Drehbuchwerkstatt München

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Die Drehbuchwerkstatt München ist ein, seit 1989 jährlich stattfindendes, kostenfreies 12–monatiges Fortbildungsprogramm für Drehbuchautoren in Trägerschaft der Hochschule für Fernsehen und Film München in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Staatskanzlei und dem Bayerischen Rundfunk. Ausgerichtet wird sie durch die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hochschule für Fernsehen und Film in München e.V.. Studienleiter ist Martin Thau als Nachfolger von Wolfgang Längsfeld.

Umsetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus jeweils über hundert Bewerbern werden nach Maßgabe der Begabtenauswahl jährlich 10 Autoren für ein so genanntes Drehbuchjahr bestimmt.[1] Jeder Teilnehmer entwickelt während des folgenden Jahres unter individueller Betreuung ein „kurbelreifes“ Drehbuch. Dieses wird anschließend im Rahmen des Filmfests München Produzenten und Redakteuren vorgestellt. Die Drehbuchwerkstatt München kann auf Antrag einen Lebenshaltungskostenzuschuss als Stipendium gewähren. Das erste Stipendium 1989 erhielt Peter Renz.[2]

Zum Abschluss des 10. Jahrgangs (1998/99) richtete die Drehbuchwerkstatt erstmals eine eigene Auszeichnung ein. Der mit 3.000,- Euro dotierte Tankred Dorst-Drehbuchpreis der Drehbuchwerkstatt München wird seitdem jährlich einem Absolventen verliehen. Zum zwanzigjährigen Bestehen wurde vom Bayerischen Rundfunk eine DVD produziert.[3]

Unter den Absolventen sind sowohl erfolgreiche Film- und Fernsehschaffende als auch Schriftsteller, wie z. B. Friedrich Ani, Philip Gröning, Tanja Kinkel, Susanne Schneider (Solo für Klarinette), Bernd Lichtenberg (Good Bye, Lenin!), Daniel Speck (Bella Germania), Karin Michalke (Trilogie Beste Zeit/Beste Gegend/Beste Chance, Räuber Kneißl), Sylke Rene Meyer, Robert Seethaler (Der Trafikant) und Stefanie de Velasco. 35 [4] der im Rahmen der Drehbuchwerkstatt München entstandenen Drehbücher wurden bis heute verfilmt. Davon wurden die Arbeiten folgender Autoren mit Film- bzw. Fernsehpreisen ausgezeichnet:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Thau: Drei Jahre Drehbuchwerkstatt München. Ein Erfahrungsbericht. In: Alexander Schwarz: Das Drehbuch. Geschichte, Theorie, Praxis. Schaudig, Bauer, Ledig, 1992. ISBN 978-3-926-37204-8 (S. 203 ff)
  • Sandra Uschtrin, Michael Joe Küspert: Handbuch für Autorinnen und Autoren. Adressen und Informationen aus dem deutschen Literatur- und Medienbetrieb. Uschtrin, 2001. ISBN 978-3-932-52210-9

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Film und Fernsehen Hartes Geschäft für Nachwuchsautoren , Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010
  2. Wilhelm Kühlmann: KILLY Literaturlexikon, Band 9 Os - Roq. Walter de Gruyter, 2010. ISBN 978-3-110-22045-2
  3. Matthias Leybrand: Ohne Buch kein Film. 20 Jahre Drehbuchwerkstatt München. München, 2009
  4. Drehbuchwerkstatt Meisterschüler - ihre verfilmten Bücher
  5. Interview in der Glamour