Dreiecksbeziehung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Unter einer Dreiecksbeziehung, Dreierbeziehung, Ehe zu dritt oder auch ménage à trois (franz.: Dreierverhältnis) wird im allgemeinen Sprachgebrauch meist eine Konstellation zwischen drei Menschen verstanden, in der eine Person zu zwei anderen Personen eine Liebesbeziehung, eine Sexualbeziehung bzw. eine Partnerschaft unterhält. Dabei kann die Person mit zwei Beziehungen eine oder beide Beziehungen heimlich führen (Seitensprung) oder beide Beziehungen offen ausleben, wie in einer offenen Beziehung. Die Verallgemeinerung offener Beziehungen zu mehreren Partnern ist die Polyamorie.

Im strengeren Sprachgebrauch bezeichnet Dreiecksbeziehung eine Beziehungskonstellation zwischen drei Menschen, in der jede Person zu jeder anderen Person eine Beziehung unterhält (so wie in einem Dreieck jeder Eckpunkt mit jedem anderen Eckpunkt verbunden ist). Diese Beziehungskonstellation wird auch Triade genannt.

Wenn eine Person langfristig zwei Beziehungen pflegt, spricht man oft von Parallelbeziehungen.

Motive für Dreiecksbeziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschlecht, Alter und familiäre Nähe schließen Dreiecksbeziehungen nicht aus. Im Hinblick auf eine bestehende Paarbeziehung werden Dreiecksbeziehungen entweder als Bereicherung gerühmt oder als Untreue, Verrat und Verbrechen gegeißelt (Sünde). Sie können durch Absprache der Partner zustandekommen (Toleranzmodell) oder sogar Gewaltanwendung aufgrund von besitzergreifender Eifersucht auslösen (Ausschließlichkeitsmodell). Die Unvollkommenheit einer Paarbeziehung wird oft als Ursache beim Entstehen von Dreiecksbeziehungen gesehen. Paarbeziehungen gründen sich auf Wünsche nach Geborgenheit, Schutz, Intimität, Vertraulichkeit und ruhiger Lebensperspektive und enthalten je nach der Autonomie und Reife der Partner gleichzeitig die Tendenz zur Ausschließlichkeit, Isolation, Zerstörung bestehender Freundschaften, Sterilität und Monotonie (Gefängnis zu zweit). Dreiecksbeziehungen werden manchmal als Ausweg oder Korrektiv einer Paarbeziehung gesehen.

Die klassische Dreiecksbeziehung zwischen erwachsenen gemischtgeschlechtlichen Partnern gibt ein Muster von Partner/Partnerin und Geliebtem/Geliebter vor. Sie kann auf Absprache beruhen, wird aber oft verheimlicht und gelegentlich auch nur fingiert. Homosexuelle Dreiecksbeziehungen haben oft eine ähnliche Bedeutung, wenn ihnen eine feste Partnerschaft vorausgeht. Bei bisexuellen Menschen wird oft der Wunsch berichtet, Sexualität mit Menschen beider Geschlechter erleben zu können.

Die subjektiven Auslöser und Motive zum Eingehen einer Dreiecksbeziehung liegen teils offen zutage, andere werden sorgfältig versteckt oder konsequent geleugnet. Nicht selten sind die Motive nicht bewusst und können nur aus dem Beziehungskontext vermutet werden.

Dreiecksbeziehungen können die eigene sexuelle Spannung entlasten, Bedürfnisse nach freundschaftlich gefärbter Erotik befriedigen, sexuelle Spezialitäten ausleben, eine Animierfunktion erfüllen, den Hauptpartner disziplinieren und/oder demütigen oder ein Instrument eigener Selbstbehauptung sein.

Dynamik von Dreiecksbeziehungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiecksbeziehungen gelten üblicherweise als spannungsreich, instabil und zeitlich deutlich befristet. Meist ist schon von Beginn an ein Scheitern vorauszusehen. Doch es gibt auch stabile Arrangements zwischen allen Beteiligten über Jahre. Nicht wenige Dreiecksbeziehungen bleiben während ihres Bestehens unentdeckt. Heimliche Dreiecksbeziehungen werden oft unmittelbar nach ihrer Entdeckung oder freiwilliger Offenlegung beendet. Häufig übertrifft das Ausmaß der Erregung und Gespanntheit einer Dreiecksbeziehung das einer unbefriedigenden Paarbeziehung, sodass über Monate und sogar Jahre um klarere Verhältnisse gerungen werden muss.

Herkunft des Begriffes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ibsens Schauspiel Hedda Gabler findet sich die Bezeichnung „Dreieckiges Verhältnis“.[1]

In seinen Kommentaren zu den Kupferstichen Hogarths schreibt Lichtenberg 1799 von einem „Glückseligkeits-Triangel“.[2] Er nimmt dabei Bezug auf eine ältere italienische Wendung: „Triangolo equilaterato heißt in Italien das häusliche Glückseligkeitssystem aus Mann, Frau und Amant.“

Dreiecksbeziehungen in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch: Polyamore Beziehungen in Theaterstücken, Filmen und Liedern

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Motiv der Dreiecksbeziehung ist ein weitverbreitetes Thema in der Literaturgeschichte, von der Weltliteratur in ihren Anfängen bis hin zu aktueller Trivialliteratur. Ein sehr frühes und bekanntes Beispiel ist die Geschichte von Abraham, Sara und Hagar aus dem 1. Buch Mose des Alten Testaments.[3] Ebenfalls in der Bibel wird die Geschichte von David, Batseba und deren Gatten Urijah erzählt, die für ihn tödlich endet.[4] Die David/Batseba-Geschichte wurde vor allem in der abendländischen Kunst vom Mittelalter bis zum Barock dargestellt,[5] aber auch vereinzelt in der Literatur der Gegenwart rezipiert, beispielsweise von Leonard Cohen in seinem Lied Hallelujah, von dem seinerseits eine ganze Reihe von Coverversionen produziert wurden.

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autoren, die sich mit Dreiecksbeziehungen beschäftigen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Weitere Beziehungsformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unda Hörner: Eine Liebe zu dritt. Neun Porträts. Berlin: edition ebersbach, 2009.
  • Hans Jellouschek: Die Rolle der Geliebten in der Dreiecksbeziehung. 4. Auflage. Kreuz-Verlag, Stuttgart, 1999, ISBN 978-3-268-00183-5.
  • Andreas Köhnemann: Liebe in alle Richtungen. Sexuell ambivalente Dreiecksbeziehungen im Film. Mühlbeyer Filmbuchverlag, Frankenthal 2014. ISBN 978-3-945378-02-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Dreiecksbeziehung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zitat in: Ibsen: Hedda Gabler, Ausgabe Frankfurt a. M. 1907; Akt II, Brack zu Hedda: „[...] ein solches, sagen wir, dreieckiges Verhältnis, – das ist im Grunde eine große Annehmlichkeit für alle Teile“.
  2. W. Hogarths Zeichnungen nach den Originalen in Stahl gestochen. Mit der vollständigen Erklärung derselben von G. C. Lichtenberg. Abth. 1. Bd 2. Stuttgart 1840. S. 523.
  3. Gen 16,10-11 EU / Gen 21 EU
  4. 2 Sam 11 EU
  5. George G. Nicol: David, Abigail and Bathsheba, Nabal and Uriah. Transformations Within a Triangle. In: Scandinavian Journal of the Old Testament. 1998. 12, S. 130–145
  6. Theodore Sturgeon, Rule of Three, in: „Galaxy“ Januar 1951, deutsch: Dreiecksverhältnisse, in: (ders.:) Fährmann ins All, 1979 (Goldmann SF), S. 63, ISBN 3-44223395-X.