Drage (Fluss)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Drawa)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Drage / Drawa
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Die Drage bei Drawsko Pomorskie (Dramburg)

Die Drage bei Drawsko Pomorskie (Dramburg)

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Woiwodschaft Westpommern und Großpolen
Flusssystem Oder
Abfluss über Netze → Warthe → Oder → Ostsee
Quelle südlich von Połczyn Zdrój nahe Ogrodno im Powiat ŚwidwińskiVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
Quellhöhe 212 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung unweit Krzyż Wielkopolski in die NetzeKoordinaten: 52° 51′ 28″ N, 15° 59′ 26″ O
52° 51′ 28″ N, 15° 59′ 26″ O
Länge 186 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 3296 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Linke Nebenflüsse Płociczna (Plötzenfließ) (51 km); Korytnica (Körtnitzfließ) (34 km); Drawica (Dragebrach-Fließ und Ankrowfließ) (26 km)
Rechte Nebenflüsse Mierzęcka Struga (Mehrenthiner Fließ) (45 km); Kokna (Küchenfließ) (24 km)
Durchflossene Seen Jezioro Drawsko (Dratzigsee), Jezioro Krosino (Krössinsee), Jezioro Lubie (Großer Lübbesee)
Kleinstädte Złocieniec, Drawsko Pomorskie, Drawno

Die Drage (poln. Drawa) ist ein rechter, 186 km langer Nebenfluss der Netze (poln. Noteċ) in Polen.

Verlauf und Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Quellgebiet der Drage ist das Tal von Fünfsee im Teilgebiet Pommersche Schweiz der Pommerschen Seenplatte südlich von Bad Polzin (Połczyn Zdrój) nahe Ravelsberg (Ogrodno) im Powiat Świdwiński (Kreis Schivelbein) in 212 Metern über NN in Hinterpommern. Sie fließt in vorherrschend südlicher Richtung und mündet unweit der Stadt Kreuz (Ostbahn) (Krzyż Wielkopolski) in die Netze.

Das gesamte Einzugsgebiet der Drage umfasst 3296 km². Auf ihrem Weg durchfließt sie den Dratzigsee (Jezioro Drawsko) und den Krössinsee (Jezioro Krosino) an Falkenburg (Złocieniec) und Dramburg (Drawsko Pomorskie) vorbei in den Großen Lübbesee (Jezioro Lubie), von wo aus sie durch ein kiefernbestandenes Sandgebiet an Hochzeit (Stare Osieczno) vorbei in die Netze strömt. Über die Dragebrücke bei Hochzeit wird sie von der früheren Reichsstraße 1 überquert.

Der Fluss fließt durch den 1990 ausgewiesenen Nationalpark Drawa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der Drage in der Nähe ihrer Einmündung in die Netze bei dem Dorf Dratzig südwestlich der Stadt Schneidemühl auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Von 1368 bis 1772 bildete die Drage die Grenze zwischen Brandenburg und Polen. Hier lag auch bis zur Reformation die Grenze der Bistümer Cammin und Posen. In preußischer Zeit bildete sie vom Dorfe Blumenwerder (heute polnisch: Piaseczno) im Landkreis Neustettin bis zur Mündung die Grenze zwischen der Neumark und dem westpreußischen Netzedistrikt.

Wegen ihrer durch viele nacheiszeitlichen Seen bewirkten ausgeglichenen Wasserführung wurde die Drage zur Holzflößerei benutzt. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg unternahm 1680 und 1681 Anstrengungen, die Drage schiffbar zu machen, um den Handelsverkehr zwischen Hinterpommern und der Neumark zu fördern.[1] Bis Hochzeit war sie im 18. und 19. Jahrhundert auch schiffbar, allerdings musste man die Kähne flussaufwärts treideln. Heute ist die Drage ein Paradies für Wassersportler.

Die Dragebrücke bei Hochzeit ist ein historischer Ort, da (höchstwahrscheinlich) hier in der Nähe der letzte souveräne Herzog von Pommerellen, Mestwin II., im Vertrag an der Dragebrücke von den Markgrafen von Brandenburg einen Teil Hinterpommerns zum zweiten Mal zu Lehen nahm.[2] [3] Außerdem spielte sich hier eines der letzten militärischen Kapitel des Untergangs des „Dritten Reichs“ ab.[4]

Seit 1918 gibt es bei Borowo (Alt Springe) ein Wasserkraftwerk.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Wehrmann: Die Geschichte von Pommern. Band II, Perthes, Gotha 1906, S. 173.
  2. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, 1975, S. 673.
  3. Hans-Joachim Fey: Reise und Herrschaft der Markgrafen von Brandenburg. Böhlau Verlag, 1981, S. 129.
  4. Helmut Lindenblatt: Pommern 1945 – Eines der letzten Kapitel der Geschichte des Unterganges des Dritten Reiches. Verlag Rautenberg, 1984, S. 67.