Drage (Nordfriesland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Drage
Drage (Nordfriesland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Drage hervorgehoben
Koordinaten: 54° 21′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 16,33 km2
Einwohner: 628 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 25878,
25840 (An der Chaussee, Feddersdeich)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 04881, 04883
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 023
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.amt-nordsee-treene.de
Bürgermeister: Hans Hermann Paulsen (Einzelbewerber)
Lage der Gemeinde Drage im Kreis Nordfriesland
Karte

Drage (niederdeutsch: Draag) ist eine Gemeinde an der Eider im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Wie in den meisten Dörfern in Stapelholm steht auch in Drage eine Bauernglocke, die als Rufsignal oder Warnsignal eingesetzt wurde.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drage liegt etwa fünf Kilometer östlich von Friedrichstadt an der Eider und der Bundesstraße 202, die von Friedrichstadt in Richtung Osten verläuft. Drage ist ein idyllisch gelegenes und von der Landwirtschaft strukturiertes Dorf. Es bietet einen optischen Reiz mit über 40 reetgedeckten Häusern und, für Stapelholmer Dörfer typisch, einer Bauernglocke. Es ist das jüngste Dorf der Landschaft Stapelholm. Am Eiderufer im Delje Koog befindet sich eine Badestelle mit Liegewiese, mit fast echtem Sandstrand und einem Badesteg mit Rutsche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drage gehört seit dem 26. April 1970 zum Kreis Nordfriesland. Verwaltet wird es heute durch das Amt Nordsee-Treene. Im Jahre 1937 wurde die Schleuse Nordfeld errichtet, die seit Mai 2001 für Radfahrer und Fußgänger freigegeben ist und dadurch Nordfriesland mit Dithmarschen verbindet.

Am 1. Januar 1974 wurde ein Gebiet mit damals etwa 75 Einwohnern von Friedrichstadt abgetrennt.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung

Von den zehn Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft AWGD seit der Kommunalwahl 2008 drei Sitze, die Wählergemeinschaften KWVD und UWGD hatten ebenso wie die SPD je zwei Sitze und der SSW kam auf einen Sitz. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhöhte sich die Anzahl der Mandatsträger auf 13. Die Wahlbeteiligung betrug 56,8 Prozent. Auf die AWGD entfielen 30,4 Prozent und vier Sitze, die UWGD 22,3 Prozent und drei Sitze, die KWVD 14,9 Prozent und zwei Sitze, den SSW 14,4 Prozent und zwei Sitze und die SPD 11,1 Prozent und ein Sitz. Ein Sitz ging mit 4,9 Prozent an den Einzelbewerber Hans Hermann Paulsen.[3]

Bürgermeister

Seit 2008 ist Hans Hermann Paulsen Bürgermeister. Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde er erneut als Einzelbewerber wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß, darin unter einem silbernen Wellenfaden zwei gekreuzte Dornenzweige, eine goldene Spitze, darin eine grüne Kopfweide, darüber im grünen Schildhaupt rechts und links je zwei goldene Sumpfdotterblumen.“[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Im Dorf gibt es verschiedene Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, einige Ferienwohnungen einen Gemischtwarenladen und ein Pflegeheim.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Drage (Nordfriesland) stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Wehranlage und Schleuse Nordfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude der Schleuse Nordfeld

Die zwischen 1934 und 1936 errichtete Anlage in der Eider ist gleichermaßen ein Tidesperrwerk, das die Gezeiten daran hindert, weiter flussaufwärts zu dringen, und ein Wehr, welches durch seine Stauhaltung im abgeschirmten Binnengewässer Eider einen ausreichenden Wasserstand für die Schifffahrt garantiert.[5]

Die Anlage kann seit 2001 von Fußgängern und Radfahrern überquert werden und verbindet so die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen.

Wehranlage

Die 43 Meter breite Wehranlage umfasst fünf Strömungsöffnungen. Das Backsteingebäude darüber enthält die Steuerung der Strömungstore. In jeder Öffnung gibt es ein Riegelstemmtor zur Tidenseite und ein Rolltor unter der Gebäudemitte.

Schleuse

Die Kammer der Schleuse Nordfeld ist 75 Meter lang und 9,50 m breit. Für die Schifffahrt sind allerdings nur 65 Meter in der Länge und neun Meter in der Breite freigegeben. Längere oder breitere Schiffe müssen sich vorher beim Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning melden und eine Genehmigung einholen. Zur Schleuse gehörten ursprünglich ein Flut-, zwei Sturmflut- und zwei Ebbtore. Seit dem Bau des Eidersperrwerks ist ein Sturmfluttor außer Betrieb gesetzt.

Bedeutung

Das Wehr bildet die Grenze zwischen Binneneider und Tideeider. Gebaut wurde es als Teil der ersten Deichlinie, denn weiter flussabwärts gab es, vor der Errichtung des heutigen Eidersperrwerks in Tönning, keine Sperranlagen im Fluss. Die Schleuse sollte die Städte flussaufwärts vor den über die Eider kommenden Gezeiten sowie Sturmfluten schützen. Der Bau führte aber auch dazu, dass sich in der Folgezeit stromabwärts das Wasser noch höher staute und der Unterlauf der Eider in Sperrwerksnähe immer weiter verlandete. Heute bietet das Eidersperrwerk an der Flussmündung Schutz gegen Sturmfluten. jedoch hat sich der Wasserhaushalt in der Eider immer noch nicht stabilisiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rolf Kuse: Drage in Nordfriesland. Ein Stapelholmer Dorf im Wandel des 20. Jahrhunderts. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2010, ISBN 3-89876-503-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drage (Nordfriesland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  3. Ergebnis Drage Kommunalwahl 2013
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Schleuse und Wehranlage Nordfeld (Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes)