Dranse (Wallis)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dranse
Drance
Die Dranse in Martigny

Die Dranse in Martigny

Daten
Gewässerkennzahl CH: 136
Lage Kanton Wallis, Schweiz
Flusssystem Rhone
Abfluss über Rhone → Mittelmeer
Ursprung Zusammenfluss von Dranse de Bagnes und Dranse d’Entremont bei Sembrancher
46° 4′ 42″ N, 7° 9′ 33″ O
Mündung nahe Martigny in die RhoneKoordinaten: 46° 7′ 30″ N, 7° 3′ 57″ O; CH1903: 571183 / 108236
46° 7′ 30″ N, 7° 3′ 57″ O
Mündungshöhe 452,5 m[1]
Länge 15 km / 44 km
Einzugsgebiet 680 km²
Dranse de Bagnes
Drance de Bagnes
Dranse de Bagnes.jpg
Daten
Gewässerkennzahl CH: 137
Lage rechter Quellfluss
Flusssystem Rhone
Abfluss über Dranse → Rhone → Mittelmeer
Quelle Otemmagletscher
45° 55′ 57″ N, 7° 24′ 33″ O
Zusammenfluss mit der Dranse d’Entremont zur Dranse
46° 4′ 42″ N, 7° 9′ 33″ O
Länge 31 km
Durchflossene Stauseen Lac de Mauvoisin
Zufluss der Dranse de Bagnes in den Lac de Mauvoisin mit fluvialen Sedimentablagerungen

Zufluss der Dranse de Bagnes in den Lac de Mauvoisin mit fluvialen Sedimentablagerungen

Die Dranse (auch Drance) ist ein 44 km langer linker Nebenfluss der Rhone, im Südwesten des Kantons Wallis, in der Schweiz. Das Einzugsgebiet des Flusses ist 680 km² gross. Der Flusslauf wird erst unterhalb von Sembrancher Dranse genannt, da er aus drei Quellflüssen besteht.

  • Grösster Quellfluss mit 31 km Länge ist die Dranse de Bagnes, welche das gleichnamige Tal Val de Bagnes durchfliesst. Sie entspringt am Otemmagletscher in den südwestlichen Walliser Alpen und hat in ihrem oberen Einzugsgebiet weitere Gletscherzuflüsse vom Mont-Durand-Gletscher, Brenaygletscher und Giétrozgletscher. Das Wasser dieser Bäche wird im Speicherbecken des Lac de Mauvoisin gestaut. Unterhalb dieses Stausees fliesst die Dranse de Bagnes nach Nordwesten und nimmt von links den Bach auf, der vom Corbassièregletscher im Massiv des Grand Combin gespeist wird. Die Steilstufen des Val de Bagnes unterhalb von Fionnay werden mittels kleiner Schluchten und Wasserfällen überwunden. Bei Champsec verbreitert sich der Talboden und bei Le Châble, dem Hauptort der Gemeinde Bagnes, wendet sich die Dranse de Bagnes nach Westen. Der grosse Schuttkegel, der vom Wildbach Merdesson im Tal aufgebaut wurde, führte dazu, dass der Lauf der Dranse de Bagnes oberhalb von Sembrancher ganz an den linken Talrand gedrängt wurde.
  • Der 25 km lange Quellfluss Dranse d’Entremont hat seinen Ursprung im Gebiet des Grossen Sankt-Bernhard-Passes. Er fliesst nordwärts und wird im Lac des Toules zur Energiegewinnung gestaut. Danach überwindet die Dranse d’Entremont auf einer Strecke von 12 km eine Höhendifferenz von 800 m im gleichnamigen Tal Val d’Entremont, das westlich des Grand Combin-Massivs liegt. Im Talkessel von Orsières nimmt sie von links den dritten Quellfluss, die Dranse de Ferret, auf und fliesst danach weiter nordwärts nach Sembrancher.
  • Die Dranse de Ferret ist mit 19 km der kürzeste Quellfluss. Sie entspringt dem kleinen Glacier des Angroniettes am Nordhang des Grand Golliat im äussersten Südwesten der Walliser Alpen. Durch das östlich des Mont Blanc-Massivs gelegene Val Ferret fliesst die Dranse de Ferret nordwärts und nimmt dabei das Wasser mehrerer Gletscher aus diesem Massiv auf. Sie wird bei La Fouly und in Prayon gefasst. Oberhalb von Orsières mündet sie in die Dranse d’Entremont.

Östlich von Sembrancher vereinigen sich die Dranse de Bagnes und die Dranse d’Entremont zur Dranse, die westwärts durch ein tiefes Tal am Nordfuss des Pyramidenbergs Catogne fliesst. Südlich von Martigny macht sie einen scharfen Knick nach Norden, erreicht bei Martigny die Rhoneebene und mündet nach wenigen Kilometern kanalisiert in die Rhône.

In früherer Zeit gab es entlang der Dranse immer wieder verheerende Überschwemmungen. So sind beispielsweise die römischen Ruinen von Martigny mit mächtigen Schlammschichten bedeckt. Ursache für die Hochwasser war oft der Giétrozgletscher im Val de Bagnes. Bei Gletscherabbrüchen stürzten jeweils grosse Eismassen ins Tal und stauten die Dranse de Bagnes im Bereich des heutigen Lac de Mauvoisin auf. Bei Ausbrüchen des aufgestauten Sees kam es besonders in den Jahren 1469, 1595, 1640 und 1818 zu Flutwellen, welche grosse Schäden entlang des Flusslaufs verursachten. Im Juli 2006 riss eine Flutwelle die Gleise der Eisenbahnlinie von Martigny nach Orsières mit, so dass ein Zug entgleiste.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dranse d’Entremont
Drance d’Entremont
Gewässerkennzahl CH: 138
Lage linker Quellfluss
Flusssystem Rhone
Abfluss über Dranse → Rhone → Mittelmeer
Quelle beim Grossen Sankt-Bernhard-Pass
45° 51′ 45″ N, 7° 11′ 27″ O
Zusammenfluss mit der Dranse de Bagnes zur Dranse
46° 4′ 42″ N, 7° 9′ 33″ O
Länge 25 km
Durchflossene Stauseen Lac des Toules
Dranse de Ferret
Drance de Ferret
Gewässerkennzahl CH: 139
Lage Nebenfluss
Flusssystem Rhone
Abfluss über Dranse d’Entremont → Dranse → Rhone → Mittelmeer
Quelle Glacier des Angroniettes
45° 52′ 18″ N, 7° 6′ 32″ O
Mündung oberhalb Orsières in die Dranse d’Entremont
46° 1′ 19″ N, 7° 8′ 37″ O
Länge 19 km

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Swisstopo mit Messfunktion