Dreiborn (Schleiden)

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Dreiborn
Stadt Schleiden
Wappen von Dreiborn
Koordinaten: 50° 32′ 44″ N, 6° 24′ 35″ O
Höhe: 563 (535–590) m ü. NHN
Fläche: 7,5 km²
Einwohner: 971 (Sep. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 53937
Vorwahl: 02485
Karte
Gemarkung Dreiborn, ca. 40 km²
Blick über die Dreiborner Hochfläche
Blick über die Dreiborner Hochfläche
Burg Dreiborn und Dreiborn (2017)
Burg Dreiborn um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Der Eifelort Dreiborn, gelegen in der gleichnamigen Gemarkung, ist ein Stadtteil im Westen von Schleiden im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiborn liegt in der Rureifel zentral auf der Dreiborner Hochfläche auf 563 m.ü.NHN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1334 wurde das Schloss „Troys Fontainez“ (= Drei Quellen, also Drei Born) erstmals erwähnt. Graf Wilhelm V. von Jülich nahm es damals von König Johann von Böhmen aus dem Hause Luxemburg zu Lehen. Die Jülicher scheinen die Unterherrschaft Dreiborn von den Edelherren von Hengebach (=Heimbach) geerbt zu haben.

Zur Herrschaft gehörten neben dem Schloss große Teile der Dörfer Dreiborn und Morsbach sowie Malsbenden, Gemünd und Mauel (jeweils links der Urft) und Berescheid, Ettelscheid, Scheuren, Dieffenbach, Nierfeld, Herhahn sowie der Pfarrort Olef.

„Unterherrschaften“ waren eine Eigentümlichkeit des Herzogtums Jülich. Anders als die Jülicher Ämter waren sie relativ unabhängig. Nach verschiedenen Adelsfamilien (unter Rabolt von Plettenberg 1531 Gründung einer Eisenhütte in Olef) übernahm 1585 das Geschlecht von Harff in Dreiborn die Herrschaft, die es bis 1794 behielt. Zu beträchtlichem Wohlstand gelangt, wie Roidkins prächtige Schlossbilder zeigen, und 1650 in den Freiherrnstand erhoben, hatten die von Harff ihre Grablege in der Olefer Pfarrkirche St.Johannes Baptista.

Von 1794 bis 1815 hatten die Franzosen das gesamte linke Rheinufer besetzt. Dreiborn gehörte in dieser Zeit zum französischen Departement Rur. Danach wurde es preußisch. Von 1816 bis 1971 war der Ort eine eigenständige Gemeinde im 1972 aufgelösten Kreis Schleiden. Am 1. Januar 1972 wurde der überwiegende Teil der Gemeinde Dreiborn in die Stadt Schleiden eingemeindet. Der letzte Bürgermeister der Gemeinde Dreiborn war Hubert Heinen. Die Ortsteile Einruhr und Hirschrott wurden nach Simmerath in der Städteregion Aachen umgegliedert.[2]

Ortsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort verfügt über die Kirche St. Georg, einen Kindergarten, eine Grundschule mit Turnhalle, ein Feuerwehrhaus, einen Sportplatz mit Mehrzweckgebäude, ein Café, eine Gaststätte und ein Jugendheim. Am Ostrand des Ortes liegt die Burg Dreiborn – auch Wasserschloss Dreiborn genannt.

Mundart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dreiborn wird Eifeler Platt gesprochen. Es enthält einige speziell in Dreiborn zu findende Wörter (z. B. bääht = fertig, kaputt, erschöpft; jartz/jachz = bitter; Quespel = Handfeger; verlaade = sehr beschäftigt; luertz = links; Pööp = Kopftuch; bestaade = heiraten). Dreiborn selbst wird im Dreiborner Platt „Drommer“ genannt.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächsten Bundesstraßen sind die B 266 und die B 258. Die nächsten Autobahnanbindungen die A 1 in Nettersheim und Euskirchen Wißkirchen sowie zur A 4 die Anschlussstelle Aachen Lichtenbusch.

Seit der Nutzung der Dreiborner Hochfläche als Truppenübungsplatz verläuft westlich von Dreiborn in einem schmalen Waldstück eine mit Betonplatten ausgebaute Panzerstraße. Nach Schließung des Truppenübungsplatzes gab es Pläne, die Trasse eine Ortsumgehung zu nutzen. Aus Rücksicht auf den Nationalpark und wegen des geringen Bedarfs wurde diese Planung 2011 gestoppt.[4]

Der Ort liegt im Verbundraum des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und wird von der Buslinie 831 des Regionalverkehr Köln (RVK) bedient, wobei ein Großteil der Fahrten als zuschlagpflichtiger TaxiBus[5][6] (nur auf telefonische Voranmeldung) durchgeführt wird. Darüber hinaus verkehrt morgens eine Fahrt im Schülerverkehr der Linie 836 von Schöneseiffen über Dreiborn und Herhahn nach Schleiden. An Sonn- und Feiertagen von April bis Oktober verkehrt eine Fahrt der Linie 815 als Fahrradbus von Kall nach Monschau und zurück.

Linie Verlauf
815 Wald-Linie (Fahrradbus mit Anhänger, nur sonn- und feiertags von April bis Oktober):
Kall Bf – Anstois – Gemünd – Herhahn – Dreiborn – Wahlerscheid – Höfen – Monschau
831 TaxiBusPlus (außer im Schülerverkehr Gemünd – Dreiborn): Gemünd – (Herhahn –) Morsbach – Dreiborn – Berescheid – Ettelscheid – Scheuren – Schleiden

Natur und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Touristisch interessant sind die Höhenlage mit weitem Fernblick, der Nationalpark Eifel, die Dreiborner Hochfläche, die Nähe zur Olef- und Urfttalsperre, die Vielzahl der markierten Wander- und Radwege und die Anbindung an das ÖPNV-Netz des VRS.

Etwas Besonderes ist die Ginsterblüte im Mai bis Juni auf der Dreiborner Hochfläche im Nationalpark Eifel. Auf weiten Teilen der offenen Hochfläche kann man das goldgelbe Naturschauspiel bewundern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Jäger, Sven Kirch, Alfred Wolter: Dreiborn – Das Dorf der Eifel. 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dreiborn – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik. (PDF; 19,3 kB) Stand: 09.2020. In: schleiden.de. Stadt Schleiden, abgerufen am 25. April 2021.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 309.
  3. Mensch senn en „Beresch“, auf schleiden.de, abgerufen am 23. November 2020
  4. Ortsumgehung Dreiborn gestoppt. Förderverein Nationalpark Eifel. Abgerufen am 26. April 2013.
  5. Linie 831, auf vrs.de, abgerufen am 23. November 2020
  6. MOBIL IN... Schleiden und Gemünd (PDF), auf kreis-euskirchen.de, abgerufen am 23. November 2020
  7. Bernhard Joseph Hilgers, auf eifelzeitung.de