Drei-Fünftel-Klausel

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Die Drei-Fünftel-Klausel (engl. Three-Fifths Compromise) war ein Kompromiss zwischen den Südstaaten und den Nordstaaten der USA, der 1787 auf der Philadelphia Convention erreicht wurde. Dabei wurde festgelegt, dass drei Fünftel der Sklaven bei der Volkszählung in den Bundesstaaten, sowohl für Steuerzwecke als auch bei der Sitzzuteilung im Repräsentantenhaus, mitgezählt werden sollten. Die Klausel wurde von James Wilson und Roger Sherman beantragt, in die Verfassung der USA vom 17. September 1787 aufgenommen und 1865 durch den 13. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, welcher die Abschaffung der Sklaverei vorsah, abgeändert.

Der entsprechende Passus befand sich in Artikel 1, Abschnitt 2, Paragraph 3 der damaligen Verfassung der Vereinigten Staaten und lautete im Original[1]:

„Representatives and direct Taxes shall be apportioned among the several States which may be included within this Union, according to their respective Numbers, which shall be determined by adding to the whole Number of free Persons, including those bound to Service for a Term of Years, and excluding Indians not taxed, three fifths of all other Persons.“

sowie in deutscher Übersetzung:

„Die Abgeordnetenmandate und die direkten Steuern werden unter den einzelnen Staaten, die gegebenenfalls diesem Bund angeschlossen sind, aufgeteilt gemäß ihrer jeweiligen Einwohnerzahl, welche bestimmt wird, in dem zur Gesamtzahl der freien Personen, einschließlich der in einem befristeten Dienstverhältnis stehenden, und der nicht besteuerten Indianer, drei Fünftel aller übrigen Personen hinzugezählt werden.“

Anmerkung:

  1. Alle Personen waren Männer. Frauen gehörten nicht dazu.
  2. Zu den in einem befristeten Dienstverhältnis stehenden Arbeitern zählten unter anderem Indenturarbeiter, die die Passage für ihre Überfahrt durch Vertragsarbeit (Identur) abzahlten.
  3. Indianer wurden zwar als Personen, nicht jedoch als Staatsbürger, betrachtet.
  4. Die übrigen Personen waren männliche Sklaven. Diese wurden als Drei Fünftel Personen gezählt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Artikel wird als höchst undemokratisch angesehen, da die in den Südstaaten der USA gehaltenen Sklaven zwar kein Wahlrecht hatten, aber bei der Zuteilung der Sitze im Kongress als Drei-Fünftel-Menschen mit eingerechnet wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Heideking: Die Verfassung vor dem Richterstuhl. Vorgeschichte und Ratifizierung der amerikanischen Verfassung 1787–1791. de Gruyter, Berlin u. a. 1988, ISBN 3-11-011604-9 (Zugleich: Tübingen, Univ., Habil.-Schr., 1987).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika 1. Artikel 2. Abschnitt 3. Absatz Die Verfassung in deutsch (PDF; 201 kB)