Dreikaiserjahr

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Als Dreikaiserjahr ging das Jahr 1888 in die deutsche Geschichte ein. Auf Wilhelm I., der am 9. März in Berlin starb, folgte sein an Kehlkopfkrebs erkrankter Sohn Friedrich Wilhelm als Friedrich III., der nach 99 Tagen Regentschaft am 15. Juni in Potsdam starb. Ihm folgte am selben Tag sein ältester Sohn Friedrich Wilhelm, der als Wilhelm II. den Thron als Deutscher Kaiser und König von Preußen bestieg. Innerhalb von nur vier Monaten wurde Deutschland somit von drei Herrschergenerationen regiert.

Numismatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dreikaiserjahr wurde lediglich ein Münzwert mit jeweils dem Abbild der drei Kaiser geprägt. Die 2 Mark und 5 Mark Silbermünze (beide nicht für Wilhelm I. geprägt), sowie die 10 Mark Goldmünze (nicht für Wilhelm II. geprägt), wurden 1888 nur für zwei Kaiser aufgelegt.

Nur die 20 Mark Goldmünze wurde im Dreikaiserjahr für alle drei Kaiser in der Münzstätte Berlin (A) mit folgender Gesamtprägezahl ausgeführt[1]:

  • Wilhelm I. (Jaeger 246): 533.854 Exemplare
  • Friedrich III. (Jaeger 248): 5.363.501 Exemplare
  • Wilhelm II. (Jaeger 250): 755.512 Exemplare

Dieses Set ist in Sammlerkreisen begeht und besitzt einen Wert von ca. 1.500 € bei Herstellungsart Stempelglanz. In einschlägig bekannten Münzhäusern wird das Set aber für durchschnittlich 2.300 € angeboten.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Zusammenhang mit dem Dreikaiserjahr entstand im Volksmund der Spruch: „Wilhelm I. war der greise Kaiser, Friedrich III. der weise Kaiser und Wilhelm II. der Reisekaiser.“
  • Folgender Satz kann helfen, sich das Dreikaiserjahr zu merken: „Eins und dreimal acht: Drei Kaiser an der Macht“
  • In der Antike gab es ein Vierkaiserjahr (69 n. Chr.) und 193 ein Zweites Vierkaiserjahr. In ersterem – nach Neros Tod – stritten sich vier Männer um die Nachfolge. Vespasian setzte sich durch und begründete die neue Dynastie der Flavier.
  • Das Jahr 1888 wurde wegen der Form der letzten drei Ziffern humorvoll Dreibrezeljahr genannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Dreikaiserjahr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Schön, Günter Schön: Kleiner deutscher Münzkatalog: von 1871 bis heute. Battenberg, 2016, ISBN 978-3-86646-125-3 (google.de [abgerufen am 22. Dezember 2017]).