrechte Felswand, die das Panorama des nördlichen Mondsees dominiert.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drachenwand mit dem Mondsee im Vordergrund, Gemälde von Hans Fredrik Gude, 1870

Entstanden ist die Drachenwand durch die tektonischen Kräfte der alpidischen Gebirgsbildung vor etwa 100 bis 5 Millionen Jahren, als sich von Süden her die Gesteinsmassen der Tirolischen Decke über die Flyschzone, einer Gesteinsformation, die den Übergang zum Alpenvorland markiert, schoben. Die Wand besteht aus äußerst brüchigem Wettersteinkalk, der eine bergsteigerische Begehung heikel macht.

Höhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Fuße der Drachenwand entspringt eine starke Karstquelle in der Nähe des fast 25 Meter breiten Portals der Klausbachhöhle (Höhlenkataster 1532/2, 47° 48′ 45″ N, 13° 21′ 23″ O). Auf einen engen Eingang folgen geräumigere Höhlenteile und schließlich die sogenannte Drachenhalle, aus deren See die Quelle gespeist wird. In den mächtigen, nacheiszeitlichen Sedimenten im Eingangsbereich wurden latènezeitliche und jüngere Kulturreste sowie Haustierknochen gefunden.[1][2]

Nördlich davon liegt das Nixloch auf 47° 48′ 53″ N, 13° 21′ 18″ O.

Direkt unterhalb des Grates gibt es das Drachenloch, ein Felsenfenster, das aus dem Grat eine schmale Brücke macht.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gipfelkreuz am 1060 Meter hohen Vorgipfel der Drachenwand, der gleichzeitig der obere Ausstieg des Drachenwand-Klettersteiges ist

Die Drachenwand zieht sich in einer Länge von gut einem Kilometer von West nach Ost und hat auf 1176 Metern ihren höchsten Punkt. Auf dem Kamm verläuft die Grenze zwischen den österreichischen Bundesländern Oberösterreich im Norden und Salzburg im Süden. Benachbarte Berge sind im Westen die 1264 Meter hohe Schatzwand und der 1328 Meter hohe Schober, im Osten der unmittelbar benachbarte Drachenstein (1060 m, mit Gipfelkreuz), und im Südosten der Almkogel mit 1030 Metern Höhe. Nächster bedeutender Ort ist das gut einen Kilometer Luftlinie in nordöstlicher Richtung liegende St. Lorenz am Westufer des Mondsees.

Touristische Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die Drachenwand führen mehrere Wanderwege, die am Ostanstieg teilweise mit Seilversicherungen versehen sind. Von Osten aus ist das Dorf Gries, ein südlicher Ortsteil von St. Lorenz, der Ausgangspunkt für eine Besteigung über einen felsigen Weg mit teilweisem Klettersteigcharakter. Im Jahr 2008 wurde entlang des Ostgrats ein Klettersteig auf den Vorgipfel der Drachenwand errichtet. Dieser hat eine Schwierigkeitsstufe von C und Variante C/D und überwindet rund 400 Höhenmeter (inklusive Zustieg rund 560 Höhenmeter). Von Westen aus führt ein leichter Weg durch den Wald von Fuschl am Fuschlsee. Das Alpinklettern ist an der Drachenwand aufgrund des brüchigen Gesteins und der damit verbundenen Steinschlaggefahr heikel.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drachenloch

Ihren Namen hat die Wand nach einer Sage. Ein Drache hauste in einer Höhle in der Felswand und verheerte die Gegend, bis ein Ritter den Drachen besiegte.[3] Er soll zur Beobachtung des Drachens den Wartturm erbaut haben, an den heute die Ruine Wartfels erinnert.[4] Es gibt mehrere Varianten zur Erklärung der Steinformation: Eine besagt, dass die Köchin eines Pfarrers heimlich den Rahm von der Milch abgeschöpft und ihrem Dienstherrn nur verwässerte Milch vorgesetzt habe, daher holt sie der Teufel. Nach einer anderen Version missachtet sie das Tanzverbot in der Fastenzeit.[5] Da die Köchin sich aber lautstark über ihre harte Strafe beklagte und zu zetern und zu schreien begann, kam der Teufel vom Kurs ab, krachte mitten durch den Berg und riss ein Loch, das Drachenloch, das noch heute zu sehen ist.[6]

Panoramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Gipfelkreuz am Drachenstein über den Mondsee

Literatur und Karte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drachenwand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl Mais, Gernot Rabeder: Speläologie. (PDF; 1,1 MB) Oberösterreichischer Musealverein - Gesellschaft für Landeskunde, 1983, S. 393, abgerufen am 19. Februar 2010 (nach Trimmel 1972).
  2. Mondsee. (ZIP; 97 kB) Abgerufen am 19. Februar 2010 (Plan der Höhle).
  3. Josef Pöttinger: Die oberösterreichische Volkssage. Mit Bildern von K.A. Wilke. Scholle-Verlag, Wien 1948, S. 118.
  4. Ebd. S. 120.
  5. Josef Brettenthaler: Das schöne Mondseeland, Ein Reise-und Erinnerungsbüchlein, Salzburg 1964, S. 27–30.
  6. W. Heitzmann: Tourenführer Salzkammergut, mit Totem Gebirge und Dachstein, München, 1998, S. 24