Dreikönigenhaus (Trier)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Dreikönigenhaus 2008

Das Dreikönigenhaus in der Simeonstraße in Trier unweit der Porta Nigra ist ein frühgotisches Wohnhaus, das aus einem romanischen Wohnturm entstand. Der Name stammt von einem Gemälde der Epiphanie, das einst in diesem Haus hing.

Ursprünglich hieß das Haus „Zum Säulchen“ und wurde 1230 erbaut. Der Haupteingang lag im 1. Obergeschoss (über dem heutigen rechten Eingang) und konnte nur über eine Zugtreppe erreicht werden. Im Falle von Gefahr konnte diese eingeholt werden und Hab und Gut waren gesichert. In Trier gab es wahrscheinlich sieben bis zehn solcher wehrhaften Wohntürme, von denen neben dem Dreikönigenhaus aber nur noch der Turm Jerusalem und der Frankenturm erhalten sind. Diese Türme dienten als Wohnsitz wohlhabender und politisch einflussreicher Familien, das Dreikönigenhaus gehörte vermutlich einer Trierer Schöffenfamilie.

Nach verschiedenen Umbauten wurde das Gebäude 1938 und 1973 restauriert, besonders bei der ersten Instandsetzung versuchte man den mittelalterlichen Zustand so weit wie möglich wiederherzustellen.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die architektonische Weiterentwicklung des Gebäudes von einem romanischen Wohnturm zu einem frühgotischen Wohnhaus lässt sich besonders an den Fenstern der verschiedenen Geschosse und am Giebelabschluss gut nachvollziehen. Die Eingänge im Erdgeschoss stammen aus späterer Zeit, die heutige Farbgebung orientiert sich dagegen am mittelalterlichen Zustand. Das Dreikönigenhaus ist auch als ein Beispiel für die Denkmalpflege der Vorkriegszeit bemerkenswert, die um eine möglichst genaue, wissenschaftlich belegte Zurückführung auf das mittelalterliche Erscheinungsbild bemüht war.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lukas Clemens: Trier um 1220. Prolegomena zum Versuch einer Stadtrekonstruktion. In: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier 30 (1998), S. 91–108.
  • Franz-Josef Knöchel: Befestigte Wohnanlagen im mittelalterlichen Trier. In: Kurtrierisches Jahrbuch 42 (2002), S. 85–103 („Dreikönigenhaus“: S. 93, online; PDF; 1,1 MB).

Koordinaten: 49° 45′ 29″ N, 6° 38′ 34″ O