Dreiecktuch

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Dreiecktuch verpackt
Dreiecktuch entfaltet

Das Dreiecktuch oder Dreieckstuch ist ein Verbandmittel und Bestandteil eines Verbandkastens.[1]

Beschreibung und Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es hat die Form eines annähernd rechtwinkligen, gleichschenkligen Dreiecks mit einer Basislänge von meist etwas über 1,3 m und Kathetenlängen von knapp unter 1 m. Es besteht aus Baumwolle oder modernem Faserstoff. Die Farbe ist in der Regel naturweiß, schwarz oder beim Militär oliv.

In Deutschland ist das Dreiecktuch in der DIN 13168-D mit Dimensionen von 96 und 136 cm genormt, in Österreich in der ÖNORM K 2122.

Es wird in der Ersten Hilfe als Fixiermittel, Polsterung oder Tragehilfe verwendet. Als unsteriles Verbandmittel ist es für die direkte Wundabdeckung ungeeignet. Verschiedene Anwendungen erfordern das Falten des Dreiecktuchs zu einer Dreiecktuchkrawatte.

Dreiecktücher dienen als schnell und einfach anzulegende Verbände für Kopf-, Kinn-, Schulter-, Ellbogen-, Hand-, Knie-, Fuß-, und Hüftverletzungen bis hin zum Druckverband. Es dient dazu, eine sterile Kompresse oder ein Verbandtuch an Ort und Stelle zu fixieren. Die Enden können mit einem Kreuzknoten zusammengebunden werden. Das Dreiecktuch dient auch zur Ruhigstellung bei Frakturen, als Armtragetuch oder zur Anfertigung von Ringpolstern. Ebenso kann es zum Tragering gefaltet werden, der zur Stabilisierung von einspießenden Fremdkörpern oder zum Patiententransport durch zwei Helfer dient.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreiecktuch von Esmarch mit Zeichnungen von Johann Heinrich Wittmaack

Erfinder des Dreiecktuchs war der Kieler Arzt Friedrich von Esmarch. Er hatte als Chirurg an der Schleswig-Holsteinischen Erhebung 1848/51 und den Deutschen Einigungskriegen 1864–71 teilgenommen und sich später als Unfallchirurg und Mitbegründer der Ersten Hilfe in Deutschland einen Namen gemacht. In seiner Schrift Der erste Verband auf dem Schlachtfelde stellte er 1869 erstmals ein Dreiecktuch aus Baumwolle oder Leinen als vielseitig verwendbaren Verband vor.[2] Seit 1873 wurde das Tuch, bedruckt mit Zeichnungen von Johann Heinrich Wittmaack, die insgesamt 34 Anwendungsmöglichkeiten darstellen, produziert.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dreiecktuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erste-Hilfe-Material - Verbandkasten B, „KFZ- Verbandkasten“. Deutsches Rotes Kreuz, 1. Januar 2014, abgerufen am 8. September 2014.
  2. Kerstin Nees: Große Forscher und Forscherinnen von der Förde: Johann Friedrich August von Esmarch
  3. Dirk Ziesing: Das Zündnadelgewehr im Verbandkasten. Oder: Die unglaubliche Geschichte des Dreiecktuches