Dreilappige Papau

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Dreilappige Papau
Dreilappige Papau (Asimina triloba), Blütenknospen

Dreilappige Papau (Asimina triloba), Blütenknospen

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)
Gattung: Papau (Asimina)
Art: Dreilappige Papau
Wissenschaftlicher Name
Asimina triloba
(L.) Dunal

Die Dreilappige Papau, mit wissenschaftlicher Bezeichnung Asimina triloba (L) Dunal, wird auch Indianerbanane oder Pawpaw genannt. Sie ist eine in Nordamerika heimische Pflanzenart aus der Gattung der Papau (Asimina) in der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Die Bezeichnung Pawpaw kommt von Papaya (Carica papaya) und rührt von der Ähnlichkeit der Früchte her. Dieser Umstand führt immer wieder zu Verwirrungen, da in einigen Englisch sprechenden Ländern die Papaya ebenfalls Pawpaw genannt wird. Indianerbanane wird sie unter anderem deshalb genannt, weil bereits die Ureinwohner Nordamerikas, die Indianer, die Dreilappige Pappau kultivierten Die Früchte sind essbar, sie gelten aber auch in ihrem Heimatland noch immer eher als Wildobst oder rare fruit.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreilappige Papau ist eine von neun Spezies der Familie der Annonaceae. Sie ist diploid mit 2n = 2x = 18 Chromosomen. Triploide Hybriden werden in der Literatur ebenfalls erwähnt. Der wissenschaftliche Name der Dreilappigen Papau wurde wiederholt geändert. Linnaeus klassifizierte die Pflanze 1753 erstmals als Annona triloba. 1763 nannte Michel Adanson, ein französischer Naturforscher, die Gattung Asimina, was sich vom einheimischen algonquischen Wort assimin/rassimin/racemin ableitete. 1803 reklassifizierte Michaux die Dreilappige Pappau in Orchidocarpum arietinum. 1807 wurde sie zur Porcelia triloba. 1817 benannte Dunal die Art in Asimina triloba um. Torrey und Gray verlegten die Art später in die Gattung Uvaria, aber schließlich wurde sie 1886 von Gray in Asimina zurückverlegt. Die derzeit akzeptierte Nomenklatur ist Asimina triloba (L.) Dunal.[1][2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beheimatet ist die Dreilappige Papau in Nordamerika, wo sie die nördlichste aller Arten des Genus Asimina ist und zugleich auch die am weitesten Verbreitete. Ihr Gebiet erstreckt sich vom Norden Floridas bis in den Süden Ontarios (in Kanada) und soweit westlich wie Nebraska. Sie kommt in den US-Bundesstaaten Indiana, Michigan, New Jersey, New York, Ohio, Pennsylvania, West Virginia, Illinois, Iowa, Kansas, Missouri, Nebraska, Oklahoma, Alabama, Arkansas, Delaware, Florida, Georgia, Kentucky, Louisiana, Maryland, Mississippi, North Carolina, South Carolina, Tennessee, Virginia und Texas vor.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreilappige Papau ist ein ca. 4 – 10 m hoher sommergrüner Bäume oder Sträucher. Er wächst in tiefgründigem, fruchtbarem Boden in Flussbettgebieten, mag aber keine Staunässe. Am natürlichen Standort oder verwildert bilden sie meist mehrstämmige Büsche, durch Wurzelausschläge kann ein regelrechtes Dickicht entstehen. An sonnigen Orten wächst er mit pyramidaler Krone und geradem Stamm mit glatt bis leicht furchiger, bräunlicher Borke.

Die kurz gestielten und wechselständigen Laubblätter sind verkehrt-eiförmig bis -eilanzettlich, fast kahl und etwa zwischen 15 – 30 cm lang und 10 – 15 cm breit. Sie sind ganzrandig und spitz bis zugespitzt. Der Blattrand ist manchmal leicht umgebogen. Junge Blätter sind unterseits haarig und oberseits sind die Blätter spärlich auf den Adern behaart, sie verkahlen dann fast ganz. Die Herbstfärbung ist gelb.

Die Blüten werden vor oder während des Blattaufkommens an den Enden der Zweige, den vorjährigen Trieben gebildet. Die eiförmig behaarten Knospen entwickeln sich als Achselhaare auf dem neuen Spross einer Saison und blühen im folgenden Frühjahr nach der Überwinterung. Die Dreilappige Pappau ist bis zu −30 Grad Celsius Winterhart[4][5].

Die gestielten und zwittrigen Blüten sind protogyn und erscheinen vor den Blättern,[6] sie sind grünlich bis braunrot und verbreiten einen unangenehmen Geruch, der Fliegen und andere aasfressende Insekten anziehen soll. Der 2–2,5 Zentimeter lange, abgenickte und dickliche Blütenstiel ist kurz rothaarig. An Blütenhüllblättern gibt es drei bis vier Kelchblätter und zwei Kreise mit je drei bis vier Kronblättern. Die grün-rötlichen Kelchblätter sind eiförmig und außen kurz rothaarig. Die braun-rötlichen, etwas steifen, außen etwas haarigen Kronblätter, mit oberseits eingeprägter Nervatur, haben ausgebogene Zipfel und die im äußeren Kreis sind etwa doppelt so groß wie die im inneren Kreis. Die Kronblätter in inneren Kreis haben basale Nektarzonen. Staubblätter sind sehr viele vorhanden, sie sind kurz, dichstehend und sitzen auf einem halbkugeligen Blütenboden. Jede Blüte enthält mehrere längliche, angenäherte, oberständige, grüne und feinhaarige, einkammerige Fruchtknoten mit einem sehr kurzen, leicht ausgebogenen Griffel mit kopfiger Narbe. Die Narbe ist im anfänglichen, weiblichen Stadium grünlich, wird dann gelb und dann im männlichen Stadium dunkelviolett.[7]

Die Blüten beginnen ab Mai zu blühen. Die Früchte sind je nach Sorte ab September erntereif, was sich durch dunkle Flecken auf Haut der Frucht bemerkbar macht. Unter leichtem Daumendruck gibt sie nach. Wird sie früher geerntet, kann sie zusammen mit Äpfeln nachgereift werden[8].

Die dünnschaligen, glatten und vielsamigen Früchte, Beeren sind meist eiförmig bis länglich, ellipsoid, seltener flaschenförmig, und zur Reife grünlich bis gelblich und mehr oder weniger bräunlich bis dunkel gesprenkelt, -fleckt. Die Früchte fallen oft noch nicht ganz reif vom Baum und reifen dann nach. Die Fruchtgröße variiert stark mit der Sorte, mit einer Länge zwischen 5 und 15 Zentimeter und einem Gewicht zwischen 50 und (in Ausnahmefällen) 500 Gramm. Das breiige, süße Fruchtfleisch ist weißlich bis gelb. Die bis etwa 12–20 flachen,[6] glatten und glänzenden Samen sind eiförmig bis elliptisch, orange–braun und etwa 1,5–2,5 Zentimeter lang. Die Samen sind giftig.

Selbstkompabilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Sorten der Indianerbananen sind Fremdbestäuber und dementsprechend Selbstinkompatibel. Die Sorten ‚Sunflower‘ und ‚Prima‘ sind selbstfruchtbar und tragen auch ohne Befruchter ein paar Früchte. Es hat sich gezeigt, dass die für die Bestäubung der Pawpaw benötigten Insekten in Europa fehlen. Die Blüten sehen zwar sehr niedlich und hübsch aus, riechen aber nach Aas. Bienen oder andere bekannten Blütenbestäuber vermeiden die Blüten der Indianerbanane gänzlich. Höchstens ein paar Käfer oder Fliegen verirren sich, durch den Geruch angezogen, in die Blüten. Diese bestäuben aber die Blüten meistens gar nicht. Mit künstlicher Bestäubung kann dieses Problem behoben werden, so dass trotzdem gute Erträge erzielt werden. Die ersten Früchte können ab dem dritten oder vierten Jahr erwartet werden. Ab dem 10. Jahr sind Erträge von über 15 kg pro Strauch möglich[9].

Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Papau bevorzugt mäßig feuchte, durchlässige, nährstoffreiche, humose und leicht saure Böden. Der Standort sollte sonnig, aber trotzdem nicht zu heiss sein. Spezielle Bodenansprüche hat die Pawpaw keine, einzig Staunässe erträgt die Pflanze nicht. Der Boden sollte nicht zu stark austrocknen, da sonst die Früchte frühzeitig abfallen. Die geeignetsten Gebiete sind begünstigte Klimate (Weinbauklima). Außerdem sollte sie rechtzeitig vor dem ersten Frost ausreifen. Papaus benötigen mindestens 16–20 Tage Winterkälte und 160 frostfreie Tage. Die Pflanze hält eine Temperatur von −25 °C bis +35 °C aus.[10] [11]

Gebrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsächlich wird die Frucht konsumiert oder weiterverarbeitet. Sie schmeckt nach einer Mischung aus Banane, Mango, Ananas und Vanille. Die Frucht ist schlecht lagerfähig, kann aber gut zu Konfitüren, Gelees oder Eiscreme verarbeitet werde. Sie ist Zutat in einem Bier nach belgischem Vorbild und wird in der Brauerei saisonal verwendet. Auch die Fasern des Baumes wurden früher gebraucht.[12]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kultur erfolgt in nährstoffreichem, feuchtem, aber wasserdurchlässigem Boden in voller Sonne oder halbschattiger Lage. Die Pflanze ist voll frosthart. In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass junge Papaupflanzen Beschattung benötigen, ältere Pflanzen am besten vollsonnig gedeihen (beziehungsweise fruchten). Allerdings stammen diese Erfahrungen vor allem aus den USA und aus Italien, wo die Strahlungsintensität aufgrund der niedrigeren geographischen Breite höher liegt als in Deutschland.

Zur Vermehrung sollten die Samen etwa 100 Tage kalt stratifiziert und dann bei über 20 Grad Celsius in Anzuchtsubstrat gehalten werden. Die Keimung dauert lang (zirka 60 Tage), und nachdem die Pfahlwurzel erschienen ist, kann es weitere Wochen dauern, bis die Pflanze auch oberirdisch sichtbar wird.

Papau-Sorten können bisher nur durch Veredelung und durch Wurzelschnittlinge vermehrt werden, Stecklinge sind nicht möglich. Unterlagensorten existieren bisher nicht, die verwendeten Sämlinge unterscheiden sich zum Teil stark in ihren Eigenschaften, zum Beispiel bezüglich der Neigung zu Wurzelschossern.

Allgemein gilt Papau als sehr widerstandsfähig gegenüber Schädlingen und Krankheiten. In den USA werden die schlimmsten Schäden durch eine kleine, zirka fünf Millimeter große Motte, Talponia plummeriana, hervorgerufen, deren Larven sich in den Blüten entwickeln und diese zum Absterben bringen.

Ansteckungen mit dem Japankäfer (Popillia japonica) können möglicherweise auf dem Feld auftreten. Die adulten Käfer ernähren sich von den Pflanzenstoffen, die zwischen den Blattnerven verfügbar sind. Der Einsatz von 1-Naphthalenylmethylcarbanat kann wirksam gegen den Japankäfer werden.

Andere Pflanzenschädlinge wie Aphide (Aphidoidea) und Fransenflügler (Thysanoptera) können im Gewächshaus gefährlich sein[13].

Die Insekten Eurytides Marcellus und Omphalocera munroei können schwere Schaden auf den Blättern von Asimina verursachen. Das Insekt T. Plummeriana verursacht zahlreiche Blumenverlust.

Dazu können einige Wirbeltieren wie beispielsweise Eichhörnchen die Asiminafrüchte fressen.

Blattflecke können auch zwischendurch beobachtet werden. Diese sind aber im Regelfall nicht schädlich[14].

Mycorrhizae Pilzen können wahrscheinlich Symbiosen mit Papau eingehen.

Asiminablätter enthält giftige Stoffe, die wirksam gegen den Hauptteil von Insekten und Vögeln wird. Diese Stoffe wurden von dem Protographium Marcellus (Schmetterling) absorbiert. Dieses Prozess erlaubt den Schmetterling gegen zahlreiche Räuber giftig zu werden[15].

Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papau wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA gezüchtet. Bei den meisten heute erhältlichen Sorten handelt es sich allerdings um ursprünglich wilde Exemplare, die aufgrund ihrer besonderen Fruchtqualitäten aufgefallen sind und vermehrt wurden. Es existieren etwa 70 Sorten, von denen nur etwa 20 eine überregionale Bedeutung erlangt haben.

Papausorten mit großen Früchten und hoher Produktivität wurden seit 1950 von der Kentucky State University gezüchtet[16].

Eine Studie hat gezeigt, dass die Erträge von Papau zwischen 2013 und 2015 allgemein gestiegen sind. Dies wurde durch Züchtung erreicht.[17]

Kommerzieller Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die früheste urkundliche Erwähnung von Papau ist der Bericht der spanischen de-Soto-Expedition aus dem Jahr 1541, in dem Indianer beschrieben wurden, die sie östlich des Mississippi kultivierten.[18] Die Lewis-und-Clark-Expedition konsumierte auf ihren Reisen Papau. Gekühlte Papaufrüchte waren ein Lieblingsdessert von George Washington[19][20] und Thomas Jefferson pflanzte sie in seinem Haus in Virginia.[21]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Interesse am Anbau von Papau groß. Beispielsweise bot die American Genetic Association im Jahr 1916 einen Preis in Höhe von 100 US-Dollar an (50 US-Dollar für den größten einzelnen Papaya-Baum und 50 US-Dollar für den Baum – unabhängig von seiner Größe – mit der besten Frucht)[22][23]. Trotz des Interesses an der Papau-Zucht, das durch diesen Wettbewerb bei Hobby- und professionellen Gärtnern angeregt wurde, blieben nur wenige Züchter bei der Selektion von Papau aus wilden Pflanzen aktiv.

In der Zeit zwischen 1900 und 1950 wurden nur wenige Sorten beschrieben und erfasst. Da zu diesem Zeitpunkt die Erhaltung des Keimplasmas bei den Züchtern keine Priorität hatte, gingen die meisten Sorten aus dieser Zeit verloren[23].

In den Jahren zwischen 1950 und 1985 kehrte das Interesse an der Pfote zurück, was durch die Begeisterung einiger Schlüsselpersonen der Northern Nut Growers Association gefördert wurde[23]. In dieser Zeit wurden viele neue Sorten sowohl aus wilden als auch aus kultivierten Quellen ausgewählt. Diesmal wurde die Erhaltung des Keimplasmas aufgrund der größeren Verbreitung der in dieser Zeit ausgewählten Sorten ermöglicht.

Im Jahr 1990 fanden zwei neue Wettbewerbe zur Auswahl der besten Pawpaw statt[23]. Einer dieser Wettbewerbe wurde vom Gärtner Brett Callaway an der Kentucky State University (KSU) durchgeführt.

Diese Veranstaltung markierte den Beginn eines Forschungsprogramms zur Papau an der KSU, eine Keimplasmasammlung wurde gestartet und viele Studien zu Papaumerkmalen wurden durchgeführt.

Die heutige Pawpawindustrie ist, mit Ausnahme der KSU, zu klein, um groß angelegte Zuchtprogramme zu gründen. So liegen die Züchtung und Auswahl neuer Sorten in der Gegenwart in den Händen von Amateuren.

In den letzten Jahren hat der Anbau von Pawpaw vor allem bei Biobauern das Interesse geweckt, da es sich um eine Nutzpflanze mit wenigen bis keine Schädlinge handelt, die in ihrer heimischen Umgebung ohne Pestizide erfolgreich angebaut werden kann.

Saat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samen werden am besten gepflanzt, sobald die Früchte reif sind. Die Samen keimen normalerweise in 1 bis 3 Monaten bei 15 °C. Die Samen können eine Embryoruhe haben. Mit der schwer durchdringliche Samenschale kann es bis zu 18 Monaten dauern bis die Samen keimen. Sobald die Setzlinge gross genug sind, muss man sie aus der Aufzucht herausnehmen und in einzelne Töpfe setzten. Den ersten Winter über sollten sie im Gewächshaus sein. Sie sollten im Frühsommer gepflanzt werden, wenn sie mindestens 15 cm groß sind. Schutz gegen Kälte sollte im ersten Winter draußen in Erwägung gezogen werden.[24]

Pflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schnitt der Pawpaw beschränkt sich auf das Entfernen von totem Holz oder abgebrochenen Zweigen. Bei älteren Sträuchern kann hin und wieder mal ein größerer Ast aus dem Inneren des Busches entfernt werden.[25]

Wirtschaftlich bedeutende Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der Hindernisse für den kommerziellen Anbau besteht in der fehlenden Selbstfertilität von A. triloba. Daher ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal die Selbstfruchtbarkeit:

  • Autofertil:
    • „Prima 1216“
    • „Sunflower“
  • Nicht autofertil:
    • „Davis“
    • „NC-1“
    • „Overleese“ oder „Overlease“
    • „Prolific“
    • „Taytoo“ oder „Taytwo“

Anbaugebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papau wurde nie in großem Maßstab wie Äpfel oder Pfirsiche angebaut. Dies könnte an der relativ kurzen Haltbarkeit der Früchte liegen (3–5 Tage bei Raumtemperatur, aber bis zu 1 Monat gekühlt[26]), was die Möglichkeit der Lagerung und Versand der Früchte einschränkt. Eine weitere Einschränkung ist die ungleiche Reifung der Früchte an der Pflanze. Die Früchte reifen über einen Zeitraum von mehreren Wochen, was die Notwendigkeit einer arbeitsintensiven Handernte in diesem Zeitraum impliziert. Bis zum heutigen Tag wird Papau hauptsächlich in kleinem Maßstab angebaut, um hauptsächlich auf Bauernmärkten oder als Nischenprodukt mit hohem Wert verkauft zu werden.

Der kommerzielle Anbau und die Ernte von Pawpaw sind im Südosten von Ohio[27] verbreitet. Die Pflanze wird auch in Kentucky[28] und Maryland[29] sowie in verschiedenen Gebieten wie zum Beispiel Kalifornien[30], dem Pazifischer Nordwesten[30] und Massachusetts angebaut.

Pioniere bei der Einführung der Papau nach Europa finden sich in Italien (Bellini, Montanari, 1992) und in den Niederlanden. Die Pflanzung von Enrico Montanari bei Faenza in der Gegend von Ravenna dürfte eine der ältesten und größten auf dem europäischen Kontinent darstellen.

Aufgrund der hohen Variabilität der Fruchtgröße variieren die Erträge zwischen den Sorten und der Anbaumethode erheblich. Es wurde berichtet, dass handelsübliche, gepfropfte Bäume durchschnittlich zwischen 7,9 und 13,3 kg Obst pro Pflanze produzieren können[31][32]. Nicht gepfropfte Bäume haben gewöhnlich geringere Erträge und die Fruchtqualität kann niedrig sein (z. B. kleine Früchte, bitterer Nachgeschmack).

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frucht der Dreilappigen Papau stellt eine der größten einheimischen Früchte auf dem nordamerikanischen Kontinent dar. Daneben interessiert man sich aber auch für einige Substanzen in den Zweigen und Blättern.

Frucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreilappige Papau ist die größte nordamerikanische Frucht. Die Früchte sind einzeln oder in Fruchtverbänden (Clusters) bis zu neun Früchten. Das Fruchtgewicht der Indianerbanane liegt zwischen 60 und 240 Gramm, das Höchstgewicht ist 470 Gramm. Wenn die Papau reif ist, ist das Fruchtfleisch weich und zart, es wird von einer dünnen Fruchtschale umgeben, die druckempfindlich ist und sich leicht braun färbt. In dem Fruchtfleisch sind viele große braune Kerne enthalten. Die Früchte reifen im Zeitraum von etwa vier Wochen, von Mitte September bis Mitte Oktober. Reife Früchte kann man bis zu drei Tage lagern. Wegen der langen Reifezeit der Früchte sind drei bis vier Pflückdurchgänge durchzuführen.[10]

Chemische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die chemische Zusammensetzung von Papau im Vergleich mit Banane, Apfel und Orange.[26]

Frucht: Pawpaw Banane Apfel Orange
Nährwert [g/100 g Frucht]
Protein 1.2 1.0 0.2 0.9
Totales Fett 1.2 0.5 0.4 0.1
Kohlenhydrate 18.8 23.4 15.3 11.8
Fasergehalt 2.6 2.4 2.7 2.4
Vitamine [mg/100 g Frucht]
Vitamin A 1 0.9 0.6 2.3
Vitamin C 30.5 15.2 9.5 88.7
Thiamin 0.8 3.5 1.3 6.7
Riboflavin 6 6.7 0.9 2.7
Niacin 6.5 3.2 0.5 1.7
Minerale [mg/100 g Frucht]
Kalium 9.9 11.3 3.3 5.2
Kalzium 7.9 0.8 0.9 5
Phosphor 5.9 2.5 0.9 1.8
Magnesium 35.9 9.2 1.6 3.2
Eisen 56 2.5 1.4 0.8
Zink 6.7 1.2 0.3 0.5
Kupfer 22.2 4.6 1.8 2
Mangan 74.3 4.3 1.3 0.7

Nahrungsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papaufrucht

Reife Papau-Früchte enthalten ein weiches, cremiges Fruchtfleisch. Die Färbung kann zwischen weißlich und orange variieren. Geschmack und Textur erinnern entfernt an Bananen. Die Früchte werden entweder direkt ausgelöffelt und verzehrt oder häufig bei gebackenen Desserts verwendet, wobei Papau in vielen Rezepten auf Bananenbasis häufig durch volumetrische Äquivalenz ersetzt wird. Papau können auch in Eis oder in Pancakes verarbeitet werden.[1]

Heilpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Früchte sind reich an Aminosäuren sowie Vitamin A und C.[33] Blätter und Zweige enthalten insektizid wirkende Substanzen, die Acetogenine, mit der höchsten Konzentration in jungen, dünnen Zweigen. Auf dieser Basis wurden zum Beispiel Shampoos gegen Kopfläuse hergestellt.[34] Auf demselben Prinzip basiert die Nutzung als natürliches Insektizid, etwa gegen Schadinsekten.[35]

Auch eine Anwendung in der Krebsbekämpfung wurde untersucht, dabei sollen die Wirkstoffe in den Energiestoffwechsel der Zellen eingreifen und die Entgiftungsmechanismen von Chemotherapie-resistenten Krebszellen behindern.[36]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Indianerbanane ist in dem amerikanischen Volkslied Way Down Yonder in the Paw Paw Patch verewigt sowie in der englischsprachigen Originalversion des Lieds Probier’s mal mit Gemütlichkeit aus dem Disney-Film Das Dschungelbuch, also im englischsprachigen Song The Bare Necessities mit der Textzeile „Now when you pick a pawpaw or a prickly pear“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • M. E. Bakker: Annonaceae: Genera Worldwide. Springer, Berlin 2000, ISBN 3-540-14704-7.
  • Asimina triloba in der Flora of North America, Vol. 3, online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dreilappige Papau (Asimina triloba) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Minor Fruits and Nuts in Georgia | UGA Cooperative Extension. Abgerufen am 10. November 2019.
  2. [1]
  3. [2]
  4. [3]
  5. [4]
  6. a b José I. Hormaza: The Pawpaw, a Forgotten North American Fruit Tree (PDF), bei The Arnold Arboretum of Harvard University, abgerufen am 1. September 2019.
  7. K. Goodrich, M. L. Zjhra, C. A. Ley, R. Raguso: When Flowers Smell Fermented: The Chemistry and Ontogeny of Yeasty Floral Scent in Pawpaw (Asimina triloba : Annonaceae). In: International Journal of Plant Sciences. 167, 2006, S. 33–46, doi:10.1086/498351, online auf researchgate.net.
  8. [5]
  9. [6]
  10. a b Helmut Pirc: Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten. ISBN 978-3-7020-1515-2, S. 44–46.
  11. Pawpaw (Indianerbanane) Website der schweizerischen Landwirtschafts Forschung, Agroscope Abgerufen am 9. November 2019.
  12. [7]
  13. Desmond R. Layne: The Pawpaw [Asimina triloba (L.) Dunal]: A New Fruit Crop for Kentucky and the United States. In: HortScience. Band 31, Nr. 5, September 1996, ISSN 0018-5345, S. 777–784, doi:10.21273/hortsci.31.5.777 (doi.org [abgerufen am 10. November 2019]).
  14. M. Brett Callaway: Current Research for the Commercial Development of Pawpaw [Asimina triloba (L.) Dunal]. In: HortScience. Band 27, Nr. 2, Februar 1992, ISSN 0018-5345, S. 90–191, doi:10.21273/hortsci.27.2.90 (doi.org [abgerufen am 10. November 2019]).
  15. Jorge Lora, Nerea Larranaga, José I. Hormaza: Genetics and Breeding of Fruit Crops in the Annonaceae Family: Annona spp. and Asimina spp. In: Advances in Plant Breeding Strategies: Fruits. Springer International Publishing, Cham 2018, ISBN 978-3-319-91943-0, S. 651–672 (doi.org [abgerufen am 10. November 2019]).
  16. Jorge Lora, Nerea Larranaga, José I. Hormaza: Genetics and Breeding of Fruit Crops in the Annonaceae Family: Annona spp. and Asimina spp. In: Advances in Plant Breeding Strategies: Fruits. Springer International Publishing, Cham 2018, ISBN 978-3-319-91943-0, S. 651–672 (doi.org [abgerufen am 10. November 2019]).
  17. {{{titel}}}. Abgerufen am 10. November 2019.
  18. America’s forgotten fruit | csmonitor.com. 14. März 2009, abgerufen am 10. November 2019.
  19. Minor Fruits and Nuts in Georgia | UGA Cooperative Extension. Abgerufen am 10. November 2019.
  20. America’s forgotten fruit | csmonitor.com. 14. März 2009, abgerufen am 10. November 2019.
  21. America’s forgotten fruit | csmonitor.com. 14. März 2009, abgerufen am 10. November 2019.
  22. José I. Hormaza: The Pawpaw, a Forgotten North American Fruit Tree.
  23. a b c d Peterson, R. N.: Pawpaw variety development: a history and future prospects. 2003.
  24. Michael A. Dirr und Charles W. Heuser: Reference Manual of Woody Plant Propagation (Paperback). United States 2009 ISBN 978-1-60469-004-0.
  25. Pawpaw (Indianerbanane) Website der schweizerischen Landwirtschafts Forschung, Agroscope Abgerufen am 9. November 2019.
  26. a b Peterson, R.N.: "Pawpaw (Asimina)." In: Genetic resources of temperate fruit and nut trees. Acta. Hort. 1991, S. 567–600.
  27. Ohio Pawpaw Festival. Abgerufen am 10. November 2019.
  28. Cooking with Pawpaws. Abgerufen am 10. November 2019.
  29. Pawpaws a.k.a. Paw Paw Trees. Abgerufen am 10. November 2019.
  30. a b PAWPAW Fruit Facts. Abgerufen am 10. November 2019.
  31. Pomper, K.W., S.B. Crabtree, D.R. Layne, and R.N. Peterson.: Flowering and fruiting characteristics of eight pawpaw (Asimina triloba) selections in Kentucky. 2008.
  32. Crabtree, S.B., Pomper, K.W., Lowe, J.D.: Within-Cluster Hand-Thinning Increases fruit weight in North American Pawpaw [Asimina triloba (L.) Dunal]. 2010.
  33. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: „Indianerbanane“ – mehr als ein Exot.
  34. C. M. McCage, S. M. Ward, C. A. Paling, D. A. Fisher, P. J. Flynn, J. L. McLaughlin: Development of a paw paw herbal shampoo for the removal of head lice. In: Phytomedicine : international journal of phytotherapy and phytopharmacology. Band 9, Nummer 8, Dezember 2002, S. 743–748, doi:10.1078/094471102321621377, PMID 12587697.
  35. Englisch: Natural pest control using Asimina triloba. In: Asimina triloba. (asiminatree.com [abgerufen am 17. Oktober 2018]).
  36. Geng-Xian Zhao, Laura Miesbauer, David Smith, Jerry McLaughlin: Asimin, Asiminacin, and Asiminecin: Novel Highly Cytotoxic Asimicin Isomers from Asimina triloba. In: Journal of Medicinal Chemistry. 1994, 37 (13), S. 1971–1976, doi:10.1021/jm00039a009.